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Brandenburg Ein Hauch von Magie
Brandenburg Ein Hauch von Magie
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22:18 20.03.2014
Nico Donners Trickrepertoire ist schier unerschöpflich. Mal lässt er seine Trompete schweben, mal zieht er sich Papierketten oder Karten aus dem Mund. Quelle: Julian Stähle
Staaken

Der 18-jährige Nico Donner aus Staaken ist Zauberer – und zwar einer der Besten in ganz Deutschland.

Ein geheimnisvoller Mentalist ist Nico Donner nicht. Auch kein düsterer Zauberer oder ein unheimlicher Gedankenmanipulator. Er wirkt eher wie der nette Schwiegersohn von nebenan, schüchtern, lieb, mit einem spitz-bübischen Lächeln. „Das Mystische und Unheimliche finde ich zwar bei einigen Kollegen ganz interessant, aber für mich wäre das nichts“, sagt Donner. Sein „Ding“, wie er es nennt, ist viel mehr die komödiantische Unterhaltungszauberei mit Musik. Tricks gepaart mit Comedy. 2011 sicherte er sich in dieser Sparte – „Allgemeine Magie mit Musik“ – den ersten Platz bei der deutschen Jugendmeisterschaft im Zaubern. Und da seitdem kein Jungzauberer in Deutschland in dieser Sparte die für den Titel erforderliche Punktzahl erreicht hat, ist Nico Donner auch heute noch amtierender Meister. „Ich bin quasi noch immer Titelträger, und das nach drei Jahren. Das ist schon cool“, freut sich Nico Donner. An diesem Mix aus musikalischen und magischen Elementen hält der Zauberer fest. „Ich sehe mich als Trompeten-Magier. Ich zaubere quasi mit und an meiner Trompete“, sagt Nico Donner und lacht. „Und manchmal passieren dabei auch wahre Wunder auf der Bühne.“

Sein aktuelles Programm heißt „Jazz oder nie“ und vermischt eine musikalische Zeitreise mit unfassbaren Aktionen. Welche Showeinlagen und Zaubertricks er aufführt, hängt auch vom Publikum und vom Veranstalter ab. „Jede Show ist anders und etwas ganz Besonderes.“ Sein Publikum wechselt dabei ständig: Mal sind es Kinder auf einer Geburtstagsparty, mal sind es Firmenbosse auf Weihnachtsfeiern, mal Senioren im Pflegeheim. Auch auf Festivals und bei großen Shows vor mehr als 2500 Zuschauern ist der Brandenburger bereits aufgetreten. „Mir ist dabei gar nicht mal so wichtig, ob ich vor 20 oder 2000 Menschen auftrete. Wichtig ist, dass es mir Freude macht.“

Aufträge rentieren sich

Von den Auftritten als Zauberer kann Nico Donner mittlerweile gut leben. „Bei meinem ersten Auftritt habe ich 30 Euro bekommen“, erinnert er sich. Damals war er zwölf Jahre alt – und sein Publikum war kaum älter. „Da war ich schon nervös. Aber die Kinder sind auf die Zauberei super angesprungen. Zum Glück.“ Heute bekommt er fast täglich Buchungsanfragen über seine Homepage, allein im Dezember standen mehr als 30 Auftritte in ganz Deutschland auf dem Programm, auch im Ausland hat der Randberliner schon Auftritte absolviert. Die Gagen, für die Nico Donner auftritt, variieren je nach Auftrag. „Einen Pauschalpreis kann man nicht nennen, das hängt von vielen Faktoren ab.“ Etwa von der Entfernung zum Auftrittsort, der Anzahl der Gäste, der Länge der Show. Konkrete Preise kann und will Donner nicht verraten. „Das bespreche ich mit jedem Kunden separat.“

Die Tricks für seine Shows bringt er sich selbst bei. „Wenn man immer nur dieselben Elemente zeigen würde, wäre es schnell langweilig.“ Seine Fami lienmitglieder sind dabei oft Versuchskaninchen für neue Tricks und Shows. „Vor allem mein Bruder ist ein kritischer Beobachter“, verrät Nico Donner. Dieser sei, im Gegensatz zu ihm, eher „wissenschaftlich und rational“. „Durch seine Kritik kann ich die Tricks, aber auch mich selbst immer wieder verbessern.“

Seinen ersten Kontakt zur Zauberei hatte der deutsche Jugendmeister von 2011, der in der Schule aufgrund sehr guter Leistungen eine Klasse überspringen durfte und sein Abitur schon mit 16 in der Tasche hatte, bereits im Alter von fünf Jahren. „Damals haben mir meine Eltern zum Geburtstag einen Besuch in einer Zaubershow geschenkt“, erinnert sich Donner. Als der Magier das Geburtstagskind für einen Zaubertrick auf die Bühne holen wollte, war die Angst des kleinen Staakeners jedoch zu groß. „Ich habe mich nicht getraut, deswegen hat er dann ein anderes Kind ausgewählt“, sagt er. Diese Situation blieb in seinem Kopf hängen. „Es hat mich innerlich gepiekt, dass ich nicht auf die Bühne gegangen bin.“ Von da an interessierte er sich für die Zauberei. Ein paar Jahre später bekam Nico Donner einen Zauberkasten. „Damit habe ich dann meine Eltern genervt.“ Als alle Tricks aus dem Kasten perfekt einstudiert und vorgeführt waren, schickten ihn seine Eltern schließlich zu einem Zauberseminar. „Von da an stand für mich fest: Das will ich machen.“ So wurde aus dem kleinen ängstlichen Jungen ein gefeierter Zaubermeister.

Manche Gäste trauen dem Zauber nicht

Doch auch die Schattenseiten der Zauberei hat Nico Donner bereits kennengelernt. „Es sind schon Gäste nach einer Show gekommen, die ihre Uhr oder ihr Portemonnaie verloren und mich beschuldigt hatten, dass ich es genommen hätte. Ich sei ja schließlich Magier und würde Dinge verschwinden lassen. Da wird man schon wie ein Taschendieb hingestellt.“ Auch Erfahrungen mit gefährlichen Showeinlagen hat Donner schon gemacht. „Ich habe früher oft einen Trick mit meiner Visitenkarte gemacht, bei dem diese immer kurz gebrannt hat. Seitdem ich einem Gast damit fast mal die Augenbrauen verbrannt hatte, zeige ich den Trick nicht mehr.“ Einem anderen Gast schüttete er bei einem vermasselten Zaubertrick Wein über die Hose. „Aber normalerweise funktioniert alles“, sagt der Staakener und lächelt.

Für die Zukunft hat Nico Donner noch einige Ziele. „Da ich mittlerweile über 18 bin, rutsche ich jetzt in die Wertung der Erwachsenen für die deutschen Zaubermeisterschaften. Dort weit vorne zu landen, und dann vielleicht mal zur Weltmeisterschaft zu fahren, das wäre schon super“, sagt er. An einem anderen großen Traum arbeitet er schon: „Ich will eine eigene, abendfüllende Show auf die Beine stellen.“ Etwa 90 bis 120 Minuten soll das Programm gehen – und am besten dauerhaft in einem Theater oder einem Klub präsentiert werden, ähnlich wie die großen Shows in Las Vegas. Doch auch andere Ziele verfolgt der junge Magier: „Ich will Musik studieren, spiele ja Trompete, Klavier und singe dazu. Ich könnte mir vorstellen, irgendwann sogar Musik an einer Schule zu unterrichten.“ Den Zauberkasten gänzlich schließen will Nico Donner dann aber nicht. „Ich liebe die Zauberei einfach.“

Von Odin Tietsche

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