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Brandenburg Sprachlose Schüler, frustrierte Lehrer
Brandenburg Sprachlose Schüler, frustrierte Lehrer
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21:15 12.08.2013
Ohne Sprachkenntnisse fällt das Lernen schwer. Quelle: dpa
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Potsdam

Die steigenden Flüchtlingszahlen stellen die Schulen im Land offenbar zunehmend vor Probleme. Die Kinder der Asylsuchenden nehmen vom ersten Tag ihres Schulbesuchs am Regelunterricht teil, obwohl sie oft kein Wort Deutsch können.

Allein in Luckenwalde (Teltow-Fläming) gibt es derzeit mehr als 50 Kinder aus Flüchtlingsfamilien, die einer besonderen Sprachförderung bedürfen. Die Kinder seien oft nicht in der Lage, die elementarsten Anforderungen zu erfüllen. „Sie verstehen weder Aufgaben noch Abläufe“, heißt es aus dem Kollegium einer Schule. „Sie sitzen frustriert ihre Zeit ab.“

„Die Belastung für unsere Lehrer ist enorm“, sagt auch Martin Burkhardt, Leiter der Potsdamer Weidenhof-Schule. „Die Kollegen stöhnen schon massiv.“ Die steigenden Asylbewerberzahlen (siehe Kasten) haben auch Folgen für die Grundschule im Plattenbauviertel Schlaatz. Rund 25 Kinder, die kaum oder gar nicht Deutsch können, besuchen derzeit Burkhardts Schule. Es sind Kinder, die mit ihren Eltern aus fernen Ländern kommen und die in Deutschland der Schulpflicht unterliegen. Doch die meisten von ihnen haben Probleme mit der Sprache, manche haben noch nie eine Schule von innen gesehen. „Das hat natürlich Auswirkungen auf den Unterricht“, so Burkhardt.

„Das Problem nimmt zu“, bestätigte Günther Fuchs von der Lehrergewerkschaft GEW. „Bei uns mehren sich die Nachfragen von Kollegen, die um Unterstützung bitten“, sagte er der MAZ. Er forderte das Land auf, den betroffenen Einrichtungen unbürokratisch zu helfen.
Die Schulen würden mit ihren Problemen allein gelassen, sagte der Landtagsabgeordnete Sven Petke (CDU). Die Landesregierung habe zu spät auf die steigenden Asylbewerberzahlen reagiert. In einem Brief fordert er Bildungsministerin Martina Münch (SPD) auf, rasch zu handeln. „Es wäre eine absolute Vergeudung, wenn wir uns nicht um diese Kinder kümmern“, sagte Petke.

Die Zahl der Flüchtlinge ist rapide angestiegen. In diesem Jahr werden mehr als 3000 Flüchtlinge in Brandenburg erwartet. Für die Kinder, die mit ihren Eltern aus Tschetschenien, Syrien oder Afghanistan gekommen sind, gilt die Schulpflicht.

Von Torsten Gellner und Elinor Wenke

Mehr als 3000 Neuankömmlinge in diesem Jahr

Die Zahl der Asylbewerber in Brandenburg steigt stetig. Anfang des Jahres rechnete das Land noch mit 2000 neuen Flüchtlingen. Inzwischen werden mehr als 3000 Neuankömmlinge erwartet. Vergangenes Jahr kamen 1700 Flüchtlinge.
Die Flüchtlinge kommen vor allem aus Tschetschenien, Afghanistan, Iran, Irak und Syrien.

Kinder unterliegen der Schulpflicht und besuchen den normalen Unterricht, auch wenn sie noch kein Wort Deutsch sprechen. Die Flüchtlingskinder erhalten zusätzliche Förderstunden, in denen ihnen die deutsche Sprache vermittelt wird. Ab 17 Kindern mit Förderbedarf in einer Schule können eigene Vorbereitungsklassen gebildet werden. gel

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