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Spreng-Attacken haben sich verdreifacht

Geldautomaten in Brandenburg Spreng-Attacken haben sich verdreifacht

Die Zahl der Spreng-Attacken auf Auszahlungsterminals im Land Brandenburg hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Jetzt rüstet die Polizei auf. Eine eigene Sonderkommission soll die Banden jagen.

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Gesprengter Bankautomat.

Quelle: dpa

Potsdam. Mit einer am Freitag offiziell eingesetzten Sonderermittlungsgruppe („Besondere Aufbauorganisation Fläming“) intensiviert die Polizei ihre Jagd auf Banden, die Geldautomaten sprengen und mit der Beute fliehen. Die Zahl der Spreng-Attacken auf Auszahlungsterminals im Land Brandenburg hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht, wie Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke der MAZ sagte. Mittels eingeleiteter und dann entzündeter Gase haben Unbekannte im laufenden Jahr bereits 24 Mal solche Geldautomaten geknackt – im Vorjahr waren es insgesamt nur neun. Neunmal scheiterten 2016 Versuche, die integrierten Tresore zu plündern.

Polizeipräsident: Banden agieren grenzüberschreitend

„Die Banden agieren grenzüberschreitend“, sagte der Polizeipräsident. „Es wird sehr schwer werden und kann länger dauern, bis wir zum Erfolg kommen.“

Noch im Herbst soll es ein Treffen mit Vertretern aller Filialbanken in Brandenburg geben. Dazu sagte der Polizeipräsident: „Die Banken sind für die Sicherung der Standorte verantwortlich, viele müssen nachrüsten, viele haben es auch schon getan. Insgesamt erwarten wir da etwas mehr von den Banken“, sagte Mörke. Es gebe Filialen ohne Überwachungskameras im Vorraum. Ein technischer Kniff hat bereits in Neuenhagen (Märkisch-Oderland) zum Erfolg geführt: Ein Gas-Neutralisierungssystem im Automaten verhinderte die Detonation.

Drei Attacken binnen drei Wochen

Anfang Oktober hatten Unbekannte in Lübben (Dahme-Spreewald) einen Automaten in die Luft gejagt und dabei sowohl das Bankgebäude als auch das benachbarte Rathaus beschädigt. Vergangenen Mittwoch traf es ein Geldhaus in Forst. Zuvor war in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) eine Bank am 30. September Ziel einer Banden geworden. Die Commerzbank hält wegen der gehäuften Attacken im Süden Brandenburgs die Selbstbedienungscenter ihrer Filialen nachts geschlossen. „Den Kriminellen ist es egal, was mit den Gebäude passiert“, sagt der Polizeipräsident. „Sie leiten so viel Gas ein, dass der Automat auf jeden Fall zerstört wird.“

Kaum noch echte Banküberfälle

Angriffe auf Banken haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. 2006 gab es in Brandenburg noch etwa 60 richtige Banküberfälle. Seit die Kreditinstitute aber ihre Sicherheitsvorkehrungen im Schalterbereich verstärkt haben, Alarmknöpfe überall installiert sind und Geldsummen nur noch gestückelt herausgeben werden, spielen Raubstraftaten kaum noch eine Rolle. Zuletzt waren es nicht einmal fünf pro Jahr.

Von Ulrich Wangemann

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