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Staat fördert Einbau von Schutztechnik

Bundesregierung stellt Millionen bereit Staat fördert Einbau von Schutztechnik

Seit Jahren steigt die Zahl der Einbrüche in Brandenburg. Im vergangenen Jahr gab es fast 4000 Wohnungseinbrüche. Moderne Haustechnik lässt manchen Täter verzweifeln, doch sie ist teuer. Jetzt möchte die Bundesregierung mit einem Millionenprogramm bei der Aufrüstung helfen.

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Die Einbrüche nehmen seit Jahren in Brandenburg zu.

Quelle: dpa

Brandenburg. Die Einbruchsstatistik hat die Politiker aufgescheucht. Donnerstag beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestages deshalb eine bessere Förderung für den Einbau von Schutztechnik. Für drei Jahre stehen jeweils 10 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung, die von der Förderbank KfW an die Bürger verteilt werden sollen. Noch sind allerdings Details zu klären, deshalb wird das Programm wohl erst im Herbst abrufbar sein.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Wohnungseinbrüche zum achten Mal in Folge gestiegen, diesmal um 1,8 Prozent. Bundesweit registrierte die Polizei mehr als 152 000 Fälle, das bedeutet den höchsten Stand seit 16 Jahren.

Allein in Brandenburg gab es 3991 Wohnungseinbrüche, davon gut die Hälfte tagsüber – und nur jeder fünfte wurde aufgeklärt. Besonders betroffen sind die Städte und Gemeinden im Speckgürtel um Berlin und entlang der Grenze zu Polen.

Bürger suchen Rat bei der Polizei

Mario Heinemann, Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, sieht landesweit in Sachen Einbruchsschutz erheblichen Beratungsbedarf. Allein 2014 haben 15 500 Brandenburger zum Schutz an Gebäuden, Türen und Fenstern Rat bei der Polizei gesucht. Die Polizei führte mehr als 4000 technische Beratungen bei Privateigentümern und Gewerbetreibenden durch.

Dann wird meist auch zu baulichen Maßnahmen wie neuen Fenstern und Türen oder Schließtechnik geraten. Doch die sind teuer, und staatliche Förderung gibt es dafür bisher nur auf zwei Umwegen: Die Arbeit des Handwerkers kann als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer abgezogen werden, und die KfW hat Programme für energetische Sanierung und altersgerechten Umbau – die man mit besserer Sicherheitstechnik verbinden kann.

Bedingungen für die Zuschüsse

Jetzt wird es ein zusätzliches Programm extra für den Einbruchschutz geben. Es ist Teil des Nachtragshaushalts der Bundesregierung. Wer Alarmanlagen oder sichere Türen, Gitter oder neue Schlösser zum Schutz gegen Einbrecher einbauen will, soll künftig einen Zuschuss von 20 Prozent der Investitionen bekommen, maximal 1500 Euro pro Auftrag. Dabei muss die Investition mindestens 500 Euro kosten.

Die beschlossenen Zuschüsse von insgesamt 30 Millionen Euro werden auf 2015 und die beiden kommenden Jahre verteilt. Die Förderung der Materialkosten kann zusätzlich zur steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen in Anspruch genommen werden. Die Fördervoraussetzungen und die konkrete Förderhöhe für die einzelne Maßnahme müssen einem Bericht der „Welt“ zufolge in den nächsten Monaten noch konkretisiert werden. Dafür ist Bundesbauministerin Barbara Hendricks zuständig. Es gehe „nicht um die Finanzierung teurer Alarmanlagen für Villen, sondern um ein sichereres Wohnen für jeden Einzelnen“, sagte der SPD-Haushaltspolitiker Steffen-Claudio Lemme. Deshalb würden schon kleine Maßnahmen gefördert. Der CDU-Abgeordnete Thomas Strobl verwies darauf, dass mehr als 40 Prozent der Einbrüche schon im Versuchsstadium scheiterten. „Das zeigt, wie wirksam ein guter Schutz von Wohnung oder Haus sein kann.“

Von Stefan Winter und Volkmar Krause

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