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Brandenburg Dem „Goldenen Henkel“ des Mondes auf der Spur
Brandenburg Dem „Goldenen Henkel“ des Mondes auf der Spur
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10:19 02.05.2018
Der südliche Abendhimmel am 25. Mai um 22 Uhr. Quelle: Stellarium
Königs Wusterhausen

Im Mai stehen die Frühlingssternbilder Löwe, Jungfrau und Bootes hoch im Süden und die Wintersternbilder sind fast vom dunklen Himmel verschwunden. Der Große Wagen steht fast direkt über dem Beobachter und mit ihm eine ganze Reihe von relativ hellen Galaxien, für die man jedoch zur Beobachtung ein Teleskop benötigt. Im Nordosten funkeln schon Wega und Deneb und künden den nahenden Sommer an.

Spika hat seine beste Beobachtungszeit

Der Hauptstern Spika des Sternbildes Jungfrau hat seine beste Beobachtungszeit - er steht im Süden. Spika ist der einsame Stern mit der Helligkeit von erster Größe (1m), der außer Regulus im Westen und Arktur hoch im Norden fast in der ganzen Südhälfte des dunklen Himmels keine ähnlich hellen Nachbarsterne hat - ein wirklich einsamer Stern! Spika ist jedoch nicht immer einsam, dazu liegt er zu nahe an der Ekliptik, der scheinbaren Bahn der Sonne innerhalb eines Jahres. Diese gedachte Linie ist die Widerspiegelung der Erdbahnebene um die Sonne. In der Nähe der Ekliptik erkennt man auch die Planeten und den Mond. Dieser besucht monatlich die Spika. Im Mai ist das um den 25. Mai (siehe Abb. oben). Hier sieht man dann auch den Jupiter weiter östlich, der wesentlich heller als Spika ist (ca. 2m).

Der „Goldene Henkel“ des Mondes

An diesem Tag kann man bei guten Beobachtungsbedingungen versuchen, gegen kurz nach 21.00Uhr den „Goldenen Henkel“ des Mondes zu erkennen. Es handelt sich um den gut 420 km langen Gebirgszug des Juragebirges am Rande des Mare Imbrium, der noch im Sonnenlicht liegt, während seine Umgebung schon dunkel ist. Auch dabei empfiehlt sich ein Fernglas.

Der „Goldene Henkel“ des Mondes. Quelle: Frank Bernard

Der Jupiter in Opposition

Jupiter erreicht am 9. Mai seine diesjährige Oppositionsstellung. Der größte Planet des Sonnensystems – sein Durchmesser ist ca. 11x so groß wie der der Erde – benötigt für einen Umlauf um die Sonne etwas weniger als zwölf Erdenjahre (11,86 Jahre). Folglich bewegt er sich in einem Jahr ein Zwölftel seiner Bahn weiter und wird ca. einen Monat später wieder von der Erde eingeholt. Im kommenden Jahr wird er somit im Juni (Opposition 10. Juni 2019) seine beste Beobachtungszeit haben, die während der Oppositionszeit immer die gesamte Nacht umfasst. Jupiter befindet sich im Sternbild Waage. Seine Aufgangszeit verfrüht sich im Mai weiter von 21 Uhr am 1. Mai auf 18.42 Uhr am 31. Mai. Am Tag seiner Opposition durchquert er den Meridian im Süden um kurz nach 1 Uhr nachts auf einer Höhe von gut 20°.

Mai-Vollmond im Sternbild Skorpion

Der Mond durchläuft im Mai wieder einen kompletten Zyklus: beginnend als abnehmender Mond (Vollmond war am 30. April), verspätet sich sein Aufgang jeden Tag von 22 Uhr am 1. Mai bis zum Neumond am 15. Mai um täglich ca. 25 Minuten. Ab 17. Mai erscheint er dann wieder als schmale zunehmende Sichel in der Abenddämmerung zunächst im Sternbild Stier links unter der Venus und über dem , das gerade im Untergang begriffen ist. Bei seinem Weg entlang der Ekliptik erreicht er am 21. Mai den Regulus im Sternbild Löwe, am 25./26. Mai wie oben beschrieben die Spika im Sternbild Jungfrau, am 27. Mai den Jupiter ehe er am 29. Mai als Vollmond im Sternbild Skorpion über dem Hauptstern Antares erstrahlt. Seine Aufgangszeit als Vollmond fällt naturgemäß mit der Untergangszeit der Sonne zusammen (Mondaufgang: 20.54 Uhr; Sonnenuntergang: 21.14 Uhr). Die geringe Abweichung ist durch die Neigung seiner Bahn gegenüber der Ekliptik von bis zu 5° zu erklären.

Autor Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen und Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Quellen: Daten aus www.calsky.com und www.heavens-above.com Abbildungen: erstellt durch den Autor (unter anderem mit Stellarium 0.14.1).

Von Uwe Schierhorn

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