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Verteidigung will Freispruch für Maskenmann

Verteidiger fordern im Prozess den Freispruch des Angeklagten Verteidigung will Freispruch für Maskenmann

Polizeipannen, schlampige Ermittlungen, Merkwürdigkeiten. Der Fall des Maskenmannes, der den Banker Stefan T. im Oktober 2012 entführt haben soll, gibt noch immer Rätsel auf. Die Verteidigung forderte am Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) Freispruch für den 47-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft ist aber überzeugt, den richtigen Täter zu haben.

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Der Angeklagte Mario K. muss sich seit über einem Jahr vor Gericht verantworten.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Frankfurt (Oder). Im Maskenmann-Prozess hat die Verteidigung Freispruch für Mario K. (47) gefordert. „Da sitzt ein Unschuldiger auf der Anklagebank“, erklärte sein Anwalt Axel Weimann am Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder). Das Beweisgebäude, das die Staatsanwaltschaft gezimmert habe, sei ein „Potemkinsches Dorf“. Es gebe keine stichhaltigen Indizien wie Fingerabdrücke oder DNA-Spuren, die belegten, dass der Berliner Dachdecker Überfälle auf eine Unternehmerfamilie begangen und 2012 den Banker Stefan T. in Storkow (Oder-Spree) entführt habe.

Zu Beginn des 56. Prozesstages hatte der Vorsitzende Richter Matthias Fuchs völlig überraschend die Beweisaufnahme wieder aufgenommen und die mögliche Täterschaft eines Ex-Polizisten mittels DNA-Abgleich prüfen lassen. Von dem Hubschrauberpiloten Andreas K., der nach der Entführung kurzzeitig ins Visier der Ermittler geraten worden war, sowie von seiner damaligen Frau sind vergangene Woche auf Anordnung des Richters Speichelproben genommen worden. Bei der Gelegenheit habe sich laut Opferanwalt Panos Pananis herausgestellt, dass die Frau, die das Alibi ihres Ex-Mannes gegenüber dem „Tagesspiegel“ erschüttert hatte, nicht die Wahrheit gesagt habe.

Gegenüber der MAZ blieb die Frau am Donnerstag jedoch bei ihrer Darstellung. Zudem sei sie von den Beamten gar nicht dazu befragt worden. „Mit mir hat die Polizei nicht länger gesprochen“, sagte sie am Donnerstag telefonisch auf Anfrage. Sie habe die Speichelprobe abgegeben und habe dann zu den Beamten gesagt: „Ich hoffe, dass ich helfen kann, dass kein Unschuldiger verurteilt wird“, erklärte Margrit K. Sie sei auch bereit, das vor Gericht zu wiederholen. Der Antrag der Verteidigung, sowohl Margrit K. als auch den Leiter der Frankfurter Mordkommission Falk Küchler als Zeugen zu hören, lehnte das Gericht jedoch ab.

Küchler war im Laufe des Prozesses in die Kritik geraten, weil er seinen Ermittlern untersagt haben soll, in alle Richtungen zu ermitteln. Küchler sammelte die Speichelprobe bei Margrit und Andreas K. ein. Der Abgleich entlastet den Piloten. Die DNA des Ex-Polizisten und seiner damaligen Frau hätte sich nicht auf Tatortspuren befunden, erklärte eine Biologin des Landeskriminalamtes Eberswalde vor Gericht. Aufgrund der kurzen Zeit habe sie aber nicht alle Spuren abgleichen können. Ein Antrag der Verteidigung, das nachzuholen und auch noch DNA-Proben von der neuen Freundin des Ex-Polizisten und deren Vater einzuholen, lehnte das Gericht als unverhältnismäßig ab. Die Staatsanwaltschaft fordert für Mario K. eine lebenslange Haftstrafe. Die Nebenklage hat darüber hinaus Sicherungsverwahrung beantragt.

Von Marion Kaufmann

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Erste Plädoyers am Freitag
Der Angeklagte verbirgt sich im Gerichtssaal hinter einem Schnellhefter.

Im Maskenmann-Prozess sind am Freitagmittag die ersten Plädoyers gesprochen worden. Und die hatten es in sich. Die Staatsanwaltschaft kritisierte die Medien scharf. Sie hätten das Opfer vorverurteilt. Es habe eine mediale Hetzjagd gegeben. Der Maskenmann-Prozess ist inzwischen aber auch ein Fall mit politischer Brisanz.

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