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Spargel: Weniger geerntet, teurer verkauft

Erntebilanz Spargel: Weniger geerntet, teurer verkauft

Die Spargelsaison ist beendet und die Brandenburger Bauern sind ganz zufrieden mit der Ernte. Sie konnten zwar wegen des Wetters etwas weniger ernten, dafür stimmte die Qualität des Edelgemüses. Findige Landwirte schmieden schon ganz neue Pläne mit den kulinarischen Gelüsten der Brandenburger.

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In Brandenburg wird immer mehr Spargel angebaut.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Es ist wieder Ruhe auf den Spargelfeldern von Malte Voigts. „Die Ernte ist beendet, es war ein solides Jahr“, sagt der Geschäftsführer des Spargelhofs Kremmen (Oberhavel). Rund 1100 Tonnen Spargel hat er ernten lassen, das sind etwa zehn Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Das kühlere Wetter in diesem Jahr habe den Spargel dafür besonders schön gedeihen lassen. „Die Stangen haben eine schöne Farbe und sind oben geschlossen“, sagt Voigts. Rund 3,5 Millionen Euro Umsatz hat der Agrar-Ökonom mit dem Königsgemüse in diesem Jahr gemacht. Die Preise lagen je nach Qualität zwischen 2,49 und 9,99 Euro pro Kilo. Wegen des Mindestlohns war das Kilo in diesem Jahr rund 20 Cent teurer.

20 bis 40 Cent teurer

Etwa 38 Cent teurer wurde das Gemüse auf dem Vielfruchthof Domstiftsgut Mötzow (Potsdam-Mittelmark). „Das Wetter war zwar wachstumshemmend, aber gut für den Umsatz. Wenn es kühler ist, haben die Leute auch mehr Appetit auf Spargel“, erklärt Heinrich Thiermann. Rund 2500 Tonnen Spargel hat er auf rund 500 Hektar in Mötzow und Kloster Lehnin ernten lassen, auch hier waren es wetterbedingt etwa zehn Prozent weniger Ertrag als im vergangen Jahr. Dennoch: Gut 20 Millionen Euro Umsatz hat das Unternehmen mit dem Spargel in dieser Saison gemacht. „Wir können damit richtig zufrieden sein“, sagt Heinrich Thiermann.

Erdbeeren lösen Spargel ab

Auch im Landwirtschaftsministerium zeigt man sich zufrieden mit der Ernte auf den mehr als 40 Spargelhöfen. „Wir gehen von einem soliden Jahrgang aus, sicher kein Rekordjahr“, so Sprecher Jens-Uwe Schade. Die Betriebe hätten diese Saison trotz des eingeführten Mindestlohnes gut gemeistert. Wegen der hohen Wertschöpfung beim Spargelanbau fielen die 8,50 Euro pro Stunde kaum ins Gewicht. „Ohnehin haben auch viele Saisonkräfte schon vorher über dem Mindestlohn gelegen“, erklärt Schade. Für Brandenburg sei die Spargelernte jedes Jahr der Türöffner in die Frischesaison. „Wer sich einmal auf den Weg gemacht hat in einen der Erlebnishöfe, kommt vielleicht bald wieder. Sei es zum Essen oder Selbstpflücken der nachfolgenden Kulturen.“ Deshalb wechsele ein großer Teil der Spargelhöfe bruchlos in die Erdbeersaison.

Klaistower planen das nächste große Ding

In Klaistow (Potsdam-Mittelmark) wird stattdessen am 9. Juli offiziell die Heidelbeersaison eröffnet. Chef Ernst-August Winkelmann wittert ein gutes Geschäft: Jeder Deutsche esse statistisch gesehen bisher nur wenige Gramm der Beeren im Jahr. „Die Amerikaner dagegen 1,2 Kilo. Da ist also Luft nach oben“, so der Geschäftsführer des Spargelhofes Klaistow. Einnahmequelle Nummer Eins ist aber auch bei ihm der Spargel: Rund 3000 Tonnen des Gemüses haben seine Arbeiter von den 600 Hektar Feldern in Klaistow geholt. „Nächstes Jahr“, sagt Winkelmann, „soll es noch mehr sein.“

Mehr Platz für Spargel

Die Anbaufläche für Spargel in der Mark wird jedes Jahr größer. Waren es 1991 rund 500 Hektar, wurde das Gemüse zehn Jahre später schon auf 1500 Hektar angebaut. Im vergangenen Jahr waren es schon fast 2900 Hektar Felder, von denen Spargel geerntet wurde. Bezogen auf die Anbaufläche steht der Brandenburger Spargelanbau nach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen damit auf Platz drei in Deutschland.

Der meiste Spargel wird im Landkreis Potsdam-Mittelmark angebaut. Hier gibt es mehr als 2100 Hektar Anbaufläche, auf denen etwa zwei Drittel der Brandenburger Spargelernte wächst.

Rekordjahr der mehr als 150-jährigen Anbauhistorie in der Mark war 2014. Fast 60 Dezitonnen je Hektar wurden im vergangenen Jahr gestochen. 2013 waren es noch knapp 55 Dezitonnen je Hektar.

Von Marco Paetzel

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