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Brandenburg Frühling, Sommerzeit und zweimal Vollmond
Brandenburg Frühling, Sommerzeit und zweimal Vollmond
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06:05 01.03.2018
Mit einem Doppelfernglas gut zu erkennen: der Sternhaufen Praesaepe. Quelle: Uwe Schierhorn (mit Stellarium)
Königs Wusterhausen

Am 20. März um 17.15 Uhr beginnt endlich der Frühling. Denn zu diesem Zeitpunkt wechselt die Sonne von der Süd- auf die Nordhälfte der Himmelskugel; es herrscht Tag- und Nachtgleiche zumindest in einem Ort in Brasilien, welcher genau auf dem Äquator liegt.

Bei uns ist wegen der Neigung der Erdachse bereits am 18. März Tag- und Nachtgleiche (Sonnenaufgang: 6.13 Uhr Sonnenuntergang 18.13 Uhr). Einige Kilometer nördlich des Amazonas auf dem 62. Längengrad steht die Sonne am 20. März um 17.15 Uhr (MEZ) exakt im Zenit. Einen Tag später steht sie bereits nördlich des Zenits und vollzieht ihren Tagesbogen dort bis zum Herbstanfang auf dem nördlichen Teil des Himmels.

Es ist ein für uns ungewöhnlicher Lauf der Sonne, sind wir doch an den Tagbogen über die südliche Himmelshälfte, also von „links“ – Osten – nach „rechts“ – Westen – von Geburt an gewöhnt. Bewohner in der Äquatorregion und auf der Südhalbkugel der Erde sehen in unserem Sommerhalbjahr die Sonne zwar auch im Osten aufgehen, jedoch zieht sie über Norden ihre Bahn, also von „rechts“ nach „links“.

Uhren werden auf Sommerzeit umgestellt

Am Sonntag, den 25. März, werden die Uhren wieder eine Stunde auf die Sommerzeit (MESZ) vorgestellt.

Die Wintersternbilder haben sich inzwischen schon weit in den Westen verschoben, Orion etwa berührt beinahe den Westhorizont. Tief im Südwesten steht das Sternbild des Großen Hundes, der Kleine Hund befindet sich etwas oberhalb. Die Hauptsterne Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund und Prokyon im Kleinen Hund sind die drei Sterne des Wintersechsecks, die als erste unter dem Westhorizont versinken. Die Zwillinge mit Kastor und Pollux stehen noch recht hoch im Süden. Auf der Ekliptik hinterher zieht der Krebs mit dem Sternenhaufen Praesepe (Krippe). Östlich davon folgt der Löwe mit seinem Hauptstern Regulus als das markanteste Frühlingssternbild. Gegen 21.00 Uhr ist er kurz vor seinem Meridiandurchgang.

Frühlingsdreieck ist komplett

Noch nah am Horizont steht weiter östlich das Sternbild der Jungfrau mit dem Hauptstern Spika. Der Große Bär quert, angetrieben vom Bärenhüter Bootes mit Arktur im Osten, fast den Zenit. Damit ist bereits das Frühlingsdreieck (Regulus, Spika, Arktur) komplett am Firmament vertreten. Den Arktur findet man am schnellsten mittels der Deichsel des großen Wagens, verlängert man die Krümmung dieser, ist der nächste hellere Stern der Arktur.

Praesaepe (Krippe) mit Feldstecher gut zu sehen

Das Sternbild Krebs gehört zu den unauffälligen Tierkreissternbildern. Seine Sterne haben geringe scheinbare Helligkeiten. Sie sind daher im Berliner Raum auf Grund der großen Aufhellung des Himmels kaum zu sehen. Mit einem Doppelfernglas (Feldstecher) kann man aber viele Sterne dieses Sternbildes inklusive des Sternhaufens Praesaepe (Krippe) sehen. Man orientiere sich an den Pollux und Kastor aus den Zwillingen und dem Regulus im Löwen. Ungefähr auf halber Strecke zwischen diesen Objekten findet man den Krebs. Praesaepe ist ein offener Sternhaufen, der bereits vor mehr als 2000 Jahren von dem griechischen Astronomen Hipparch als verwaschenes Nebelfleckchen erkannt wurde. Etwa 500 junge Sterne, rund 650 Millionen Jahre alt, stehen in 520 Lichtjahren Entfernung. Die Krippe ist ein dankbares Objekt für die Beobachtung mit dem Feldstecher.

Wie jeden Monat ist der Mond auch im März ein lohnendes Beobachtungsobjekt. Nachdem der Februar vollmondfrei blieb, haben wir im März zum zweiten Mal in diesem Jahr zwei Vollmonde. Im März kann somit ein kompletter Mondzyklus von Voll- bis Vollmond nachvollzogen werden.

Faszination für den Mond

Der Mond fasziniert die Menschen schon seit Anbeginn der Zeiten. Er ist das auffälligste und hellste Objekt am Nachthimmel. Zudem ändert er ständig seine Form, er nimmt ab und wieder zu und verschwindet als Neumond scheinbar sogar ganz vom Firmament. Sein Einfluss auf Natur und Umwelt und auch auf uns Menschen wird immer wieder hervorgehoben. Wissenschaftlich erwiesen ist der Einfluss des Mondes für Ebbe und Flut. Ob er Einfluss auch auf uns Menschen hat, darüber streiten die Geister. Wissenschaftlich erforscht und nachgewiesen ist nichts. Umso mehr sprießen aber esoterische und okkultistische Ansichten. Die Literatur hierzu - allen voran die verschiedenen Mondkalender - ist nahezu unüberschaubar. Tatsache ist aber, dass die Menschen in den unterschiedlichsten Kulturen den Mond zu Hilfe nahmen, um einen Kalender zu entwickeln. So sind der jüdische und der islamische Kalender jeweils Mondkalender, ebenso orientieren sich im christlichen Glauben viele Feste am Mond, wie etwa das Osterfest.

Faszinierender Himmelskörper mit großem Einfluss: Der Mond bewegt die Meere, er bewegt auch die Menschen. Kein Wunder, dass der Mond eine so große Rolle in den Mythologien spielt. Die schönsten Bilder und Geschichten.

In diesem Monat ist Neumond am 17. März, am 9. (abnehmend) und am 24.(zunehmend) ist jeweils Halbmond und am 2. und 31. März Vollmond. Der Ostersonntag schließt sich somit sofort an diesen ersten Vollmond im Frühling am 1. April an. Die Regel, dass der erste Sonntag nach dem Frühlingsvollmond der Ostersonntag ist, gilt schon über 1600 Jahre, seit dem Konzil der Katholischen Kirche im Jahr 325 n.Chr. in Nizäa (heute Iznik, Ort nahe Istanbul).

Planeten gut zu sehen

Neben dem Mond lassen sich diesen Monat auch viele Planeten gut beobachten:

Venus baut ihre Rolle als Abendstern am Westhimmel aus. Am 1. März geht sie um 19.00 Uhr unter, am 31. erst um 21.30 Uhr. Mit einer Helligkeit von 3m9 ist sie unübersehbar nach dem Mond das hellste Objekt am Nachthimmel.

Merkur (0m3) kann auch am Abendhimmel erspäht werden. Beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt, ist er in der Monatsmitte über der Venus in der Abenddämmerung zu erkennen.

Mars geht gegen 3 Uhr auf und ist am Morgenhimmel im Sternbild Wassermann sichtbar. Jupiter geht gegen Mitternacht auf. Gegen 4 Uhr erreicht er seine größte Höhe im Süden im Sternbild Waage. Erkennbar ist Jupiter durch seine große Helligkeit (2m4) und sein charakteristisch ruhiges Licht. Deutlich dunkler (0m5) erscheint Saturn nach dem Mars im Südosten im Sternbild Schütze. Ein Blick mit dem Teleskop zeigt seine dem Beobachter zugewandte weit geöffnete Ringebene.

Autor Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen und Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Quellen: Daten aus www.calsky.com und www.heavens-above.com Abbildungen: erstellt durch den Autor (unter anderem mit Stellarium 0.14.1).

Von Uwe Schierhorn

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