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"Der Funkelnde" ist der Star am Nachthimmel

Sternenhimmel über Brandenburg im Januar 2016 "Der Funkelnde" ist der Star am Nachthimmel

Noch dominieren die Wintersternbilder mit ihren hellen Sternen den Nachthimmel über Brandenburg. Allen voran leuchtet der Sirius, "der Funkelnde" oder auch Hundsstern genannt. Doch von Osten her steigen auch die Frühjahrssternbilder langsam wieder am Himmel auf.

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Abendhimmel Mitte Januar 2016.

Quelle: Stellarium

Nach den zwei sehr gut zu beobachtenden Finsternissen im Jahr 2015, der partiellen Sonnenfinsternis am 20. März, und der totalen Mondfinsternis am 28. September, sind sowohl die beiden Sonnenfinsternisse (8./9. März 2016 und 1. September 2016) als auch die Mondfinsternis am 23. März in Europa nicht beobachtbar. Einzig die am 16. September stattfindende Halbschattenfinsternis des Mondes ist bei uns sichtbar.

Merkur als Punkt auf der Sonne

Dafür könnten wir eine Bedeckung der besonderen Art beobachten: Am 9. Mai 2016 zieht der Merkur direkt vor der Sonne vorbei und wird dadurch als kleiner schwarzer Punkt auf der Sonne sichtbar. Aber auch die anderen Planeten sind interessant. Unser Nachbarplanet Mars steht im Mai von uns aus gesehen gegenüber der Sonne am Himmel und ist somit die gesamte Nacht sichtbar. 2016 finden zudem mehrere Planetentreffen statt: So stehen sich Venus und Saturn am Morgenhimmel des Januar und am Abendhimmel Ende Oktober sehr nahe, ebenso wie Mars und Saturn Ende August. Ob es 2016 Kometen am Himmel gibt oder die jährlichen Meteorströme besonders eindrucksvoll ausfallen, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorhersagbar.

Frühjahrssternbilder am östlichen Abendhimmel

An den sternklaren Abenden des Januars kann man sich wieder voll dem wunderschönen Winterhimmel hingeben. Am östlichen Abend­himmel lassen sich langsam wieder die Frühjahrssternbilder mit dem Löwen vorneweg beobachten.

Helle Sterne am Winterhimmel

Viele Sterne des Winterhimmels gehören zu den Hellsten, die es überhaupt am Himmel gibt. Das hat zwei Ursachen: Es gibt es einige Sterne, wie z.B. Sirius oder auch Prokyon, die mit 8,7 bzw. 11 Lichtjahren (Lj) astronomisch nicht weit entfernt sind. Daher erscheinen sie so hell. Andere Sterne des Wintersechsecks sind viel weiter entfernt: Kastor 36Lj, Kapella 42Lj, Aldebaran 68Lj und der helle Rigel im Orion sogar 1500Lj. Hier ist die enorme Leuchtkraft (vergleichbar mit einer hohen "Wattzahl") aufgrund der Größe – alles sind Riesensterne – Ursache für ihre Helligkeit am Himmel.

Sirius ist "der Funkelnde"

Das Sternbild Großer Hund, ist aufgrund von Sirius, dem hellsten Stern am Nachthimmel, nicht zu übersehen. Sirius ("Der Funkelnde") geht jetzt kurz nach Sonnenuntergang auf und erreicht gegen Mitternacht seine höchste Position am Südhimmel. Der Große und der Kleine Hund sind die Jagdhunde des Jägers Orion. Beide hat schon Ptolemäus (um 100 n.Ch.) als Sternbilder beschrieben. Der hellste Stern des Kleinen Hundes heißt Prokyon - "vor dem Hund" -, weil der Kleine Hund deutlich vor dem Großen Hund aufgeht. Sirius wird auch "Hundsstern" genannt. Wenn er hinter der Sonne steht, vom 23. Juli bis 23. August jeden Jahres, sprechen wir von den Hundstagen, den heißesten Tagen im Jahr.

Planeten zeigen sich am Morgen

Planeten sind am frühen Abendhimmel des Januars Fehlanzeige. Erst gegen 22.00 Uhr wird Jupiter im Osten sichtbar. Am Morgenhimmel dagegen sind neben dem jetzt im Westen sichtbaren Jupiter die helle Venus und Mars beobachtbar. Wie oben schon erwähnt, haben beide am 9. Januar einen sehr kleinen Abstand voneinander am Himmel. Gerade mal fünf Bogenminuten, das ist ein Sechstel des Vollmonddurchmessers, trennt die beiden am Himmel. Das Ganze passiert in relativ geringer Höhe von 10° über dem Horizont. Mit einem Fernglas sollte man nach dem 2013 entdeckten Kometen Catalina Ausschau halten.

Mond wandert durch den Stier

Der Mond beginnt das Jahr abnehmend, d.h er ist in der zweiten Nacht- und ersten Tageshälfte am Himmel zu sehen. Am 10. Januar ist Neumond. Ab dem 12. Januar ist der Mond dann wieder am Abendhimmel zunehmend präsent. Auf seinem Weg um die Erde, welche durch eine täglich etwas weiter östliche Position erkennbar ist, besucht er am 20. Januar den Aldebaran im Stier, nach dem Vollmond den Stern Regulus im Löwen am 26. Januar sowie am 28. Januar den Jupiter.

Sonne durchwandert den Perihel

Am 3. Januar passiert die Erde den sonnennächsten Punkt auf ihrer Bahn um die Sonne, ihr Perihel.Unser Abstand zum Zentralgestirn beträgt an diesem Tag 147.100.933 km. Ein halbes Jahr später, am 6. Juli, wenn die Erde den größten Abstand zur Sonne hat, sind es mit 152.093.163 km etwa 5 Millionen Kilometer mehr zwischen Erde und Sonne als im Januar. Die Entfernung zur Sonne ist somit nicht der Grund, warum die Temperaturen im Winter durchschnittlich tiefer sind als im Sommer. Sondern im Winter fallen die Sonnenstrahlen nur sehr schräg auf die nördlichen Gebiete der Erdkugel und haben daher weniger wärmende Kraft als im Sommer, wo sie viel steiler einfallen.

Sonnenaufgang ist am 1. Januar um 8.15 Uhr, am 31. Januar um 7.49 Uhr, Sonnenuntergang um 16.04 Uhr bzw. 16.50 Uhr. Die Tageslänge steigert sich somit im Januar um mehr als eine Stunde. Entsprechend nimmt die Mittagshöhe von 17° auf 22° zu.

Von Uwe Schierhorn

Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen.

Quellen: Abbildungen erstellt vom Autoor mit Hilfe von Stellarium 0.13.01 (Freeware)
Daten: www.calsky.com

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