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Brandenburg Stipendium soll Lehrer aufs märkische Land locken
Brandenburg Stipendium soll Lehrer aufs märkische Land locken
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17:14 04.01.2018
Bis 2030 werden in Brandenburg mehr als 12.000 neue Lehrer gebraucht. Quelle: dpa
Potsdam

In Brandenburg werden in den kommenden 12 Jahren mehr als 12.000 neue Lehrer gebraucht – pro Jahr sind das im Schnitt etwa 930. Doch die Nachwuchspädagogen sind rar, und es fällt den märkischen Schulämtern immer schwerer, Lehrer aufs Land zu locken. Dem will nun die Linkspartei mit einem Konzept begegnen, das die Oppositionsfraktionen von CDU und Grünen bereits vor anderthalb Jahren gefordert hatten: ein Stipendium für Landlehrer.

Konkret schlägt die Partei die Zahlung von 500 Euro pro Monat an Pädagogik-Studenten vor – das macht eine stolze Summe von 6000 Euro im Jahr. Das sollen Lehramtsstudenten erhalten, wenn sie sich dazu verpflichten, in berlinfernen Gegengen zumindest für mindestens drei Jahre zu unterrichten. „Wer das nicht einhalten kann, etwa weil sich seine Lebensverhältnisse geändert haben, muss das Geld dann zurückzahlen“, sagte die bildungspolitisches Sprecherin der Linken, Kathrin Dannenberg, am Donnerstag. Im nächsten Doppelhaushalt für 2019/2020 soll die Regelung nach Vorstellung der Linken verankert werden. Ob eine feste Ortsbindung gegen Prämienzahlung mit dem Beamtenrecht vereinbar ist, muss aber noch geprüft werden.

CDU und Grüne importierten Idee aus Sachsen

Einen ähnlichen Antrag hatten CDU und Grüne 2016 eingebracht – unterstützt von der Lehrergewerkschaft GEW. SPD und Linke sorgten damals mit ihren Stimmen dafür, dass das Bildungsministerium zunächst einen Prüfauftrag erhielt: Denn Vorbild der Landlehrerprämie ist Sachsen. Die dortigen Erfahrungen mit dem Stipendium sollten zunächst ausgewertet werden. Ein Zwischenbericht zu den sächsischen Erfahrungen soll in zwei Wochen im Bildungsausschuss präsentiert werden.

Berlin hat mittlerweile eine vergleichbare Regelung auf den Weg gebracht, da es auch in der rasant wachsenden Bundeshauptstadt viel zu wenige Lehrer gibt. Zudem spendiert das Land Master-Studenten in stark nachgefragten Fächern ein Stipendium über 500 Euro pro Monat für die Dauer von zwei Jahren, wenn sie aufs Lehramt umsatteln.

Angesichts dieses Konkurrenzdruckes ist man bei der CDU erleichtert, dass die Forderung nach einem Landlehrer-Stipendium nun womöglich doch noch Früchte trägt. „Besser spät als nie“, sagte der bildungspolitische Sprecher, Gordon Hoffmann. „Es bleibt zu hoffen, dass es nicht wieder an der Unlust der SPD scheitert.“

„Buschzulage“ floppte

Die SPD will zunächst die angeforderte Evaluation abwarten. In zwei Wochen soll das Bildungsministerium einen Zwischenbericht zur Wirkung eines Landlehrerstipendiums im Landtag vorstellen. Am wichtigsten sei es, dass die Bundesländer ihre Ausbildungskapazitäten für Pädagogen erhöhten, sagte die SPD-Bildungspolitikerin Simona Koß. „Nur so kann langfristig der bundesweit existierende Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern gedeckt werden. Sonst wird es zu einem Hase-und-Igel-Spiel bei der Lehrereinstellung kommen, das so keiner wollen kann“, sagte sie.

Eine als „Buschzulage“ verspottete Prämie von 300 Euro monatlich, mit der Brandenburgs Ex-Bildungsminister Günter Baaske (SPD) Pädagogen in die strukturschwächeren Gebiete locken wollte, verpuffte 2017 ohne Wirkung. Nur ein Lehrer hatte für kurze Zeit einen Posten auf dem Land besetzt, ihn aber bald wieder verlassen. Das Geld sollte ebenfalls für die Dauer von drei Jahren fließen.

Zur Lehrergewinnung sind laut Dannenberg weitere Vorstöße nötig. So bringt die Linke ins Gespräch, Lehramtsstudenten bei den Mietkosten zu helfen, wenn sie in einer anderen Stadt als ihrem Hochschul-Standort die vorgeschriebenen Praxis-Monate an einer Schule verbringen. Außerdem, so Dannenberg, müssten die Schulträger ihre eigene Präsenz an den Hochschulen verstärken, und Landkreise müssten in den Unis werben.

Von Torsten Gellner und Ulrich Wangemann

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