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Brandenburg Streikwelle in der Region nimmt nicht ab
Brandenburg Streikwelle in der Region nimmt nicht ab
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11:12 26.06.2015
Verdi auf Konfrontationskurs im Einzelhandel, bei der Krankenhauspflege und der Post. Quelle: dpa
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Brandenburg/Berlin

Die Streikwelle nimmt in der Region Berlin und Brandenburg nicht ab. Zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Arbeitgebern krieselt es nicht nur an der Universitätsklinik Charité in Berlin und bei dem nicht enden wollenden Poststreik, der die Nerven der Bürger strapaziert, sondern auch gewaltig im Einzelhandel.

Tarifmauer Ost und West durchbrechen

Zu einem Warnstreik des Einzelhandels in Berlin hat die Gewerkschaft Verdi am Freitag aufgerufen. Anlass sind die am Dienstag gescheiterten Tarifverhandlungen für die rund 200 000 Beschäftigten des Einzelhandels in Berlin und Brandenburg. Die Arbeitgeber hatten nach Angaben von Verdi zwar 1,5 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung angeboten. Verdi fordert darüber hinaus die Angleichung von Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld für die Beschäftigten im früheren Ostteil Berlins und Brandenburg an das Niveau im früheren Westteil. Mit einer Kundgebung am Vormittag möchte die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Eine Menschenkette auf dem früheren Mauerverlauf quer über den Potsdamer Platz soll die bestehende Tarifmauer symbolisieren. „„Mehr als 25 Jahre nach Mauerfall sind einheitliche Tarifbedingungen im Einzelhandel in Ost und West längst überfällig“, sagte Erika Ritter, Landesfachbereichsleiterin für den Handel bei ver.di Berlin-Brandenburg. Sie bezeichnet die Unterschiede bei den Sonderzahlungen als „vorenthaltenen Lohn“. Es könnte also knapp werden, wenn die Belegschaft eines Supermarktes oder Discounters nur noch auf Sparflamme läuft – denn Waren müssen nachgeräumt, Kunden abkassiert werden.

Charité arbeitet auf Sparflamme

Indes läuft der Streik der Pflegekräfte an der Charité weiter. Zwar hatte es am Donnerstag Gespräche zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Charité-Geschäftsleitung gegeben, doch zum Aussetzen des Ausstandes scheinen die nicht beigetragen zu haben. Zu den möchte sich die Klinik erst im Laufe des Freitags äußern.

Mit dem seit Montag laufenden, unbefristeten Streik fordert Verdi mehr Pflegepersonal. Die Charité lehnt dies bisher wegen zu hoher Kosten ab und verweist darauf, dass es eine Lösung auf Bundesebene geben müsse. Zu dem Gespräch mit Verdi kam es, nachdem das Landesarbeitsgericht am Mittwoch den Streik erneut für zulässig erklärt hatte.

Die Versorgung der Patienten wird durch einen Notdienst gewährleistet. Pro Tag wurden nach Angaben der Charité seit Montag etwa 200 geplante Operationen verschoben. Durch den Streik steht mit insgesamt 1000 Betten etwa ein Drittel nicht zur Verfügung.

Verdi und die Charité verhandeln seit mehr als zwei Jahren. Zuletzt hatte die Gewerkschaft das Angebot von 80 zusätzlichen Krankenschwestern und Pflegern ausgeschlagen. Nach Klinikangaben würden die von Verdi geforderten Personalquoten zusätzliche 600 Stellen bedeuten.

Die Lagerkapazitäten bei der Post sind erschöpft

Auch beim bundesweiten Poststreik scheint ein Ende in weiter Ferne zu sein. Auch am Ende der dritten Streikwoche in Berlin und Brandenburg wird der Ausstand fortgesetzt. Am Wochenende und in der nächsten Woche werden sich knapp 2500 Mitarbeiter weiter am Arbeitskampf beteiligen. Signale, dass die Arbeitgeber zu Verhandlungen bereit seien, gibt es laut Verdi-Sprecherin für Postdienste, Benita Unger, nicht.

Die Lagerkapazitäten in Brandenburg sind knapp. Zu viele Pakete bleiben derzeit liegen. Quelle: dpa

Inzwischen sind die Lagerkapazitäten für Pakete in Berlin und Brandenburg ausgereizt. Laut Verdi wurde deshalb ein Zelt neben dem Paketverteilzentrum Börnicke bei Nauen (Havelland) aufgeschlagen. In Rüdersdorf (Märkisch-Oderland) werden Pakete inzwischen in Containern zwischengelagert. Nach Angaben der Post werden bundesweit etwa vier Fünftel der Briefe und Pakete pünktlich zugestellt. Dafür sorgten auch Aushilfen wie nicht streikberechtigte Beamten.

In dem Tarifkonflikt geht es um die Bezahlung und Arbeitszeit für rund 140 000 Beschäftigte. Kern der Auseinandersetzung ist der Aufbau von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung. Die dort beschäftigten rund 6000 Paketboten werden nicht nach dem Haustarif der Post bezahlt, sondern erhalten die oft niedrigeren Löhne der Logistikbranche. Verdi möchte, dass sie tariflich unter das Dach der Post zurückkehren.

Von MAZonline

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