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Brandenburg Deshalb kommt es in Brandenburg zu Diesel-Engpässen
Brandenburg Deshalb kommt es in Brandenburg zu Diesel-Engpässen
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00:24 03.12.2018
Das extreme Niedrigwasser des Rheins führt in mehreren Bundesländern zu Engpässen an den Tankstellen. Quelle: Thomas Frey/dpa
Potsdam

 In Brandenburg an der Havel gab es am Donnerstag an zwei Tankstellen keinen Diesel mehr. Ist die durch die sommerliche Hitze ausgelöste Sprit-Krise damit auch in der Mark angekommen? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Welche Tankstellen sind betroffen?

Am Donnerstag war es HEM in der Rathenower Landstraße –hier gibt es inzwischen wieder Diesel. Ebenfalls betroffen ist die Esso-Station in der Berliner Straße in Neuschmerzke. Laut einer Leserin auf Facebook gibt es auch bei Esso in Linthe nichts mehr.

Was hat das Sommerwetter mit den Tankstellen zu tun?

Begründet wird der Versorgungsengpass von den großen Konzernen mit dem Niedrigwasser auf den großen Flüssen. Aufgrund der hohen Temperaturen und des ausbleibenden Regens sanken bundesweit die Pegelstände. Die Wasserstraßen sind nicht mehr einwandfrei schiffbar, vor allem der Rhein führt nach dem Dürresommer extremes Niedrigwasser.

Damit die Tanker nicht auf Grund laufen, werden sie nicht voll beladen. Dadurch kollabiert das Verteilsystem im gesamten Bundesgebiet. „Wir haben keine Dieselknappheit, wir haben derzeit eher ein Transportproblem“, erklärt Stephan Zieger, Geschäftsführer des Bundesverbands der freien Tankstellen. „Der Rhein ist das Rückgrat der Versorgung.“ Ein Tankschiff könne 2000 Tonnen Diesel transportieren. Das entspreche 80 bis 100 Tanklastwagen.

Ist das Niedrigwasser die einzige Ursache?

Nein: Zusätzlich ist in Bayern eine Raffinerie wegen eines Brandes zerstört worden, wodurch auch die Versorgung im Süden der Republik geschwächt ist. Beides muss nun durch die Ostdeutschen Raffinerien wie Schwedt (Uckermark) oder Leuna (Sachsen-Anhalt) ausgeglichen werden.

Wie lange werden die Engpässe anhalten?

Derzeit herrsche bei den Raffinerien viel Betrieb, Lkw und Kesselwagen würden knapp, deswegen komme es teils zu längeren Wartezeiten, bis die Tankstellen wieder beliefert werden, erklärt BFT-Geschäftsführer Zieger. Es könne sein, dass ein Lkw in den Westen unterwegs sei und eine Brandenburger Tankstelle ausspare. Allerdings sei das die Ausnahme. Derlei könne auch vorkommen, wenn ein Tanklaster im Stau stecken bleibe.

Die Lage ist je nach den Beschaffungswegen höchst uneinheitlich. Burkhard Reuss, Sprecher von Total und der Leuna-Raffinerie, sieht derzeit grundsätzlich keine Versorgungsprobleme im Osten. „Die Situation ist weiterhin sehr gut. Im Süden und Südwesten ist die Versorgung schwierig.“ Es könne aber sein, dass Tankstellen für einige Stunden keinen Kraftstoff mehr haben. „Das Speditionsgewerbe ist bundesweit stark ausgelastet, weil die Tanklaster größere Strecken als sonst fahren müssen“, so Reuss.

Wird Diesel jetzt teurer?

Aral oder die Tankstelle im Wuster Gewerbepark (vormals Kaufland) kennen derzeit keine Lieferengpässe. „Wir haben genug“, heißt es aus der Branche. Erstaunlich ist die Preisentwicklung bei Diesel trotz des verknappten Angebots und politischer Krisen, die sonst für jede Preiserhöhung herhalten müssen: Diesel gibt es wieder für unter 1,30 Euro den Liter zu kaufen.

Bei Benzin ist das anders: Wegen des Niedrigwassers in Flüssen müssen Autofahrer hier nach Berechnungen von Ökonomen einen saftigen Aufschlag zahlen. Die Preissteigerung liege im Schnitt bei bis zu 20 Cent, erklärte in dieser Woche das Wirtschaftsforschungsinstituts RWI in Essen. Der ADAC widersprach dieser Einschätzung. Die Mineralölwirtschaft gebe sinkende Rohölpreise nicht an Autofahrer weiter: Zwar beeinflusse das Niedrigwasser in Rhein, Main und der Mosel den Markt. Jedoch herrsche schon seit Monaten Dürre, während ein deutlicher bundesweiter Preisanstieg an Tankstellen erst im Oktober sichtbar geworden sei.

Von MAZonline/Torsten Gellner

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