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Brandenburg Späte Ehrung für "Schwerter zu Pflugscharen"
Brandenburg Späte Ehrung für "Schwerter zu Pflugscharen"
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16:59 14.06.2014
Herbert Sander Quelle: Lisa Rogge
Potsdam

Erfinder, nein, das ist ihm zu hochgestochen. Gestalter, so könne man ihn eher bezeichnen. Und eigentlich habe er auch nur das umgesetzt, womit er beauftragt wurde. Das entwickelte sich aber dann in der DDR zum Politikum, wurde zum Symbol für den Frieden und gegen Waffen: die Grafik „Schwerter zu Pflugscharen“, die Herbert Sander Anfang der 1980er Jahre gestaltete. Am Freitag ist dem 75-Jährigen aus Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) der Verdienstorden des Landes Brandenburg verliehen worden. „Ein Beitrag für ein friedliches Miteinander ist ein wichtiger Beitrag für das Zusammenleben“, sagte Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) bei der Feierstunde.

Den Weg zu einem friedlichen Zusammenleben hat auch das von Sander gestaltete runde Symbol mit dem Bibelzitat mitgeebnet. Gedacht war es anfangs nur als innerkirchliches Bekenntnis gegen das Rüstungshandeln. Zuerst wurden ein paar Lesezeichen damit bedruckt, die in den Gemeinden ausgegeben wurden. Kurz später erschienen dann auch Embleme für Kleidungsstücke und Taschen. „Es sollte aber weiterhin nur ein Erkennungszeichen sein“, sagt Manfred Domrös, der damals Landesjugendpfarrer war und Herbert Sander mit der Gestaltung beauftragt hatte. Stattdessen nahm die Kraft des Symbols zu. Immer häufiger äußerten auch andere Gruppen wie etwa die Grünen ihren Protest gegen die Waffenpolitik mit dieser Abbildung. „Schwerter zu Pflugscharen“ provozierte die Staatsmacht und wurde zu einem Zeichen der Bürgerrechtsbewegung. Die Macher waren überrascht. „Solch eine starke Wirkung hatten wir nicht beabsichtigt“, sagt Manfred Domrös.

In den Wendezeiten war Herbert Sander dann Mitbegründer des Neuen Forums in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark). Dass er nun die höchste Ehrung des Landes trägt, hat er einem prominenten Unterstützer zu verdanken. „Ich habe die Auszeichnung dringend befürwortet“, sagte der ehemalige Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD).

Nach der Wende machte sich Sander auch mit Arbeiten für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten einen Namen, als er für zahlreiche Ausstellungen die Plakate gestaltete. Dass er dies immer in Freiberuflichkeit machte, stand nicht von Anfang an fest. Nach dem Studium der Angewandten Malerei an der Fachhochschule Schöneweide in Berlin arbeitete Sander erst im Defa-Studio als Szenenbildassistent. „Das war mir zu oberflächlich“, sagt er. Seit 1967 ist er freischaffender Künstler.

Auch aktuelle Werke sind von Herbert Sander derzeit zu sehen. Noch bis zum 20. Juli sind im Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum in Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) Werke von ihm zu sehen. 50 Aquarelle und Ölbilder mit Ansichten der Havelbucht von Petzow oder dem Park Sanssouci sowie 20 Plakatentwürfe werden dort ausgestellt.

Anlass der Verleihung ist das 22-jährige Bestehen der Brandenburger Verfassung: Am 14. Juni 1992 wurde sie durch einen Volksentscheid angenommen.

Die weiteren Ausgezeichneten

Inga-Karina Ackermann aus Beelitz (Potsdam-Mittelmark) kämpft für Menschen ohne Job und ist Vorsitzende des Arbeitslosenverbandes.
Roger Bordage hat die Gefangenschaft im Konzentrationslager Sachsenhausen (Oberhavel) überlebt. Er setzt sich dafür ein, dass die Erinnerungen weitergegeben werden.
Birgit Fischer, Kanutin aus Päwesin (Potsdam-Mittelmark), trug zum Zusammenwachsen der Kanu-Mannschaften aus Ost und West bei.
Julius Schoeps baute das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam zu einer international renommierten Forschungseinrichtung aus.
Konrad Elmer-Herzig aus Potsdam war in der DDR Studentenpfarrer und ist einer der Gründerväter der Sozialdemokratischen Partei der DDR.
Wolfram Hülsemann hat 1989 den Runden Tisch im Roten Rathaus moderiert und gestaltete so den damaligen Machtwechsel mit.
Horst Jänichen leitete sechs Jahre die Beiratskommission der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.
Petra Kröger-Schumann aus Finsterwalde (Elbe-Elster) leitet eine Firma für Medizintechnik, die Projekte wie die Tafel und ein Hospiz unterstützt.
Editha und Manfred Mudlack wurden in Forst (Lausitz) unter dem Künstlernamen „Cortinas“ mit ihrem Trampolin auf vier Kontinenten berühmt.
Anne Panek-Kusz hat das internationale Kunstfestival „Labyrinth“ in Frankfurt (Oder) und Slubice initiiert.
Heinz-Joachim Schmidtchen engagiert sich seit 2004 in der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Von Lisa Rogge

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