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Brandenburg Stadtwerke in Sorge über steigende Strompreise
Brandenburg Stadtwerke in Sorge über steigende Strompreise
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21:47 01.03.2016
In Potsdam ging im Januar ein Wärmespeicher in Betrieb. Quelle: FOTO: MAZ
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Potsdam

Die Energiewende mit dem Bekenntnis zum langfristigen Umstieg auf Ökostrom hat auch den Druck auf die kommunalen Stadtwerke erhöht. Der Grund: Sie können bei der Strompreisentwicklung kaum noch mithalten. „Wir kämpfen darum, mit allen Möglichkeiten unsere Kunden zu halten“, sagt der Geschäftsführer der Stadtwerke in Forst (Spree-Neiße), Wolfgang Gäbler. Es gebe allerdings Angebote von Betreibern, mit denen könnten kleinere Stadtwerke nicht mithalten. Diese seien oft preislich nicht nachvollziehbar. „Unseriöse Stromanbieter und Preise im Graubereich schaden uns massiv“, sagte Gäbler der MAZ. Auf dem Markt gibt es einen inzwischen einen harten Wettbewerb – ausgetragen auf verschiedenen Vergleichsportalen im Internet. Die Politik müsse sich einschalten und gegen windige Anbieter vorgehen, fordert Gäbler.

In Potsdam trifft sich am Mittwoch der Ostdeutsche Stadtwerke-Tag, dessen Thema die Folgen der Energiewende sind. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält die Eröffnungsrede. Stadtwerke stecken zunehmend in einem Dilemma. Sie müssen investieren, um bei der Energiewende nicht den Anschluss zu verpassen. Zugleich verdienen sie mit ihren Kraftwerken beispielsweise durch sinkende Börsenstrompreise kein Geld. Der Verband der Kommunalen Unternehmen (VKU) rät zu mehr Kooperationen. „Das ist besser als später getrieben zu sein“, so Verbandschefin Katherina Reiche.

In Forst beispielsweise bieten die Stadtwerke Pachtmodelle für Photovoltaikanlagen an. Geschäftsführer Gäbler kann sich dafür gut eine Einkaufsgemeinschaft der Stadtwerke vorstellen. Für die Stadtwerke Potsdam werden Speichertechnologien immer wichtigere Lösungen für Fragen des Klimaschutzes und der Versorgungssicherheit. Eine Kooperation mache grundsätzlich Sinn, weil es eine Reihe von strukturellen Ähnlichkeiten unter den Stadtwerken gebe, hieß es.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock aus Potsdam, die auch an der Konferenz teilnimmt, sieht die Energiewende als eine Chance für die Stadtwerke an. Sie empfiehlt den Stadtwerken, nicht länger an fossilen Brennstoffen festzuhalten. Zugleich fordert sie eine Reform der Berechnung der Stromnetzentgelte und eine faire Verteilung der Kosten

Diese sind deutschlandweit gestiegen, besonders in Brandenburg – vor allem wegen des nötigen Modernisierungs- und Ausbaubedarfs. Die Netzentgelte (Transport, Leitungen) sind ein Bestandteil des Strompreises und schlägt mit einem Viertel zu Buche – ebenso wie der Strompreis. Etwa die Hälfte des Preises sind Umlagen, Steuern und Abgaben, darunter die EEG-Umlage für den Ökostrom.

Wie es hieß, will auf der Konferenz Ministerpräsident Woidke erneut eine Lanze für die Braunkohle brechen, die als „Brückentechnologie“ weiterhin unverzichtbar sei. Zugleich will er sich zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien bekennen. Ein vorgezogener Kohleausstieg, wie ihn unter anderem die Grünen fordern, kommt für Woidke nicht in Frage. Die Energieversorgung der Zukunft werde mehr dezentral sein, so seine Botschaft an die Branche der Kommunalwirtschaft. Und dafür seien Stadtwerke ein unverzichtbarer Partner.

Von Igor Göldner

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