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Statikrisiko am BER: Terminal gesperrt

Flughafen spricht von reiner Vorsichtsmaßnahme Statikrisiko am BER: Terminal gesperrt

Herrscht am Pannenflughafen BER jetzt auch noch akute Einsturzgefahr? Seit Freitag sind Teile des Terminals gesperrt. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, heißt es beim Flughafen. Hintergrund ist ein brisantes Gutachten, das die Statik des Gebäudes infrage stellt.

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Zumindest die Kunst am Terminal ist nicht zu schwer.

Quelle: FOTO: dpa

Potsdam. Ist jetzt auch noch das Dach des neuen BER-Terminals einsturzgefährdet? Ein brisantes Statistik-Gutachten zeigt, dass an drei der insgesamt 20 Deckenfelder deutlich schwerere Ventilatoren für die Entrauchungsanlage montiert wurden als in der ursprünglichen Planung vorgesehen.

Die Flughafengesellschaft hat deswegen Teile des Terminals seit vergangenen Freitag gesperrt – rein vorsorglich, wie das Unternehmen mitteilte. Es bedürfe nun eines neuen statischen Standsicherheitsnachweises, heißt es.

Ventilatoren mehr als doppelt so schwer

Die Ventilatoren wurden bereits vor der zunächst geplanten Eröffnung im Juni 2012 angebracht. Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ weist das Statikgutachten auf „gravierende Überschreitungen der Lastannahmen“ hin.

In der Stellungnahme der Tragwerksprüfer heißt es demnach: „Die vorhandenen Lasten sind ca. zweimal größer als die angenommenen Lasten.“ Statt 2000 Kilo hängen in einzelnen Bereichen mehr als 4000 Kilogramm an den Tragebühnen. „Für die Standsicherheit der Bühnen existiert momentan kein statischer Nachweis“, heißt es laut der Zeitung. Insbesondere der Marktplatz – der Bereich mit Gastronomie und Geschäften – sei zu verschließen und verstärkt zu bewachen, heißt es in einer Sicherheitsanweisung.

Dach muss auch neue Schornsteine schultern

Doch die Sperrungen des Terminals haben laut Flughafengesellschaft auch einen anderen Grund: Die zusätzlichen Entrauchungsschornsteine sollen demnächst im Terminaldach eingebaut werden. Dazu seien die tatsächlichen Dachlasten nochmals überprüft worden. Ergebnis: „Der Vergleich des Globalmodells zeigt, dass die vorhandenen Ausbaulasten die in den Planungen angenommenen und statisch nachgewiesenen Lasten nicht überschreiten und damit die bisher geführten statischen Nachweise, weiterhin ihre Gültigkeit haben“, schreiben die Gutachter.

Generalplaner ist zuversichtlich – trotz drei Monaten Baurückstands

Der neue Generalplaner am Flughafen – die Ingenieursgesellschaft Schüßler Plan – zeigte sich am Wochenende zuversichtlich, die Probleme am Airport in den Griff zu bekommen. „BER ist etwas, das wir können und wollen“, sagte Geschäftsführer Norbert Schüßler der „Welt am Sonntag“. „Wenn ich der Meinung wäre, dass wir das Projekt nicht erfolgreich meistern können, wäre ich nicht dazu angetreten.“ Er räumte jedoch ein, noch nicht mit allen „Details“ des Projekts vertraut zu sein.

Die Bauarbeiten am BER hinken hinterher, nicht nur wegen der Pleite des Gebäudeausrüsters Imtech. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld sprach zuletzt im Brandenburger Landtag von drei Monaten Rückstand. Damit ist weiter offen, ob der BER in der zweiten Jahreshälfte 2017 öffnen kann.

Von Torsten Gellner

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