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Stärkste Feuerwehrfrau der Welt aus Lübben

Weltmeisterin im Feuerwehrsport Stärkste Feuerwehrfrau der Welt aus Lübben

Ausbildung, Übungen, Einsätze: Anja Hartmann ist Feuerwehrfrau aus Leidenschaft. In Lübben hält sie selbst mit den harten Kerlen mit. Doch das reicht der Retterin aus Lübben nicht. Sie liebt körperliche Herausforderungen. Seit Juni ist sie die Weltmeisterin im Feuerwehrsport.

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Beim Löschangriff.

Quelle: Julian Stähle

Lübben. Die Füße hochlegen, das gibt’s nicht bei Anja Hartmann. Die 33 Jahre alte Feuerwehrfrau aus Lübben (Dahme-Spreewald) liebt die körperliche Herausforderung, bringt sich ein, wo es nur geht – und kann sich mitunter ganz gut quälen.

Nahezu ihre gesamte Freizeit widmet sie der Freiwilligen Feuerwehr Lübben. Nachwuchsausbildung, Übungen und Einsätze – Anja Hartmann ist mit Leib und Seele Feuerwehrfrau. Doch das reichte ihr nicht. Seit Kurzem ist sie auch die „stärkste Feuerwehrfrau der Welt“.

Bei der Interschutz-Messe in Hannover konnte sie sich im Juni unter neun Frauen aus aller Welt behaupten und gewann als Schnellste den internationalen Feuerwehr-Härtetest, die Weltmeisterschaft „Toughest Firefighter Alive“ (TFA-WM). Den Parcours, bei dem verschiedene feuerwehrtechnische Aufgaben erledigt werden mussten – darunter Schläuche ziehen, einen 80 Kilogramm schweren Dummy retten, Hindernisse überwinden und Treppenhäuser im Laufschritt bewältigen – schaffte sie als einzige Frau in nur 13:04 Minuten.

„Weltmeister sein, das ist schon was“, freut sich Hartmann auch noch knapp vier Wochen nach ihrem Sieg in Hannover. Bis zu sechs Mal in der Woche trainierte die in der Krankenpflege tätige junge Frau, um sich auf den Wettkampf vorzubereiten. Trotz WM-Titel – eine Pause gönnt sich Anja Hartmann nicht. „Ich liebe es, an meine Grenzen zu gehen, alles aus mir rauszuholen“, verrät sie. Statt sich von der Feuerwehrsport-WM zu erholen, opferte sie ihren Sommerurlaub gleich für die nächsten Wettkämpfe – mit Erfolg. Denn sowohl im polnischen Torun als auch bei der „ Firefighter Combat Challenge“ in Ediger-Eller an der Mosel kämpfte sich die 1,72 Meter große Frau wieder an die Spitze, wenn auch nicht auf Platz 1. „In Polen wurde ich Zweite, in Ediger-Eller reichte es leider nur für den dritten Platz“, resümiert Hartmann ihre jüngsten sportlichen Leistungen. Die drei Meter hohe Wand, die es beim Wettkampf zu überwinden galt, sei ihr dieses Mal aber zum Verhängnis geworden, berichtet die Feuerwehrfrau sichtlich zerknirscht. Auch einer Weltmeisterin kann eben mal die Puste ausgehen. Geärgert habe sie sich trotzdem, gesteht Hartmann: „Wenn ich bei einem Wettkampf starte, will ich auch die Beste sein.“

Seit 2011 trainiert die Feuerwehrfrau als einzige Frau unter elf männlichen Kameraden im Lübbener TFA-Team, das sich selbst „Die Gurkensteiger“ nennt. „Gurken für Spreewald und Steiger, weil 2011 alles mit dem Treppenlauf in Berlin begann“, erklärt Hagen Mooser, Ortswehrführer und selbst Mitglied der ungewöhnlichen Sportmannschaft.

Angefangen hatte alles mit dem ersten „Firefighter Stairrun“ vor gut drei Jahren in Berlin, an dem sich auch die Feuerwehrmänner aus Lübben beteiligten. 770 Stufen des Park Inn Hotels am Alexanderplatz mussten sie damals in kompletter Schutzausrüstung erklimmen. Eine extreme Belastung. Schon bald packte auch Anja Hartmann der Ehrgeiz. Ob zu Hause oder im Fitnessraum auf der Wache – die zierliche Frau trainiert, wann immer sie Zeit dazu findet. „Zur Entspannung gehe ich regelmäßig schwimmen.“

Auch die Disziplinen des Wettkampfs übt sie. Den Treppenlauf trainiert Hartmann etwa im leerstehenden Block im Eichengrund in Lübben.

Ihren Titel als „härteste Feuerwehrfrau der Welt“ will sie bei der nächsten Weltmeisterschaft in fünf Jahren unbedingt verteidigen. Bis dahin wird die junge Frau weiter Feuerwehr-Dummys von A nach B schleppen, sich mit Gewichten quälen und unzählige Stufen hinaufrennen. Denn Aufgeben gibt es nicht bei Anja Hartmann.

Von Josefine Sack

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