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Spreewaldbank startet in Altdöbern neu

Übergangslösung nach Automatensprengung Spreewaldbank startet in Altdöbern neu

Der Brandbrief hat Wirkung gezeigt: „Wir fühlen uns nicht mehr sicher!“, schrieb der Vorstand der Spreewaldbank an die Landesregierung, nachdem Kriminelle im Lausitzer Örtchen Altdöbern einen Geldautomaten gesprengt hatten. Jetzt hat die Spreewaldbank eine neue Filiale – und neuerdings auch beste Kontakte zur Polizei.

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Spreewaldbank-Vorstand Sven Thamm

Quelle: Archiv

Potsdam. In Altdöbern (Oberspreewald-Lausitz) herrscht Aufbruchsstimmung. Dabei sind die Bilder gerade einmal anderthalb Monate her, die den örtlichen Einkaufsmarkt in Schutt und Asche liegend zeigen. Kriminelle hatten einen Geldautomaten in der örtlichen Filiale der Spreewaldbank eG gesprengt – und mit ihr einen Einkaufsmarkt und mehrere Geschäfte dem Boden gleichgemacht.

Der Discounter ist inzwischen in einer provisorischen Leichtbauhalle untergekommen. Auch die Spreewaldbank, die in der Lausitz zwölf Filialen betreibt, hat eine neue Anlaufstelle. „Wir haben uns zu dem Standort Aldöbern bekannt und ein leer stehendes Ladenlokal bezogen“, sagt Sven Thamm, der Chef der Genossenschaftsbank mit Sitz in Lübben (Dahme-Spreewald).

Spreewaldbank-Vorstand Sven Thamm

Spreewaldbank-Vorstand Sven Thamm

Quelle: Bank

Der offene Brief von ihm und seiner Vorstandskollegin Doreen Hackenberg-Mathow hatte das politische Potsdam aufgeschreckt. „Wir fühlen uns nicht mehr sicher!“, stand in dem Schreiben an Ministerpräsident Dietmar Woidke und Innenminister Karl-Heinz Schröter (beide SPD), in dem die Banker eine Serie ungeklärter Raubüberfälle anprangerten und mit dem Rückzug aus dem ländlichen Raum drohten.

Dass verschwiegene Banker derart unumwunden um Hilfe rufen, konnte die Landesregierung nicht einfach so auf sich sitzen lassen. Am 13. Juli lud Schröter den verärgerten Thamm und andere Bankvertreter zum Krisengipfel. Es galt, verspieltes Vertrauen zurückzugewinnen. Einen Monat danach scheint man bei der Spreewaldbank tatsächlich davon überzeugt, dass die Potsdamer Politik nicht nur leere Versprechen gemacht hat.

Das Gebäude wurde zerstört

Das Gebäude wurde zerstört.

Quelle: dpa-Zentralbild

„Es ist ein Prozess in Gang gekommen.“ Hatte Thamm zuvor noch die mangelnde Polizeipräsenz beklagt, nennt er die Zusammenarbeit nun „ausgesprochen konstruktiv“. „Man kennt sich jetzt.“ Dass die Polizei mittlerweile besonders hellhörig sei, hätten auch die Beschäftigten wohlwollend registriert.

Mehr als 1000 Kunden zählt die Spreewaldbank in dem Amt von 5800 Einwohnern. Seit dem Umzug in die neue Filiale können sie wieder Kontoauszüge drucken, Geld abheben und einzahlen – wenn auch nur per Automat. „Wir bieten keine Kassendienstleistungen mehr. Das macht den Arbeitsplatz sicherer“, sagt Thamm. Für eine der zwei Filialmitarbeiterinnen musste deshalb eine neue Beschäftigung in einem anderen Bereich gefunden werden.

Genauso wie der Einkaufsmarkt ist auch die neue Spreewaldbank-Filiale nur eine Übergangslösung. Thamm glaubt, dass das Provisorium für ein, vielleicht zwei Jahre besteht. Noch ist offen, ob der Eigentümer der Ruine einen Neuanfang wagt – und die Spreewaldbank wieder einziehen lässt.

Von Bastian Pauly

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