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Spargelanbau bringt Nitrat ins Grundwasser

Wirtschaft und Umwelt Spargelanbau bringt Nitrat ins Grundwasser

Die Nitratwerte in Brandenburg liegen an vielen Messstellen über dem zulässigen Höchstwert. Nun haben Naturschützer eine weitere mögliche Quelle für die Belastung ausgemacht. Der zweite Vorsitzende des Naturschutzbundes Brandenburg, Werner Kratz, meint, die märkischen Spargelbauern düngen für immer höhere Erträge ihre Äcker ein wenig zu eifrig.

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Sind Spargelfelder auch ein Grund für zu hohe Nitratwerte?

Quelle: ZB

Potsdam. Naturschützer machen eine neue Quelle für die hohe Nitratbelastung im Grundwasser Brandenburgs aus: den Spargelanbau. Werner Kratz vom Institut für Biologie an der Freien Universität Berlin und zweiter Vorsitzender des Nabu Brandenburg ist sich sicher, dass auch die starke Düngung der Spargelfelder zur Nitratbelastung beiträgt. „Den heute sechsfachen Ertrag gegenüber früher können Sie nur durch starke Düngung schaffen“, sagt er. Kratz beruft sich vor allem auf eine schon 15 Jahre alte Studie des emeritierten Ökologen Manfred Renger, der hohe Nitratwerte schon damals auch mit dem Spargelanbau in Verbindung gebracht hatte. Kratz fordert, dass das Land Brandenburg endlich die schon 1996 beschlossenen Richtlinien der guten fachlichen Praxis in der Brandenburger Landwirtschaft umsetzen müsse. Er schlägt zum Beispiel vor, Zwischenkulturen wie Senf zu pflanzen, die in der Lage sind, Stickstoff zu binden und so das Eindringen von Nitrat ins Grundwasser vermindern.

Allerdings zeigt sich geografisch ein Zusammenhang von extensivem Spargelanbau und höheren Nitratwerten nicht unmittelbar. So wurden laut dem Statistischen Landesamt im Kreis Ostprignitz-Ruppin 103 Tonnen Spargel geerntet. Zugleich hatte man in der Gemeinde Wusterhausen/Dosse in der Zeit von 2012 bis 2014 Nitratwerte von durchschnittlich 65,25 Milligramm pro Liter gemessen. In Potsdam-Mittelmark erntete man mehr als 13 000 Tonnen – und die Nitratwerte, die in Rabenstein/Fläming gemessen wurden, lagen doch nur bei durchschnittlich 51,33 Milligramm pro Liter. Spargelbauern wie Jürgen Jakobs in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) streiten denn auch ab, dass die in der Tat gestiegenen Erträge im Spargelbau einer stärkeren Düngung zu verdanken seien. „Natürlich“ würden die Äcker gedüngt. Doch schätzt Jakobs die aktuelle Menge auf 120 Kilo Stickstoff pro Hektar. Die auch in diesem Jahr eingefahrenen Rekordernten seien im wesentlichen neuen Sorten zu verdanken. Heute würden im Wesentlichen Sorten der niederländischen „Limgroup“ verwendet.

Unabhängig vom Spargelanbau fordern die Grünen die Landesregierung auf, vorliegende Daten über Düngung auszuwerten. Mineraldünger in Verbindung mit Gülle auf den Feldern „führt zur Belastung von Grund- und Oberflächengewässern mit gesundheitsschädlichem Nitrat“, sagt der Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke. An 15 der 57 brandenburgischen Grundwassermessstellen werde der gesetzliche Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter schon überschritten.

Von Rüdiger Braun

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