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Sparkassengebühren: Was jetzt wichtig ist

Preise für 500 000 Brandenburger steigen Sparkassengebühren: Was jetzt wichtig ist

Die größte Regionalbank Brandenburgs, die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS), erhöht zum 1. Januar 2017 die Gebühren. MBS-Chef Andreas Schulz gab die neue Gebührenstruktur am Dienstag bekannt. Wer ist betroffen, was ändert sich, wie können Kunden darauf reagieren? Die MAZ beantwortet wichtige Fragen.

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Bei der Sparkasse steigen nicht nur die Heißluftballons.

Quelle: AP Photo

Potsdam. Die größte Regionalbank Brandenburgs, die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS), erhöht zum 1. Januar 2017 die Gebühren. MBS-Chef Andreas Schulz gab die neue Gebührenstruktur am Dienstag bekannt. Wer ist betroffen, was ändert sich, wie können Kunden darauf reagieren? Die MAZ beantwortet wichtige Fragen.

Wer ist von der Preissteigerung betroffen?

Seit Montag dieser Woche informiert die MBS die Kunden schriftlich über das neue Gebührenmodell, das ab 1. Januar 2017 gelten soll. 470 000 private Girokonteninhaber und 30 000 Geschäftskonten sind betroffen.

Wie begründet die Bank die Preiserhöhung?

Die Sparkasse hat 9,5 Milliarden Euro Kundeneinlagen. Allerdings, sagt der MBS-Vorstandsvorsitzende Andreas Schulz: „Mit Einlagen verdient man kein Geld mehr“. Hintergrund ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die an den historisch niedrigen Zinsen festhält. Bei der EZB müssen Banken inzwischen fürs Geldparken 0,4 Prozent Strafzins zahlen. Früher konnten Banken dagegen mit den Spareinlagen ihrer Kunden in gut verzinste Anleihen investieren, Gewinnmargen einstreichen und so andere Leistungen quersubventionieren.

Was wird besonders teuer?

Das weit verbreitete Inklusivkonto kostet künftig jährlich 102 Euro statt 78 Euro. Verschmerzbar für Kunden dürfte wohl der Wegfall der zweiten Inklusiv-Kreditkarte sein. Zwei Sparkassenkarten sind weiter im Preis inbegriffen. Deutlich ist der Preissprung beim Geschäftsgirokonto von 4,50 auf 12,50 Euro. Dabei betont die Bank jedoch in einer Beispielrechnung, dass künftig Buchungsposten in Höhe von 4,50 Euro inbegriffen sind.

Wer jedoch für Zahlungen häufig den Schalter nutzt, muss deutlich draufzahlen: Pro Ein- oder Auszahlung 2,50 Euro statt 60 Cent. Beim Jugendkonto CashXtra für bis zu 25-Jährige ändert sich kaum etwas. Die Kreditkarte Gold – vorher 45 Euro Jahresgebühr – ist jetzt inklusive. Dafür werden Einlagen über 1500 Euro nicht mehr verzinst (davor: 0,3 Prozent).

Sind Filialschließungen tabu?

Die MBS leistet sich ein Filialnetz mit 140 Standorten. Standortschließungen sind laut MBS-Chef Andreas Schulz derzeit kein Thema. Allerdings könnten Standorte künftig aus Kostengründen enger zusammenarbeiten.

Wird es auch Negativzinsen für Girokonten geben?

MBS-Chef Schulz will Strafzinsen für normale Kunden weiter ausschließen. „Negativzinsen für Privatkunden will ich mir nicht vorstellen“, sagt er. Allerdings gibt es bereits Banken, etwa die Volksbank Stendal, die Negativzinsen von Privatkunden auf höhere Einlagensummen verlangen. Und auch die MBS erhebt bereits bei hohen Summen von Firmenkunden „in Einzelfällen“ Negativzinsen.

Kann man der Gebührenanhebung widersprechen?

Das ist möglich. Allerdings wird ein Widerspruch wenig bringen, sagt Sabine Klauke-Fritschka, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Brandenburg. „Wenn man widerspricht, kann es sein, dass einem die Bank kündigt“, erklärt sie. Dass man die bisherigen Konditionen behalten könne, sei „utopisch“. Sie rät, einen Bankenwechsel nicht zu überstürzen. „Man sollte sich darüber im Klaren sein, was man erwartet, wie das eigene Zahlungsverhalten ist und erst dann entscheiden.“ Der Kontenwechsel ist nach einer Gesetzesänderung einfacher geworden. Die Banken müssen sich jetzt etwa darum kümmern, dass bestehende Lastschriftverfahren übertragen werden.

Wie reagieren andere Banken auf die Niedrigzinsphase?

Viele Kreditinstitute haben schon reagiert, zuletzt die Berliner Sparkasse, bei der das Girokonto ab Dezember sieben statt vier Euro im Monat kostet. Für Postbank-Kunden wird das Filialkonto ab 1. November teurer, es war kostenlos bei 1000 Euro Geldeingang, künftig fallen pro Monat 3,90 Euro an.

Von Torsten Gellner

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