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Steigende Nachfrage nach präparierten Leichen

10 Jahre Plastinarium Guben Steigende Nachfrage nach präparierten Leichen

Gunther von Hagens eröffnete vor zehn Jahren in Guben (Spree-Neiße) eine Plastinate-Werkstatt, in der menschliche Leichen, aber auch Tiere präpariert werden. Wie das vonstatten geht, ist im MAZvideo zu sehen. Das Plastinarium ist heute auf Wachstumskurs und gibt mehr als 50 Menschen Arbeit.

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Im Plastinarium Guben werden Leichen präpariert.

Quelle: Screenshot

Guben. Zehn Jahre nach der Eröffnung der Plastinate-Werkstatt des umstrittenen Leichenpräparators Gunther von Hagens in Guben (Spree-Neiße) soll der Standort weiter wachsen. Es sei geplant, die Mitarbeiterzahl zu erhöhen, teilte die Gubener Plastinate GmbH am Donnerstag mit. Derzeit stellten ungefähr 55 Mitarbeiter anatomische Plastinate aus menschlichen Körpern her. Mehr als 90 Prozent von diesen würden für Universitäten weltweit produziert. Bekannt sind die Plastinate durch die seit langem umstrittenen „Körperwelten“-Ausstellungen.

Am Standort Guben an der Grenze zu Polen können Besucher in einer gläsernen Werkstatt - dem Plastinarium - die Herstellung mitverfolgen. Die Plastinate-Firma, die auch Tierkörper präpariert, stellt sich nach eigenen Angaben darauf ein, dass die Nachfrage nach anatomischen Plastinaten weiter steigen wird. Geschäftsführer Rurik von Hagens sagte, dass Schwerpunkte in den USA und im Nahen und Mittleren Osten lägen. Derzeit können in Guben monatlich demnach bis zu fünf Ganzkörperplastinate hergestellt werden.

Gunther von Hagens’ Ehefrau und Kuratorin des Plastinate-Museums in Berlin, Angelina Whalley, ergänzte, dass es in Deutschland zunehmend anatomische Institute gebe, die darüber nachdenken, die anatomische Präparation einzustellen. Ein plastiniertes Präparat sei dazu eine Alternative.

Streit um Museum in Berlin

Kritiker des Leichenpräparators von Hagens sehen in dem Konservierungsverfahren die Menschenwürde verletzt. In Berlin öffnete 2015 ein Museum mit seinen Plastinaten am Alexanderplatz. Der Bezirk Mitte wollte das von Beginn an verhindern mit der Argumentation, dass die ausgestellten Körper auch nach dem Konservierungsverfahren Leichen seien und deshalb bestattet werden müssten.

Nach Gerichtsurteilen passte das Museum seine Schau an und es gab einen Betreiberwechsel. Der Bezirk Mitte hält die Ausstellung nach wie vor für genehmigungspflichtig und hat den Betreiber mit einer „letzten Frist“ zur Stellungnahme aufgerufen, hieß es am Donnerstag auf Anfrage. Nach Betreiberangaben gibt es derzeit keine Gespräche mit dem Bezirk.

Video: Wie aus Toten Ausstellungsstücke werden

Von dpa und MAZonline

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