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St. Laurentius: Standhaft durch die Jahrhunderte

Ein Märtyrer beschützt die Kirche St. Laurentius: Standhaft durch die Jahrhunderte

Die Geschichte der Havelberger Laurentiuskirche, die während der Buga den spektakulären Rahmen für 16 wechselnde Blumen-Hallenschauen abgibt, ist bewegt. Es war in der Mitte des 19. Jahrhunderts und bei der Gemeinde der Kirche standen alle Zeichen auf Alarm.

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Für eine weltliche Blumenschau haben die Havelberger das Gestühl aus der Laurentiuskirche entfernt. Die sicherlich nicht leichte Entscheidung hat sich gelohnt.

Quelle: F. Bürstenbinder

Havelberg. Als der Gemeindevorstand bei der königlichen Regierung den „inneren Ausbau“ der Stadtkirche beantragte, las sich das wie ein Protokoll des Niedergangs: „Der Putz an der Decke und an den Wänden ist unsauber, sämtliche Sitze im Schiffe und auf den Chören sind veraltet und zum großen Teil beschädigt, die Emporen sogar teilweise schon unsicher, mehrere Eingänge schlecht und wegen des Zuges, den sie erzeugen, schädlich, das Pflaster ist durchweg schadhaft.“

Danach ging alles sehr schnell. Innerhalb eines halben Jahres, von Mai bis November 1854, erhielten Mittelschiff und Chor das hölzerne verputzte Kreuzgewölbe, der Fußboden wurde mit roten und weißen Steinen neu gepflastert, alle Emporen, Stühle und Türen wurden neu gebaut, die Kanzel umgesetzt und die Orgel repariert.

Heute prägt der markante gotische Backsteinbau auf der Stadtinsel zusammen mit dem Dom die Ansicht von Havelberg. Man sieht sofort, wie alt die Kirche ist. Auf die Frage, wie alt denn genau, gibt es keine Antwort. Denn man kann nicht exakt die Entstehungszeit datieren. Sie zählt aber zu den ältesten Gebäuden auf der Insel.

Blumen und Orgelmusik

Die Sanierung der Stadtkirche St.Laurentius erfolgte in den Jahren 2013 und 2014 in drei Bauabschnitten. Holzverunreinigungenausden 1980er-Jahren wurden beseitigt, das südliche Gewölbe ersetzt und die Hälfte der Putzflächen im Innenraum der Kirche erneuert. Die Nordfassade und Westfassade wurden zudem statisch gesichert (inkl. Türen und Fenster), verfugt, ausgebessert oder ganz erneuert. Knapp 600.000 Euro wurden verbaut.
Mit bedeutenden Kirchenbauten ist die Hansestadt Havelberg wirklich gesegnet. Eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit ist der Dom. In der Buga-Zeit gibt es jeden Mittwoch und Freitag um 11 Uhr eine öffentliche Domführung (Preis: 3,50 Euro/Person). Dienstags bis freitags kann man jeweils um 15 Uhr im Rahmen von „Orgel Punkt Drei“ etwa 20 Minuten Orgelmusik hören (Eintritt frei, Kollekte erbeten).

„Eine erste schriftliche Erwähnung der Stadtkirche finden wir anlässlich der Stiftung von Nebenaltären im Jahre 1340“, schreibt Antje Reichel in ihrem Buch „Havelberg – kleine Stadt mit großer Vergangenheit“. Der Bau ist aber wohl weit älter, so die Autorin: „Die erste dendrochronologische Untersuchung im Dachstuhl des Altarraumes ergab an einem Eichenbalken ein Fälldatum von 1210.“

1210 – das war unter anderem auch das Jahr, in dem der Heilige Franz von Assisi den Franziskanerorden gründete.

In den vielen Jahrhunderten war das Gotteshaus immer hart im Nehmen. Brände, Blitzschläge, Kriege – all das musste es überwinden. Aber schließlich hatte sich ja auch der Heilige Laurentius, Namenspatron der Kirche, durch Standhaftigkeit ausgezeichnet.

Laut Überlieferung war Laurentius als Archidiakon von Rom für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens und seine Verwendung zu sozialen Zwecken zuständig. Er lebte im dritten Jahrhundert. Als Laurentius vom Kaiser aufgefordert wurde, den Kirchenschatz herauszugeben, tat er dies nicht. Stattdessen verteilte er ihn an die Gemeinde, versammelte eine Schar von Armen und Kranken, Verkrüppelten, Witwen und Waisen und präsentierte sie als „den wahren Schatz der Kirche“. Daraufhin wurde er auf einem glühenden Eisenrost hingerichtet. Seine letzten Worte gingen an den Kaiser: „Du armer Mensch, mir ist dieses Feuer eine Kühle, dir aber bringt es ewige Pein.“

Von Ildiko Röd

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