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Brandenburg Sterbehilfe ja – für unheilbar Kranke
Brandenburg Sterbehilfe ja – für unheilbar Kranke
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13:24 06.11.2015
Am Freitag entscheidet der Bundestag über ein neues Gesetz zur Sterbehilfe. Quelle: dpa
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Potsdam

Welch ein schöner Gedanke. Wie gern würde man ihm folgen. Man stärkt die Palliativversorgung, also jenen Teil der Medizin, der dem letzten Lebensabschnitt das Leiden nimmt – und schon verschwindet auch der Wunsch, sein Leben vorzeitig selbst zu beenden. Es ist genau diese Idee, die der Tagesordnung im Bundestag gerade zugrunde liegt: Erst – am Donnerstag geschehen – baut die Politik die Palliativstationen aus, dann – so wird es wohl Freitag geschehen – schränkt sie die schon bislang schmalen Möglichkeiten der Sterbehilfe in Deutschland weiter ein. Doch dieser Gedanke geht von falschen Voraussetzungen aus. Er ist zu schlicht für die Wirklichkeit in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Und er ist auch nicht ganz ehrlich.

Autor Thorsten Fuchs Quelle: Kristoffer Finn

Dass der Bundestag am Donnerstag die bessere Betreuung Sterbender beschlossen hat, ist richtig und überfällig. Das Geld, das Gesundheitsminister Hermann Gröhe dafür vorgesehen hat, gut 200 Millionen Euro zusätzlich, wird jedoch nicht reichen. Es wird nicht verhindern, dass Menschen auch künftig ihre Krankheit bis zum Ende erdulden müssen, ohne je einen Palliativarzt oder -pfleger kennengelernt zu haben.

Die Palliativmedizin kann Sterbenden heute fast alle Schmerzen nehmen. In Hospizen kann man erleben, wie Todkranke dank intensiver liebevoller Betreuung ihren letzten Wochen und Tagen noch geradezu heitere Momente abtrotzen können. Aber es gibt auch jene, bei denen die Palliativmedizin an ihre Grenzen stößt. Krebspatienten, die die absehbaren letzten Phasen nicht mehr erleben wollen. MS-Kranke, die zermürbt sind vom jahrzehntelangen Wechsel aus Stillstand und neuen Schüben. Den Kranken die Schmerzen nehmen zu können heißt nicht, ihnen das Leiden zu nehmen. „Menschliches Leben endet, wo die Kommunikation endet. Das ist meine größte Angst“, schrieb der Autor Wolfgang Herrndorf. Er erschoss sich, bevor der Hirntumor ihm auch dies unmöglich gemacht hätte.

Ärzte sollten Sterbehilfe geben dürfen

Unheilbar Kranken sollte der Staat ermöglichen, dass sie ihr Leben beenden, ohne dass sie dazu in die Schweiz fahren, viel Geld an zweifelhafte Helfer wie den früheren Hamburger Justizsenator Roger Kusch zahlen oder sich, wie Herrndorf auf der Suche nach einer Waffe, tagelang im Berlin-Neuköllner Gangstermilieu herumtreiben müssen.

Sollte Sterbehilfe erlaubt werden?

Am Freitag entschiedet der Bundestag über ein neues Gesetz zur Sterbehilfe. Demnach ist die geschäftsmäßige Sterbehilfe in Deutschland verboten. Was meinen Sie?

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Es geht bei der Abstimmung heute nicht um aktive Sterbehilfe, nicht darum, dass jemand anderes das Leben Kranker beendet. Es geht darum, ob und unter welchen Umständen jemand ihnen ein Mittel beschaffen darf, das sie selbst einnehmen. Ärzten, die dies mit ihrem Gewissen vereinbaren können, sollte dies erlaubt sein. Der Gesetzentwurf, der heute im Bundestag die größten Chancen auf eine Mehrheit hat, droht ihnen mit dem Strafrecht. Das wäre ein Rückschritt gegenüber der Situation, wie sie heute besteht.

Von Thorsten Fuchs

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