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Brandenburg Rettungsschwimmer dringend gesucht
Brandenburg Rettungsschwimmer dringend gesucht
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09:39 15.05.2015
Ein Rettungsring reicht nicht aus: Die Hilfsorganisationen suchen Rettungsschwimmer.   Quelle: Fotolia
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Potsdam

 An den 251 ausgewiesenen Badestellen im Seenland Brandenburg ist am heutigen Freitag offiziell Saisonbeginn. Bis 15. September können sich Brandenburger, Berliner und Touristen an der ausgezeichneten Wasserqualität im Land erfreuen. Ein Wermutstropfen: Wer sich in Märkischen Gewässern abkühlt, wird nicht unbedingt beaufsichtigt. Dem Land fehlen Retter im Wasser. Wie in den Vorjahren suchen die drei Hilfsorganisationen Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) händeringend junge Rettungsschwimmer.

„Uns fehlt der Nachwuchs“, sagt ASB-Landesgeschäftsführer Jürgen Haase. Voraussetzung für eine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Wasserwacht ist der Rettungsschwimmerschein. Dieser kann bei DLRG, ASB und DRK erworben werden. Laut Haase interessieren sich jedoch immer weniger Jugendliche für eine solche Ausbildung. „Und die, die dann gut ausgebildet sind, ziehen nach der Schule weg“, sagt er. In den 1990er Jahren habe es das Problem noch nicht gegeben. „Da hatten wir noch viele Interessierte“, erinnert sich Haase.

Arbeitsbelastung enorm hoch

Ähnlich prekär sieht es beim DRK-Landesverband aus. Laut Einsatzdienstesprecher Lee Schumann können zwar alle 23 Wasserwacht-Stationen, darunter die an den Strandbädern Babelsberg und Templin in Potsdam, beaufsichtigt werden. „Die Arbeitsbelastung der Ehrenamtlichen ist jedoch enorm hoch“, sagt Schumann. Deswegen seien Wasserwachten ständig auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Pro Jahr ist die Brandenburger DRK-Wasserwacht rund 1500-mal im Einsatz.

In der Brandenburger DLRG sind laut Einsatzleiter Jens Serbser 400 der 600 ausgebildeten Rettungsschwimmer aktiv. Das heißt, sie übernehmen ein bis drei ehrenamtliche Schichten pro Badesaison. Die Brandenburger DLRG rettete im vergangenen 67 Menschen vor dem Ertrinken. Im vergangenen Winter bildete die DLRG wieder neue Rettungsschwimmer aus. „Wer von ihnen in den aktiven Dienst der Wasserwacht geht ist noch unklar“, sagt Serbser.

In Brandenburg gibt es 3087 Seen und 33.000 Fließgewässer. 251 Badestellen sind ausgewiesen, etwa 50 werden am Wochenende beaufsichtigt. 2014 sind in Brandenburg 17 Menschen ertrunken, davon waren zwölf älter als 55 Jahre. Im Juli ging ein Fall im Strandbad am Nymphensee in Brieselang (Havelland) glimpflich aus: Eine Badende erlitt einen Schwächeanfall, zwei Badegäste zogen die Frau an Land. Erst so kam heraus, dass der See nicht permanent überwacht wird. Das lag auch daran, dass der DLRG-Kreisverband zu wenig Rettungsschwimmer bereitstellen konnte.

Nach dem Zwischenfall stellten die Betreiber Schilder mit einer Rettungs-Anleitung auf. In diesem Jahr soll eine feste Wasserwacht-Station der DLRG eingerichtet werden. Kreisverbandsvorsitzender Nils Jungius hofft, für die Station weitere Rettungsschwimmer zu gewinnen. „Es ist schwierig geworden, die Jugend zu aktivieren“, sagt er. Er versuche Jugendliche damit zu überzeugen, dass ein Ehrenamt im Lebenslauf gut aussieht. Zur Motivation organisiert er nach dem Vorbild der Show „Deutschland sucht den Superstar“ eine Art Rettungsschwimmer-Casting in den Havelländer Jugendclubs.

Neue Badestellenkarte im Internet

Interaktiv startet Brandenburg heute in die neue Badesaison. Die Landesregierung hat eine Karte veröffentlicht, die eine aktuelle Übersicht über die 251 ausgewiesenen Badestellen in der Mark und die Gewässerqualität liefert (www.badestellen.brandenburg.de).

Jedes Gewässer ist mit einem „Badegewässerprofil“ ausgestattet, das im Ernstfall auf Verschmutzungen oder die Anfälligkeit von Algenentwicklungen hinweist. Alle ausgewiesenen Badestellen werden von den Gesundheitsämtern kontrolliert.

245 der 251 Badestellen im Land weisen derzeit das Prädikat „ausgzeichnet“ auf – zur Freude von Verbraucherschutzminister Helmuth Markov (Linke). „So kann jedermann unbeschwert ins kühle Nass abtauchen“, sagte Markov am Mittwoch in Potsdam.

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Von Anja Meyer

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