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"Rüpel" Mehdorn provoziert Nachtfluggegner

Ehrgeizige Ziele für die Eröffnung des BER "Rüpel" Mehdorn provoziert Nachtfluggegner

Hartmut Mehdorn hat ein ehrgeiziges Ziel: In einem Jahr soll der neue Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld (Dahme-Spreewald) fertig sein. Zugleich geht der BER-Chef weiter auf Konfrontationskurs zu den Nachtfluggegnern: Jedes Bürogespräch sei lauter als die Landung eines Flugzeugs, so Mehdorn.

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Hartmut Mehdorn will den BER im Frühjahr 2015 fertig haben.

Quelle: dpa

Berlin. Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn will mit dem ins Stocken geratenen Bau des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld (Dahme-Spreewald) spätestens bis zum Frühjahr 2015 fertig sein. „Wir haben ehrgeizige Ziele und eine klare Terminplanung. Dazu gehört, das Bauende noch in diesem Jahr, spätestens im nächsten Frühjahr zu erreichen”, sagte Mehdorn der „Bild am Sonntag”.

Zugleich zeigte er sich im Streit um ein Nachtflugverbot kompromisslos. Rund ein Jahr nach seinem Amtsantritt stellte der Manager das Milliarden-Projekt sogar grundsätzlich infrage, sollte es zu einem strengeren Nachtflugverbot kommen. Die Äußerungen brachten Mehdorn heftige Kritik ein.

„Eine Ausweitung des nächtlichen Flugverbots halten wir nicht für erforderlich. Sollte es dennoch dazu kommen, dann hätte man diesen Flughafen gar nicht bauen müssen”, sagte Mehdorn der „Bild am Sonntag”. „Ein Hauptstadt-Airport sollte nach meiner Überzeugung überhaupt keinerlei zeitlichen Einschränkungen unterliegen, 24 Stunden offen sein. So ist es auf der ganzen Welt.” Zudem sagte Mehdorn zu den Kosten für das Bauprojekt: „Am Ende wird der BER im internationalen Vergleich ein preiswerter Airport sein.”

Seit langem gibt es Streit um ein strengeres Nachtflugverbot am künftigen Berliner Hauptstadtflughafen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dringt nach einem erfolgreichen Volksbegehren auf eine längere Nachtruhe und ein Flugverbot von 22.00 bis 6.00 Uhr. Er stellt
sich damit gegen die anderen beiden Flughafen-Eigentümer, das Land Berlin und den Bund.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) setzt für ein strengeres Nachtflugverbot ein.

Quelle: dpa

In der Planfeststellung ist ein Flugverbot zwischen 0.00 Uhr bis 5.00 Uhr am neuen Flughafen festgelegt. Ein Sprecher des Berliner Senats sagte am Samstag: „Wir haben diese Regelung und bei der bleibt es.” Darüber hinaus wollte er sich zu den Aussagen Mehdorns nicht äußern.

Die Öffnung des neuen Flughafens war wegen Baumängeln mehrfach verschoben worden, einen konkreten neuen Termin gibt es ebenso wenig wie Angaben über die endgültigen Kosten.

Flughafen-Chef Mehdorn sagte zugleich mit Blick auf die Sorgen der Flughafen-Anwohner: „Natürlich haben wir als Management eine Verantwortung dafür, die Lärmbelästigung der Anwohner zu minimieren.” Es gebe deshalb Lärmschutzmaßnahmen, „die es in diesem Ausmaß und dieser Qualität nirgendwo auf der Welt gibt”. Jedes Gespräch in einem Büro mache mehr Lärm als die Landung eines Flugzeugs im Hausinneren in der Flughafenumgebung machen dürfe.

Die Bürgerinitiative Friedrichshagen reagierte empört auf diesen Vergleich. „Das ist totaler Blödsinn”, sagte ihr Sprecher Joachim Quast am Samstag. „Solche Floskeln sind Bauernfängereien, die wieder einmal zeigen, wie wenig sich Herr Mehdorn mit dem Thema Schallschutz auseinandersetzt.”

Verärgert über Mehdorns Äußerungen zeigte sich auch Brandenburgs Finanzminister und Flughafen-Aufsichtsratsmitglied Christian Görke (Linke). Er forderte Mehdorn auf, mehr Respekt vor dem Volksbegehren für ein längeres Nachtflugverbot zu zeigen. Die Grünen-Politikerin Renate Künast kritisierte Mehdorns Umgang mit dem Schallschutz als „rüpelhaft”.

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Die Stadt Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) hat gekämpft. Vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg machten ihre Vertreter am Dienstag deutlich, dass sie die Flugrouten des BER unter Lärm-Gesichtspunkten für rechtswidrig halten. Ihre Klage wurde jedoch zurückgewiesen.

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