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Sparkasse MBS erhebt jetzt Negativzinsen

Geschäftskunden müssen zahlen Sparkasse MBS erhebt jetzt Negativzinsen

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) veranlasst die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) nun zu einem drastischen Schritt. Geschäftskunden müssen demnächst auf hohe Einlagen Strafzinsen zahlen. Privatkunden sind nicht betroffen, betont MBS-Chef Andreas Schulz.

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Niedrigzinsen werden für Sparkassen zur Belastung.

Quelle: dpa

Potsdam. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) veranlasst die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) nun zu einem drastischen Schritt: Die größte Sparkasse des Landes führt zum 1. März Negativzinsen für Geschäftskunden ein. Das „Verwahrentgelt“ soll für Neukunden mit Einlagen von mehr als 500 000 Euro gelten. Sie sollen 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. So viel verlangt die EZB ihrerseits, wenn Kreditinstitute dort Geld parken.

MBS-Vorstandschef Andreas Schulz sprach von einem bedauerlichen Schritt. „Für 98 Prozent unserer Kunden sind Negativzinsen kein Thema. Wir reden hier über Großanleger aus dem Geschäftskundenbereich“, betonte er. „Ein Verwahrentgelt im Privatkundengeschäft ist nicht vorgesehen.“

MBS zieht nach

Die MBS sieht sich zu dem Schritt gezwungen, da in den vergangenen Monaten immer mehr Kredithäuser Strafzinsen an Großkunden weitergegeben haben. „Wir müssen uns davor schützen, dass Kunden, die keine Geschäftsverbindungen mit uns haben, uns als Einlagenbank entdecken“, erklärte Schulz. Denn das wäre für die MBS angesichts der Niedrigzinspolitik ein Minusgeschäft.

In den nächsten Wochen will die Bank auch Gespräche mit Bestandskunden über Negativzinsen führen und alternative Anlagemöglichkeiten vorschlagen, etwa Landesbankanleihen. Betroffen seien auch hier nur Firmenkunden mit Einlagen ab einer halben Million Euro aufwärts. Auch die Kämmerer einiger Kommunen müssen nun genau rechnen. Denn die Negativzinsen sollen auch für deren MBS-Einlagen gelten.

Gute Geschäfte trotz Niedrigzinsumfeld

Ansonsten kann Schulz erneut auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken. Die Bilanzsumme, in der alle Vermögenswerte der Bank enthalten sind – vom Bargeldbestand bis zu Kreditforderungen, stieg auf 12,3 Milliarden Euro an (2015: 11,5 Milliarden). Das Betriebsergebnis vor Bewertung sank allerdings auf 175,8 Millionen Euro; 2015 lag es bei 187,5 Millionen Euro. „Angesichts der Rahmenbedingungen hat unser Haus ein recht ordentliches Ergebnis erwirtschaftet“, sagte Schulz.

Die gute wirtschaftliche Lage spiegelt sich in den Zahlen der MBS wider. Die Sparkasse verbuchte neue Kreditzusagen in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro, das bedeutet ein Rekordplus von 7,3 Prozent. Vor allem Firmenkunden zeigten sich in Investitionslaune. 567 Millionen Euro entfielen auf Kredite für Unternehmen und Selbstständige – ein Zuwachs von 22 Prozent. Das Immobiliengeschäft bewegte sich 2016 mit Auszahlungen in Höhe von 567 Millionen auf gleichbleibendem Niveau wie im Vorjahr.

Brandenburger haben 10 Milliarden auf der hohen Kante

Und auch wenn das Sparbuch längst keine Zinsen mehr abwirft: Die Brandenburger vertrauten der MBS erneut mehr Geld an. Die Einlagen wuchsen um fast eine halbe Milliarde Euro auf 10,03 Milliarden. Die Erhöhung der Kontogebühren, die zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist, hat sich laut Schulz nicht negativ auf das Ergebnis der Bank niedergeschlagen. Es habe zwar Kunden gegeben, die sich von der MBS verabschiedet hätten. „Aber das bewegt sich im Promillebereich“, so Schulz.

Von Torsten Gellner

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