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Stoppt den Böller-Wahnsinn!

MAZ-Kommentar Stoppt den Böller-Wahnsinn!

Das neue Jahr beginnt für Brandenburg mit einem Schock. Durch Böller sind zwei junge Männer ums Leben gekommen. Ein elfjähriges Kind ist außerdem schwer verletzt worden. Jetzt mit der Verbotskeule zu schwingen ist aber falsch. Trotzdem: Es müssen klare Regeln geschaffen werden. Ein MAZ-Kommentar.

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Symbolfoto

Quelle: dpa

Potsdam. Was für eine trauriger Start ins neue Jahr in Brandenburg! Zwei Menschen sterben in der Silvesternacht, beide beim Zünden von Pyrotechnik. Ein Teenager, gerade 19, verliert sein Leben, als er in Kleinmachnow ein selbstgebautes Feuerwerk starten will. Ein 35-jähriger Mann stirbt auf einem Gartengrundstück in Märkisch-Oderland, ebenfalls beim Entfachen von Feuerwerk. Tragisch auch der Fall des Elfjährigen aus Flecken-Zechlin (Ostprignitz-Ruppin), der durch einen so genannten Polenböller schwer im Gesicht verletzt wurde. Besonders empörend: Hier wurde offenbar gezielt aus einer Gruppe heraus mit Knallern geworfen.

Henry Lohmar, stellvertretender MAZ-Chefredakteur

Henry Lohmar, stellvertretender MAZ-Chefredakteur.

Quelle: Friedrich Bungert

Die Sorge und die Wut der Eltern, die wahrscheinlich gerade jetzt in einem Berliner Krankenhaus um die Gesundheit ihres Kindes bangen, mag man sich gar nicht ausmalen. Man fragt sich: Was muss noch passieren, bis dieser Wahnsinn endlich mal gestoppt wird? Jedes Jahr zu Silvester verwandeln sich die deutschen Innenstädte in eine Pyro-Kampfzone. Wer zum Jahreswechsel Gäste aus dem Ausland zu Besuch hat, wo diese Art der Privat-Knallerei unüblich ist, der kann an deren Reaktionen ablesen, wie verstörend der „Straßenkampf“ mit Raketen, Böllern und Batterien eigentlich ist.

Kein Verbot, aber Feuerwerk sollte von Experten gezündet werden

Ja, es stimmt: Das „Vertreiben böser Geister“ aus dem alten Jahr mittels Peng und Zisch hat in Deutschland Tradition. Und man soll auch nicht immer gleich den Verbots-Hammer schwingen. Aber was spricht dagegen, das Feuerwerk nur von Leuten starten zu lassen, die etwas davon verstehen? Und nüchtern sind? Raketen und Böller in der Hand von alkoholisierten Feier-Biestern sind jedenfalls keine gute Idee. Das Gegen-Argument, dass dann noch mehr illegale Böller unterwegs seien, klingt wie eine Kapitulation. Angesichts der tragischen Bilanz dieser Silvesternacht kann man das nicht gelten lassen.

Von Henry Lohmar

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