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„Strategie ist auf Wachstum ausgerichtet“

SAP-Personalvorstand im Interview „Strategie ist auf Wachstum ausgerichtet“

SAP-Personalchef Stefan Ries spricht im MAZ-Interview über den Standort Potsdam, neue Arbeitsplätze und Anforderungen an Bewerber – und erklärt, warum bei der Softwareschmiede auch Theologen Karriere machen können.

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SAP-Personalvorstand Stefan Ries.

Quelle: Ingo Cordes

Potsdam. Der Wirtschaftswissenschaftler Stefan Ries (49) ist seit 2016 Vorstandsmitglied der SAP. Sein Bereich ist Personalentwicklung.

Sie feiern die Eröffnung des zweiten Hauses des SAP-Standorts Potsdam. Bedeutet das neue Arbeitsplätze in der Region?

Stefan Ries : Selbstverständlich. Wir haben heute knapp 280 Mitarbeiter hier am Standort. Mit dem zweiten Bau können wir weitere 160 Mitarbeiter beschäftigen. Insgesamt arbeiten knapp 30 verschiedene Nationalitäten in Potsdam.

SAP

SAP: Der Arbeitsplatz.

Quelle: dpa-Zentralbild

 Gibt es auch andernorts Wachstum?

Ries : Die Zukunftschancen bei SAP sind sehr reichhaltig, weil wir ein weltweit erfolgreiches und wachsendes Unternehmen sind. Weltweit werden wir dieses Jahr die Grenze von 80.000 Mitarbeitern sprengen. Ein zweites Beispiel ist Berlin selber. Unseren Standort in der Rosenthaler Straße in Mitte werden wir ebenfalls erweitern. Im Moment rechnen wir dort mit 150 bis zu 300 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Das hängt natürlich auch davon ab, wie schnell wir Talente finden und einstellen können. Aber da sind wir sehr zuversichtlich. Berlin und Potsdam sind bei der Talentsuche als Standorte für uns sehr interessant.    

Welche Rolle spielt der Raum Berlin-Brandenburg für die Rekrutierung Ihres Nachwuchses?

Ries : Eine sehr große. Die Region Berlin-Brandenburg ist für Talente aus anderen Ländern äußerst attraktiv. Selbst Menschen aus dem Silicon Valley finden es reizvoll, Berlin und die Region entweder als Einzelperson oder Familie kennenzulernen. Kulturell und auch im Zusammenleben der Menschen hat dieses Umfeld sehr viel zu bieten.

Wie ist es um die Ausbildungsstätten der Region bestellt?

Ries : Es gibt hier hervorragende Ausbildungsstätten. Das Innovation Center in Potsdam pflegt eine sehr enge Kooperation mit dem Hasso-Plattner-Institut. Aber auch die Technische Universität Berlin oder die Universität der Künste, die sich stark mit Design und Medien beschäftigt, sind wichtige Partner für uns.

Sind HPI-Absolventen im Vorteil oder würden Sie auch jemanden von anderen Instituten der Uni Potsdam nehmen?

Ries : Zum einen spielen natürlich Wissen, Erfahrung, Ausbildung eine Rolle, zum anderen ist aber auch Teamgeist, Zusammenarbeit und Kommunikation für uns ein sehr wichtiges Kriterium. Und hier sehen wir uns einem sehr breiten Feld gegenüber. Ich glaube, dass ein Universitäts- oder Fachhochschulstudium, aber auch ein dualer Studiengang eine gute Vorbereitung sind, um eigenständig Entscheidungen zu treffen Das logische Denken wird in einem Studium geschult. Wichtig ist es, den Schritt in die berufliche Praxis zu machen. Und wir haben in diesem Punkt sehr gute Erfahrung mit dem Mix unseres Personals gemacht. Wir beschäftigen verschiedene Generationen. Wir haben einen sehr hohen Akademikergrad von 95 Prozent, wobei die Ausbildung natürlich einen hohen Stellenwert einnimmt, aber nicht das ausschlaggebende Kriterium ist.

Wer findet zu Ihnen? Nur Informatiker und Softwareentwickler?

Ries : Nein. Da möchte ich den vielzitierten Theologen als Beispiel anführen, der auch bei uns Software entwickelt. Wir machen auch sehr gute Erfahrungen mit Leuten aus IT-fremden Disziplinen oder vor allem aus dualen Studiengängen. Wir sind grundsätzlich nicht nur auf die reinen Informatiker als Zielgruppe fokussiert, sondern suchen auch Wirtschaftsinformatiker, Betriebswirtschaftler, Volkswirte, aber auch Juristen. Letztere sind ganz wichtig. Wir müssen bei unseren Lösungen nicht nur die reine Technik berücksichtigen, sondern auch wirtschaftsrechtliche Fragen.

Ihr Theologe hat aber sicher nicht nur Bibelwissen mitgebracht, oder?

Ries : Er hat neben dem Theologiestudium für sich ebenso die Passion Computersoftware entdeckt. Er hat seine Stärken beim Thema Design, aber auch beim Thema Benutzeroberfläche. Dabei geht es darum, wie ansprechend die Software für den Nutzer gestaltet und wie leicht sie erlernt werden kann.  Apps müssen zum Beispiel ohne weitere Erklärung intuitiv benutzt werden können.

Worauf achtet Sie im Bewerbungsgespräch ?

Ries : Wir sind ein international agierender Konzern, darum ist Sprache sehr wichtig. Englisch ist ein absolutes Muss. Das zweite Thema ist die Teamfähigkeit und der Teamgeist. Darauf legen wir sehr viel Wert. Letztlich macht uns der Verbund stärker. Nur als Team werden wir in erfolgreich sein, nicht als Individualisten.

HPI-Absolventen bevorzugt

Die SAP SE mit Sitz im baden-württembergischen Walldorf ist der nach Umsatz größte europäische Softwarehersteller sowie der weltweit viertgrößte.

18.000 Mitarbeiter aus 80 Nationen beschäftigt SAP in Deutschland. 2015 wurden 2400 Talente eingestellt.

Das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam hat keinen direkten Bezug zu SAP. Sehr viele Absolventen des zu Universität Potsdam gehörenden Instituts gründen zum Beispiel eigene Unternehmen. Trotzdem ist SAP wegen der spezifischen Ausbildung am HPI und dessen Praxisnähe natürlich stark an diesen Absolventen interessiert.

 

Von Rüdiger Braun

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