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Blue Moon und viele herrlich helle Sterne

Sternenhimmel über Brandenburg im Januar 2018 Blue Moon und viele herrlich helle Sterne

An sternklaren Abenden im Januar sollte man die Zeit nutzen und den Winterhimmel erkunden. Denn der ist voller sehr heller Sterne. Als Orientierung dient das sogenannte Wintersechseck. Den Vollmond gibt es im Januar gleich zweimal.

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Im Januar ist zweimal Vollmond.

Quelle: dpa

Königs Wusterhausen. Seit dem 21. Dezember werden die Tage endlich wieder länger. Anfang Januar ist dies aber noch kaum spürbar. Am Neujahrsmorgen geht die Sonne in Königs Wusterhausen um 8.15 Uhr auf und um 16.03 Uhr unter. In der Monatsmitte unterscheiden sich die Zeiten noch wenig (8.09 Uhr/16.20 Uhr), am Monatsende deutlicher (7.48 Uhr/16.50 Uhr).

Viele helle Sterne am Nachthimmel

An sternklaren Abenden sollte man die Zeit nutzen und den Winterhimmel erkunden. Der ist voll mit vielen sehr hellen Sternen. Das hat zwei Ursachen: Erstens gibt es einige Sterne, wie Sirius oder auch Prokyon, die mit 8,7 bzw. elf Lichtjahren (Lj) astronomisch nicht weit entfernt sind. Andere Sterne sind viel weiter weg: Kastor 36 Lj, Kapella 42 Lj, Aldebaran 68 Lj und der helle Rigel im Orion gar 1500 Lj. Hier ist die enorme Leuchtkraft (vergleichbar mit einer hohen „Wattzahl“) aufgrund der Größe – alles sind Riesensterne – Ursache für ihre Helligkeit am Himmel.

Wintersechseck gibt Orientierung

Um sich bei der Vielzahl der hellen Sterne zurechtzufinden, ist es sinnvoll, sich die Ecksterne des sogenannten Wintersechsecks einzuprägen. Das Wintersechseck ist selbst kein Sternbild, sondern ein Asterismus, d.h. eine auffällige Konstellation heller Sterne, die der Orientierung dient. Wie eine riesige Bienenwabe, die auf einer Ecke steht, hilft uns das Wintersechseck, die wichtigsten Sterne und Sternbildbereiche am Himmel zu erkennen.

Wer es nicht gleich findet, dem soll ein kleiner Trick helfen: Mit Blick auf den südlichen Himmel schließe man langsam die Augen, so dass immer mehr Sterne verschwinden. Es bleiben die sechs Ecken des Sechsecks und ein heller Stern im Innern über. Die Ecke, die dem Horizont am nächsten steht und den kleinsten Bogen über dem Horizont zieht, ist der Stern Sirius im Sternbild „Großer Hund“. Sirius – der Funkelnde – geht jetzt kurz nach Sonnenuntergang auf und erreicht gegen Mitternacht seine höchste Position (20° über dem Horizont) am Südhimmel.

Hundsstern, Hundstage, kleiner und großer Hund

Sirius wird auch „Hundsstern“ genannt. Wenn er hinter der Sonne steht, vom 23. Juli bis 23. August jeden Jahres, sprechen wir von den Hundstagen, den heißesten Tagen im Jahr. Gehen wir im Uhrzeigersinn weiter, stoßen wir auf Prokyon im Sternbild „Kleiner Hund“. Der Große und der Kleine Hund sind die Jagdhunde des Jägers Orion. Beide hat schon Ptolemäus (um 100 n.Ch.) als Sternbilder beschrieben. Prokyon heißt so viel wie „vor dem Hund“ -, weil der Kleine Hund deutlich vor dem Großen Hund aufgeht.

Es folgen die beiden hellsten Sterne des Sternbildes Zwillinge (lat. Gemini), wobei der dem Prokyon nähere Pollux heißt. Der andere – Kastor – weist uns die Richtung zu Nummer 4, dem Kapella , im Sternbild Fuhrmann. Quasi gegenüber von Pollux liegt dann der Aldebaran , das Auge des Stiers. Schaut man auf diesen Stern mit einem Fernglas, stellt man fest, dass er von einer Unmenge von Sternen umringt ist. Wir sehen die Hyaden, einen offenen Sternhaufen. Diese sind jedoch wesentlich weiter als Aldebaran entfernt, so dass Aldebaran vor den Hyaden steht.

Plejaden mit bloßem Auge sichtbar

Rechts oberhalb des Aldebaran erkennt man bereits mit bloßem Auge einen weiteren offenen Sternhaufen, die Plejaden. Dieser Sternhaufen hatte in vielen antiken und vorantiken Kulturen seine Bedeutung. Auf der 1999 bei Raubgrabungen gefundenen und seit 2013 zum Weltkulturerbe zählenden Himmelsscheibe von Nebra, deren Ursprung etwa auf vor 3600 bis 4000 Jahre geschätzt wird, deutet man die Konstellation links oben neben der Mondsichel als Abbild der Plejaden. Im alten Griechenland bezeichnete man die hellsten Sterne nach dem Titanen Atlas, seiner Frau Plejone und ihren sieben Töchtern. In Japan sind heißt die Sternenkonstellation von jeher Subaru. Im ersten Logo der Automarke ist die Stellung der Sterne, der in den Plejaden nachempfunden.

Die Himmelscheibe von Nebra, ausgestellt im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, wird 2018 in Berlin zu sehen sein

Die Himmelscheibe von Nebra, ausgestellt im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, wird 2018 in Berlin zu sehen sein.

Quelle: dpa

Das Sechseck komplettiert der Fuß – Stern Rigel des Himmelsjägers Orion, den man an seinen auffälligen Gürtelsternen, Alnitak, Alnilam und Mintaka (v.l.n.r), erkennt. Im Innern des Sechsecks ist der Überriese Beteigeuze zu sehen. Beteigeuze ist so riesig, dass er zu den wenigen Sternen des Nachthimmels zählt, die mit entsprechender Beobachtungstechnik als Scheibchen aufgelöst werden kann, und das bei einer Entfernung von ca. 400 Lj. Sein Durchmesser entspricht dem 662-Fachen des Sonnendurchmessers. Würde er anstelle unseres Zentralgestirns stehen, würden seine äußeren Schichten bis über die Jupiterbahn hinausragen.

Östlich dieser Sternbilder schließt sich der „ Frühjahrshimmel “ an. Das Sternbild „Löwe“ mit dem hellen Hauptstern Regulus, was im April zur besten Beobachtungszeit im Süden stehen wird, ist zu Monatsmitte gegen 21.30 Uhr komplett aufgegangen. .

Planeten sind am Abendhimmel des Januars Fehlanzeige. Erst gegen 03.30 Uhr gehen im Osten Jupiter und Mars auf. Diese beiden bescheren uns am 7. Januar in den Morgenstunden eine Konjunktion, d.h. sie stehen am Himmel sehr eng beieinander. In dem Zusammenhang ist auch der hellste Stern des sonst lichtschwachen Sternbildes Waage, der Zubenelgenubi, zu sehen. Venus steht am 10. Januar hinter der Sonne, ist also unsichtbar. Merkur kommt erst kurz vor, Saturn kurz nach 7.00 Uhr über den Horizont. Beide Aufgänge liegen also bereits in der Morgendämmerung.

Der Mond beginnt sein Jahr mit einem „blue moon“ – so nennt man das Phänomen, zwei Vollmonde in einem Monat zu haben. Im Januar ist das am 2. Januar (3.24 Uhr) und am 31. Januar (14.27 Uhr) der Fall. Eine englische Redewendung lautet „… once in a blue moon…“, was auf Deutsch so viel bedeutet wie „alle Jubeljahre einmal“ und auf ein seltenes Ereignis hinweist.

Autor Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen und Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Quellen: Daten aus www.calsky.com und www.heavens-above.com Abbildungen: erstellt durch den Autor (unter anderem mit Stellarium 0.14.1)

Von Uwe Schierhorn

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