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Brandenburg Streit um Bahn-Netz: CDU für Ausschreibungsstopp
Brandenburg Streit um Bahn-Netz: CDU für Ausschreibungsstopp
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07:57 18.04.2018
Im Regionalverkehr soll vieles besser werden, daran zweifelt aber eine aktuelle Studie. Quelle: dpa
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Potsdam

Die laufende Ausschreibung für das Regionalbahn-Netz könnte in Brandenburg und Berlin ab 2023 zu erheblichen Nachteilen für Pendler führen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Bahn-Experten Hans Leister im Auftrag der CDU-Fraktion des Brandenburger Landtags. Es würden zwar mehr Regionalzüge und Plätze bestellt, aber es fehle ein schlüssiges Fahrplan-Konzept, kritisierte Leister (65), der früher selbst bei der Bahn tätig war und jetzt Berater ist. Derzeit läuft die Ausschreibung für das sogenannte Elbe-Spree-Netz, der größte Teil des Bahn-Netzes der Region. Ab 2023 sollen die Regionalzüge öfter rollen und mehr Plätze bieten.

Die CDU, die in Brandenburg in der Opposition ist, verlangte ein Stopp der europaweiten Ausschreibung, die seit Ende 2017 läuft und in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Dazu liegt für die nächste Landtagssitzung kommende Woche ein Antrag vor. Der verkehrspolitische Sprecher Rainer Genilke sagte, nötig sei eine sinnvolle Planung für die nächsten Jahre. „Wir müssen erst überlegen und dann bestellen.“ Die Auswirkungen für die Fahrgäste seien verheerend. „So wie es jetzt läuft, produzieren wir die Stehplätze in den Zügen von morgen.“

Es gebe zahlreiche Mängel in den Fahrplänen und verschlechterte Angebote, die nicht hinnehmbar seien, sagte Experte Leister. Er nannte mehrere Beispiele: So würde die Fahrzeit zwischen Berlin und Cottbus nicht kürzer, sondern die einfache Fahrt 11 Minuten länger. Zwischen Nauen, Falkensee und Berlin würden pro Stunde jeweils drei Züge kurz hintereinander verkehren. Dazwischen gebe es nur einen Zug in Richtung Ostsee, der absehbar überfüllt sein werde. Als „unsinnig“ bezeichnete der Gutachter, dass im Havelland an den Haltestellen Brieselang, Albrechtshof und Seegefeld drei Züge innerhalb von zehn Minuten fahren würden und danach 50 Minuten gar nicht. In Potsdam-Mittelmark würde in Götz und Groß Kreutz ein Zug nur einmal in der Stunde fahren. Werder hingegen hat einen 20-Minuten-Takt nach Berlin. In der Studie wird aber auch darauf verwiesen, dass es auf vielen Strecken eine deutliche Verbesserung des Platzangebots geben werde.

Das Elbe-Spree-Netz umfasst 17 Regional-Expresse und Regionalbahnlinien. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) schreibt das Netz in Kooperation mit Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt aus. Zu den Zuglinien, die unter den Hammer kommen, gehören unter anderem der RE 1, der RE 2, der RE 7, die RB 10, die RB 21 oder die RB 23.

Die SPD im Landtag reagierte verwundert auf die Kritik. „Pendler und andere Bahnfahrende können mit deutlich besseren Verbindungen in nächster Zeit rechnen“, sagte die verkehrspolitische Sprecherin Kerstin Kircheis. Der Landesnahverkehrsplan und auch das langfristige Schienenverkehrskonzept 2030 würden weitere Verbesserungen bringen. Der SPD-Landesvorstand hatte sich am Montag für einen beschleunigten Ausbau der Schieneninfrastruktur ausgesprochen. Auf allen Pendlerkorridoren müsse die Infrastruktur ausgebaut und mehr Züge bestellen werden, hieß es. Das Infrastrukturministerium in Brandenburg reagierte auf die Kritik der CDU zurückhaltend. Es könne nur bestellt werden, was auf die Gleise passe. Um noch bessere Angebote zu machen, müsste mehr für die Infrastruktur getan werden.

Von Igor Göldner

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