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Sterneküche: Es wird ein gutes Jahr für Brandenburg

Guide Michelin 2018 Sterneküche: Es wird ein gutes Jahr für Brandenburg

Die Spannung steigt in Potsdam: Heute wird der „Guide Michelin“ 2018 in der Landeshauptstadt vorgestellt. Wer darf in der Riege der Spitzengastronomie bleiben, wer dahin aufsteigen? Die Sterne sind so beliebt wie der Oscar in der Filmszene – und für Brandenburg soll es ein gutes Jahr werden.

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Quelle: Symbolbild Pixabay

Potsdam. Es sind nur noch wenige Stunden, dann wird klar sein: Steigt jemand neu in den Olymp der Kochkunst auf? Können die Stars der Küchen ihr Niveau halten? In der Metropolishalle am Filmpark Babelsberg wird am heutigen Dienstag erstmals in Brandenburg der Hotel- und Gourmetführer „Guide Michelin“ vorgestellt. Bisher haben noch zwei Restaurants in Brandenburg einen der begehrten Sterne: Das „Kochzimmer“ in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) und das „Friedrich Wilhelm“ in Potsdam, das ihn erstmals 2004 erhielt.

Dass es eine Veränderung geben wird, ist bereits abzusehen. Durch den Umzug des „Kochzimmers“ in die Landeshauptstadt an den Neuen Markt wird der Stern ruhen, wie Kochzimmer-Chef Jörg Frankenhäuser sagte. „Die Tester hatten ja gar nicht die Möglichkeit, das Restaurant am neuen Standort zu testen, da es ja erst am 1. Dezember eröffnet“, sagt Frankenhäuser der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Im kommenden Jahr will der Restaurantchef gemeinsam mit seinem Team den Stern wieder an die Tür heften können. „Perspektivisch wollen wir einen zweiten Michelin-Stern erarbeiten.“

Michelin-Sprecherin sagt ein gutes Jahr für die Mark voraus

Dennoch: „Es wird allerdings ein gutes Jahr für Brandenburg“, erklärte die Leiterin der Produktkommunikation des „Guide Michelin“, Nina Grigoleit gegenüber der MAZ. So kann davon ausgegangen werden, dass es mehr Brandenburger Restaurants in die Riege der Spitzengastronomie geschafft haben. Ob beispielsweise das „17fuffzzig“ in Burg im Spreewald (Spreewald-Neiße) wieder einen der heiß begehrten Sterne ergattern konnte, den das Restaurant mit dem „Guide Michelin“ 2017 verloren hatte, bleibt abzuwarten.

Jörg Frankenhäuser vom Kochzimmer Beelitz wird seinen Stern 2018 ruhen lassen, weil das bisherige Sterne-Restaurant umzieht

Jörg Frankenhäuser vom Kochzimmer Beelitz wird seinen Stern 2018 ruhen lassen, weil das bisherige Sterne-Restaurant umzieht.

Quelle: Andreas Kermann | www.andreaskermann.com

Küchenstars gastieren neben den Filmstars

Es ist das zweite Mal, dass der Restaurantführer in einem besonders öffentlichkeitswirksamen Rahmen einschließlich einer Gala vorgestellt wird. Die Wahl der Metropolishalle war zunächst eine logistische. Insgesamt werden mehr als 400 Gäste, darunter auch rund 50 Journalisten erwartet. Die Location zeichne sich laut Grigoleit aber nicht nur durch die Größe und die Nähe zur Bundeshauptstadt Berlin aus. „Die Michelin-Sterne sind ein Renommee ähnlich der Oscars“, sagt Grigoleit. Insofern sei das Gastieren der Gourmetkritiker und Sterne-Köche unweit der Filmstars in Babelsberg auch ein Zeichen.

Unter anderem werden Star-Köche wie Tim Raue, aber auch Schauspieler, Moderatoren und Künstler wie Jimmy Blue Ochsenknecht und Eva Hermann über den roten Teppich laufen. Zudem sind viele Foodblog-Betreiber vor Ort, etwa von den Berlin Food Stories.

So kommen Sterne-Restaurant an die Auszeichnung

Inspektoren des „Guide Michelin“ kommen mehrfach unangekündigt und probieren die Menüs.

Die Tester sind fest angestellt, zahlen für die Gerichte und schreiben ausführliche Protokolle.

Manchmal geben sie sich nach dem Essen zu erkennen, sprechen mit dem Koch und werfen einen Blick in die Küche.

Alle Inspektoren haben eine Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe und urteilen nach einem System, das an objektiven Maßstäben ausgerichtet ist.

Bewertet werden die Qualität der Produkte, die fachgerechte Zubereitung und der Geschmack, die persönliche Note, das Preis-Leistungs-Verhältnis und die gleichbleibende Qualität.

In Potsdam werden die Chefs des „Guide Michelin“ über Trends und Neuheiten in der Spitzengastronomie berichten. Die Trends der vergangenen Jahre werden sich fortsetzen. Stichworte sind „casual fine dining“, also eine legere Atmosphäre, regionale Küche sowie vegatarische und vegane Menüs. „Es ist schön, dass der Gast die Möglichkeit hat zu wählen“, sagte der Direktor des „Guide Michelin“ Deutschland/Schweiz, Ralf Flinkenflügel, vorab.

Ein Stern im „Guide Michelin“ bedeutet übrigens: „Eine Küche voller Finesse - einen Stopp wert.“ Zwei Sterne: „Eine Spitzenküche - einen Umweg wert.“ Drei Sterne: „Eine einzigartige Küche - eine Reise wert.“

Guide Michelin verabschiedet Ikone der Sterne-Gastronomie

Der „Guide Michelin“ verabschiedet in diesem Jahr eine Ikone der deutschen Sterne-Gastronomie in den Ruhestand. Nach einem Vierteljahrhundert ununterbrochener Auszeichnung mit drei Sternen ist der 62-jährige Harald Wohlfahrt nicht mehr vertreten. Als Küchenchef der „Traube Tonbach“ im baden-württembergischen Baiersbronn hat er eine ganze Generation von Spitzenköchen ausgebildet und geprägt.

Der Sterne Koch Harald Wohlfahrt ist eine Ikone der Sterne-Gastronomie

Der Sterne Koch Harald Wohlfahrt ist eine Ikone der Sterne-Gastronomie. Er geht in den Ruhestand mit 62 Jahren.

Quelle: dpa

Die Übergabe an seinen langjährigen Sous-Chef und Nachfolger im Gourmetrestaurant „Schwarzwaldstube“, Torsten Michel, verlief allerdings nicht ohne Streit und endete quasi in letzter Minute vor einem Arbeitsgerichtsprozess mit einem Vergleich. Mit großem Interesse blickt die Szene darauf, ob es Michel gelungen ist, die höchste Auszeichnung zu behaupten.

Bundesland mit den meisten Sternen: Baden-Württemberg

Das Bundesland mit den meisten Sterne-Restaurants in Deutschland ist traditionell Baden-Württemberg. In den vergangenen Jahren hatten aber besonders die großen Städte wie Berlin oder Hamburg neue Nobelrestaurants hinzugewonnen.

Im „Guide Michelin“ 2017 finden sich insgesamt 292 Sterne-Restaurants, davon 10 Häuser mit 3 Sternen und 39 Restaurants mit 2 Sternen. Der neue „Guide Michelin“ kommt am 17. November in den Buchhandel. Er erscheint in Deutschland seit 1966 und gilt als „Bibel der Feinschmecker“.

Von Christin Iffert und Sönke Möhl

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