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Stillstehende Windräder kosten 34 Millionen Euro

Hohe Entschädigungen Stillstehende Windräder kosten 34 Millionen Euro

Wenn durch erneuerbare Energien mehr Strom produziert wird, als die Netze aufnehmen können, werden die Windräder abgeschaltet. Geld bekommen die Betreiber trotzdem – und zwar nicht zu knapp. 2016 wurden laut Bundesnetzagentur allein in Brandenburg Entschädigungszahlungen in Höhe von 34 Millionen Euro fällig.

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34 Millionen Euro kostete es 2016, weil Windräder abgeschaltet wurden.

Quelle: dpa

Potsdam. Brandenburg produzierte im vergangenen Jahr ungenutzten Ökostrom in zweistelliger Millionenhöhe: Die Zwangsabschaltung von Windrädern, Solar- oder Biomasseanlagen wegen Netzüberlastungen hat 2016 Entschädigungszahlungen in Höhe von 34,3 Millionen Euro ausgelöst. Dem jüngsten Bericht der Bundesnetzagentur zu Netz- und Systemsicherheitsmaßnahmen zufolge lag Brandenburg mit einem Ausfall von 335,95 Gigawattstunden auf Platz zwei hinter Schleswig-Holstein, wo die Netzregulierer wegen eines Überangebots an Strom am häufigsten eingreifen mussten. Auf Rang drei landete Mecklenburg-Vorpommern. Der überflüssige Strom stammte zu fast 95 Prozent von Windrädern.

373 Millionen Euro in ganz Deutschland

Wenn zu viel Strom produziert wird und die Übertragungs- und Verteilernetze deswegen überlastet sind, werden die Anlagen heruntergeregelt; Windräder stehen dann trotz Böen still. Die Betreiber werden für diesen Ausfall entschädigt. Das Geld wird über die Netznutzungsentgelte auf die Stromkunden umgelegt. Bundesweit kamen so im vergangenen Jahr 372,7 Millionen Euro an Entschädigungszahlungen für Anlagenbetreiber zusammen.

In Brandenburg hat sich die Netzauslastung gegenüber den Vorjahren stabilisiert. 2015 wurden noch fast doppelt so viele Gigawattstunden ungenutzten Stroms produziert und entschädigt – für insgesamt 71,3 Millionen Euro. Auch bundesweit gingen 2016 die Abschaltungen wegen Netzüberlastung zurück, und zwar etwa um ein Viertel. 2015 summierten sich die Entschädigungsansprüche noch auf 478 Millionen Euro.

Ohne Netzausbau wäre es noch teurer

Der Grund für den Rückgang liegt nach Einschätzung des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz, der für den Nordosten Deutschlands zuständig ist, zum einem an der Witterung: „2016 war objektiv einfach ein windärmeres Jahr“, erklärte Sprecher Volker Kamm. Ein weiterer Grund: „Der Netzausbau wirkt.“ Ende 2015 sei eine Strombrücke in Thüringen in Betrieb genommen und damit ein enges Nadelöhr für den Stromtransport in Richtung Süden beseitigt worden, erklärte er.

Dadurch hätten die Kosten durch Übertragungsengpässe im Gebiet von 50 Hertz von 354 Millionen Euro auf 180 Millionen Euro reduziert werden können. Darin enthalten sind Entschädigungszahlungen an konventionelle Kraftwerke, die ihre Meiler regeln müssen, um das Netz stabil zu halten.

Zankapfel Netzentgelte – Einigung vor der Bundestagswahl?

Wegen des hohen Anteils an Ökostrom und nötiger neuer Leitungen sind die Netzentgelte im Osten am höchsten. „Wir brauchen eine fairere Verteilung der Kosten für Netzentgelte“, forderte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). „Gemeinsam mit meinem sächsischen Amtskollegen Tillich will ich mich für eine Lösung einsetzen, möglichst noch vor der Bundestagswahl.“

Doch die Zeit hierfür wird knapp, wie nun auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einräumte. Ob es noch vor der Bundestagswahl eine endgültige Einigung gibt, sei unklar. „Wir haben noch zwei Sitzungswochen Zeit, um eine Lösung zu finden“, sagte sie Sie sprach sich zwar für eine gerechtere Verteilung aus, warnte aber vor einem zu hohem Tempo. „Wenn ich von einem Tag auf den anderen sehr viel höhere Netzentgelte aus dem Osten auf ganz Deutschland überwälze, dann habe ich in Nordrhein-Westfalen in Aluminiumhütten und Stahlwerken plötzlich signifikant höhere Stromkosten.“

Von Torsten Gellner

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