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Der erste Frühlingsbote am Nachthimmel

Sternenhimmel über Brandenburg im Februar 2018 Der erste Frühlingsbote am Nachthimmel

Noch beherrschen im Februar die Wintersternbilder den Nachthimmel. Doch im Laufe des Monats kommt am Ost-Horizont der erste astronomische Frühlingsbote in Sicht: der Löwe. Wie viele andere Sternbilder rankt sich auch um dieses ein griechischer Mythos. Auf den nächsten Vollmond müssen wir bis März warten. Dafür gibt es eine “kleine Finsternis“.

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Das Sternbild Löwe mit dem Hauptstern Regulus.

Quelle: Uwe Schierhorn

Königs Wusterhausen. Der Umlauf der Erde um die Sonne bestimmt den Ablauf des sich jährlich wiederholenden Schauspiels vom Wechsel der Sternbilder am Abend. Stehen im Februar jahreszeitgemäß noch die Wintersternbilder am Südhimmel, neigen sie sich zum Monatsende doch schon eher in Richtung Westen und kündigen das Ende ihrer Herrschaft an. Dagegen schwingt sich im Laufe des Monats am Süd-Osthorizont der Löwe – unser erster astronomischer Frühlingsbote - in unseren Sichtbereich.

Der Mythos von Herkules

Der Name des Sternbildes hat seinen Ursprung in der griechischen Mythologie: Zeus verwandelte den Löwen in ein Sternbild, um alle Menschen an die Heldentat seines Sohnes Herkules zu erinnern: Der Sage nach stellte der Argiverkönig Eurystheus Herkules, dem Sohn des Zeus, zwölf für unlösbar gehaltene Aufgaben. Eine davon war es, den Löwen von Nemea zu töten. Herkules suchte das Gebirge bei Nemea auf und fand die Höhle des Untiers. Vor einen der zwei Ausgänge wälzte er einen riesigen Stein. Am anderen Ausgang lauerte Herkules mit seinem gespannten Bogen. Als der Löwe kam, wurde er von den Pfeilen des Herkules überschüttet. An seinem Fell prallten die Pfeile ohne Wirkung ab. Da stürzte Herkules auf das Tier zu und schlug ihn mit seiner Keule. Der Löwe taumelte, worauf Herkules ihn packte und erwürgte.

Kein Vollmond im Februar, aber eine partielle Sonnenfinsternis

Nachdem wir im Januar mit zwei Vollmonden bedacht wurden, bleibt der Februar in diesem Jahr vollmondfrei. Der langjährige Mittelwert für die Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden Vollmonden, die synodische Mondperiode, beträgt 29,53 Tage bzw. 29 Tage 12 Stunden und 43 Minuten. Der letzte Vollmond im Januar war am 31. Januar und somit reicht der Februar mit seinen gerade einmal 28 Tagen nicht für eine komplette synodische Periode. Einen Tag nach Aschermittwoch, am 15. Februar, verschwindet der Mond ganz vom dunklen Himmel. Er steht als Neumond unsichtbar am Tageshimmel. Dort verursacht er eine partielle Sonnenfinsternis , die jedoch in unseren Breiten nicht beobachtet werden kann. Der sehr schmale Mondschatten trifft die Erde am südlichsten Zipfel Südamerikas und in der Antarktis. - Der März hat dann wieder zwei Vollmonde.

„Kleine Finsternis“ am 23. Februar

Am 23. Februar beschert uns der Mond eine „kleine Finsternis“: Er zieht seine Bahn direkt über den hellen Stern Aldebaran. Man spricht von einer Sternbedeckung. Eindrucksvoll wird diese Bedeckung dadurch, dass der Mond mit seiner dunklen Seite – er ist als zunehmender Halbmond am Abend zu sehen – den Aldebaran quasi „ausknipst“ (17.58Uhr) und um 19.02 Uhr auf der angestrahlten Seite wieder freigibt. Man hat somit eine Gelegenheit, die reale Umlaufbewegung des Mondes um die Erde – von West nach Ost – wahrzunehmen.

Planeten machen sich rar

Die mit bloßem Auge sichtbaren Planeten machen sich am Abend ziemlich rar: Merkur steht am 17. Februar hinter der Sonne – ist also unsichtbar. Venus stand am 9. Januar hinter der Sonne, sie entfernt sich langsam in östliche Richtung von der Sonne und wird zur Monatsmitte am Abend kurz nach Sonnenuntergang im Westen sichtbar. Diese Abendsichtbarkeit wird bis zum Sommer immer besser. Erst am 26. Oktober steht sie vor der Sonne und wechselt wieder an den Morgenhimmel.

Mars wird weiter gut am Morgenhimmel sichtbar sein. Seine Aufgangszeiten liegen gegen 3 Uhr nachts und verlagern sich langsam gegen Mitternacht. Er bewegt sich bezüglich der Sterne nach Osten durch das Sternbild Skorpion. Den Hauptstern des Skorpions, der auf Grund seiner rötlichen Färbung Antares („Gegenmars“) heißt, passiert er mit ca. 5° Abstand am 10. Februar.

Jupiter geht dagegen schon kurz vor Mitternacht auf. Er durchquert in gleicher Richtung wie der Mars das Sternbild Waage, wird aber merklich langsamer, was auf den Beginn seiner „Oppositionsschleife“ hindeutet: Die Erde überholt den Jupiter bei ihrem Umlauf um die Sonne ca. alle 399 Tage auf der „Innenbahn“. Daher scheint es so, als ob der Jupiter für eine gewisse Zeit „rückläufig“ wird, ehe er wieder seine „rechtläufige“ Bewegung durch die Sternbilder fortsetzt. Diese Zeit wird allgemein als Oppositionsschleife bezeichnet.

Saturn kann am Morgenhimmel gesucht werden. Er geht am Monatsanfang gegen kurz vor 6 Uhr auf, am Monatsende bereits um kurz nach 4 Uhr.

Damit ergibt sich die Möglichkeit gegen 6 Uhr am Morgen eine Planetenkette, bestehend aus Jupiter, Mars und Saturn, zu sehen. In der Zeit vom 8. bis 11. Februar gesellt sich noch die abnehmende Mondsichel dazu.

Im Februar werden die Tage wieder merklich länger. Am Monatsanfang (Sonnenaufgang: 7.47 Uhr Sonnenuntergang: 16.52 Uhr) beträgt sie noch neun Stunden und fünf Minuten, am Monatsende des kürzesten Monats des Jahres bereits zehn Stunden und 49 Minuten (Sonnenaufgang: 6.54 Uhr; Sonnenuntergang: 17.43 Uhr).

Terminhinweis: Vortrag von Uwe Schierhorn zum Thema „Die Sternbilder des Winterhimmels – Mythologie und moderne Forschung“ am 16. Februar um 19 Uhr im Planetarium der Sternwarte Dahlewitz

Autor Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen und Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Quellen: Daten aus www.calsky.com und www.heavens-above.com Abbildungen: erstellt durch den Autor (unter anderem mit Stellarium 0.14.1)

Von Uwe Schierhorn

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