Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Hier kann man den Blutmond in Brandenburg am besten sehen
Brandenburg Hier kann man den Blutmond in Brandenburg am besten sehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:29 20.01.2019
Von einem der dunkelsten Orte in Deutschland aus, dem Sternenpark Westhavelland, lässt sich der Blutmond besonders gut beobachten. Quelle: Uwe Hoffmann
Potsdam

Am frühen Montagmorgen, 21. Januar, ist von Deutschland aus wieder eine totale Mondfinsternis zu beobachten. Allerdings wird der Vollmond nicht völlig verschwinden, sondern sich dunkelrot einfärben und als sogenannter Blutmond am westlichen Morgenhimmel erscheinen.

Den Ablauf der totalen Mondfinsternis beschreibt der Wissenschaftler von der Abteilung Physik der Sonne des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP), Jürgen Rendtel, so: Um 3.35 Uhr mitteleuropäischer Zeit hat der Mond den ersten Kontakt mit dem Schatten der Erde. Zu sehen sei dabei noch nichts. „Erst ab 4.30 Uhr beginnt der Mond in den Kernschatten der Erde einzutreten. Er fängt dann an seinem linken Rand an rot zu werden.“

Richtig eingetaucht in den Kernschatten der Erde ist der Mond von 5.41 bis 6.44 Uhr. „In dieser Zeit dürfte der Mond gleichmäßig dunkel sein“, sagt Rendtel. Dass er nicht ganz verschwinde, liege an der Atmosphäre der Erde. Die streut das Sonnenlicht, sodass sie doch manche Strahlen zum hinter der Erde versteckten Mond hinlenkt. Dabei wird das Licht aber so gefiltert, dass letztlich nur rotes Licht beim beschatteten Mond ankommt.

Freie Sicht nach Westen nötig

Der AIP-Wissenschaftler Jürgen Rendtel wird sich auf jeden Fall den Wecker stellen. „Ich denke, dass ich gegen halb vier aufstehe“, sagt er. Eventuell werde er sogar einen Versuch vorbereiten, mit dem man Lichtveränderungen messen kann. Rendtel interessiert es sehr, welchen Einfluss das Mondlicht auf andere astronomische Beobachtungen hat. Besonders bei einer totalen Mondfinsternis wie am kommenden Montagmorgen seien die Lichtveränderungen drastisch.

Aber natürlich gebe es noch andere Gründe, warum der Astrophysiker montagfrüh vor sein Haus in Potsdam-Marquardt tritt. „Da ist erst einmal das ästhetische Erlebnis. Bei aller Wissenschaft ist es immer noch eindrucksvoll, wenn der Mond sich verfärbt.“ Wichtig sei für private Beobachter am Montag allerdings, eine freie Sicht nach Westen zu haben.

Der Mond stehe nämlich zur Zeit der Finsternis schon ziemlich tief. Besonders in der letzten Phase ab 6.44 Uhr sei er nur noch zehn Grad über dem Horizont, also so hoch wie die Sonne eine halbe Stunde vor Untergang. Da ist es natürlich ganz günstig, wenn wie bei Rendtel der Fall nur der Schlänitzsee in der Sichtachse liegt.

So wird das Wetter

„Bewölkung ist der schwierigste Parameter in der Vorhersage“, teilt der der Meteorologe vom Dienst des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in Potsdam mit. Er ist aber sehr zuversichtlich, dass die Brandenburger den Blutmond sehen. „Ich würde sagen, die Wahrscheinlichkeit liegt bei 60 Prozent, vielleicht sogar höher.“ Es sei recht kalte und trockene Luft angesagt, was eine dichte Wolkendecke und Niederschlag sehr unwahrscheinlich mache.

Allerdings könnte es kritisch für das nördliche Brandenburg werden, denn über Dänemark komme ein Tiefdruckgebiet, das in seiner Südflanke wolkenreiche Luft mitführe. Insgesamt aber lohne sich für Brandenburger der morgendliche Versuch, den Blutmond anzuschauen. Nur eines sei wichtig: Warm anziehen! Als mögliche Tiefstwerte werden bislang minus sieben Grad angegeben. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, an welchen Orten man das Spektakel am besten verfolgen kann:

Sternenpark Westhavelland

MAZ-Leser Matthias Krueger fotografierte im August die Perseiden im Sternenpark Westhavelland und reichte dieses Bild beim Fotowettbewerb „Augenblicke“ ein. Der Sternenpark ist einer der dunkelsten Orte Deutschlands. Quelle: Matthias Krueger

Der Sternenpark Westhavellland (Havelland) hat einige gute Beobachtungsstellen, die von Rathenow aus zum Teil schon in zehn Minuten zu erreichen sind. Der Vorteil des Parks: Das Gebiet ist ziemlich dunkel und der Sternenhimmel erscheint in aller Pracht – so also auch der Blutmond. Der Leiter des Sternenparks, Thomas Becker, will jedenfalls um drei Uhr Richtung Park aufbrechen. Sollten bis spätestens Samstag bei ihm unter Thomas.Becker@LfU.Brandenburg.de einige Mails von Interessierten eingehen, werde er mit diesen sogar einen bestimmten Treffpunkt im Sternenpark vereinbaren, dort ein paar Teleskope aufbauen und sogar etwas zum Geschehen erklären. Bislang habe sich noch niemand gemeldet. „Aber es ist ja noch Zeit.“

Urania Potsdam

Planetariumsleiter Simon Plate bei einer Show im Planetarium Potsdam, das im Oktober 2018 50. Geburtstag feierte. Quelle: M. Mueller

Unschlüssig ist noch die Leitung des Planetariums der Urania in Potsdam. „Das Wetter muss natürlich stimmen“, sagt eine Sprecherin. Außerdem sei der Höhepunkt der Mondfinsternis ja auch ziemlich früh. „Es ist kalt, es ist früh, da ist es schwer, Leute von der Urania zu organisieren.“ Sollte die Urania sich durchringen, werden Mitarbeiter in der Nähe des Hauses in der Gutenbergstraße 72 Teleskope aufbauen. Dafür böte sich etwa der gegenüberliegende Bassinplatz an. Ob man sich zur gemeinsamen Mondbeobachtung treffe, müsse ziemlich kurzfristig entschieden werden. Sollte ein Treffen stattfinden, werde man es auf der Webseite „www.urania-planetarium.de“ und auf Facebook ankündigen.

Sternwarte Beelitz

Sternwarte im Wasserturm Beelitz: Der stellvertretende Vorsitzende Hans Oesterreich richtet das 12 Zoll Spiegelteleskop mit bis zu 470 facher Vergrößerung ein. Quelle: Dietmar Horn

Bestens vorbereitet auf den Blutmond wäre eigentlich die Sternwarte Beelitz (Potsdam-Mittelmark) im historischen Wasserturm in der Karl-Liebknecht-Straße 4. Mit dem Zwölf-Zoll-Teleskop sieht man bei klarem Himmel sogar Details der Mondkrater. Eigentlich würde der Vorsitzende des Vereins Sternfreunde Beelitz, Klaus Rosenmüller, den Turm auch gerne am frühen Montagmorgen für Interessierte in und um Beelitz öffnen, aber er ist skeptisch. „Ich fürchte eher, die Veranstaltung findet nicht statt“, sagt er. Die Wetterprognosen fand er am Mittwoch noch nicht so günstig. Auf jeden Fall will Rosenmüller am Sonntagabend kurz nach 18 Uhr auf der Seite „www.sternwarte-beelitz.de“ mitteilen, wie wahrscheinlich eine Öffnung in der Frühe sei. Optimisten könnten aber trotz geringer Wahrscheinlichkeit den Wecker stellen. Sollten sie am frühen Morgen etwa gegen halbvier einen wolkenlosen Himmel vorfinden, werde der Turm aller Wahrscheinlichkeit nach für eine spontane Beobachtung geöffnet.

Volkssternwarte Dahlewitz

2018 bekam die Sternwarte Dahlewitz ein neues Teleskop. Mit einem Kran mussten die schweren Bestandteile durch die Kuppel der Sternwarte gehoben werden. Quelle: Michael Wenzel

Auf jeden Fall am frühen Montagmorgen die Pforten öffnen will die Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz in der Oberschule Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming). Ab vier Uhr kann man die Sternwarte in der Schule in der Bahnhofstraße 63 besuchen. „Bei uns gibt es den Spruch: Wenn der Mond wolkenverhangen ist, findet die Mondfinsternis im Klassenzimmer statt“, sagt der Leiter der Sternwarte, Lutz Schwabe. Im sogenannten Astronomiekabinett werden am frühen Morgen Computeranimationen gezeigt, die die Mondfinsternis und den optischen Effekt erklären. Sollte das Wetter gut sein, stehen Besucher auf einer Plattform und schauen sich das Ereignis an. Eventuell werden auch Stative aufgestellt, um zum Beispiel umliegende Planeten zu sehen. „Es sind auch sieben bis acht Leute von der Sternwarte jederzeit für Besucher ansprechbar“, sagt Schwabe. So komme jeder Interessierte bei jedem Wetter auf seine Kosten.

Sie haben am Montagmorgen den Blutmond fotografiert und wollen andere Menschen an diesem einzigartigen Moment teilhaben lassen? Dann schicken Sie uns Ihr Foto via Privatnachricht bei Facebook –wir veröffentlichen dann die schönsten Aufnahmen auf www.maz-online.de! Wir freuen uns auf Ihre Einsendungen!

Von Rüdiger Braun

Bis die Brandenburger Finanzämter die Steuererklärungen bearbeitet haben, vergehen laut einem Onlineportal knapp zwei Monate. Damit liegt das Land bundesweit auf dem zehnten Platz.

20.01.2019

Auf der B1 zwischen Müncheberg und Jahnsfelde (Märkisch-Oderland) kam es am Samstag zu einem schweren Verkehrsunfall mit einem Todesopfer. Dabei sind ein Pkw und ein Kleintransporter frontal zusammengestoßen.

19.01.2019

Rebecca Schiller aus Potsdam unterrichtet am Marie-Curie-Gymnasium im Havelland. Als „Frau Lehrerin“ ist sie auf Twitter eine kleine Berühmtheit – vor allem, seit sie dort eine unkonventionelle Unterrichtsmethode veröffentlicht hat.

22.01.2019