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Brandenburg Studie: Kohlestrom aus Jänschwalde verzichtbar
Brandenburg Studie: Kohlestrom aus Jänschwalde verzichtbar
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20:14 06.03.2017
Blick über den ausgetrockneten Boden eines abgelassenen Fischteiches auf die qualmenden Kühltürme des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde. Quelle: dpa
Potsdam

Das von der Lausitz Energie Kraftwerke AG (Leag) betriebene Braunkohlekraftwerk Jänschwalde könnte bis 2030 schrittweise abgeschaltet werden, ohne dass es Probleme bei der Energieversorgung Brandenburgs gibt. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine im Auftrag der Grünen-Landtagsfraktion am Montag vorgelegte Studie. Autor ist Prof. Jochen Twele von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin mit Unterstützung des Reiner-Lemoine-Instituts. Durch einen Energiemix, zu dem neben erneuerbaren Energien auch Gas, Biomasse und Öl gehören, könnte der Energiebedarf der Region „sicher gedeckt“ werden, sagte Twele, der mehrere Szenarien untersucht hat. Er sieht zwei Prognosen in der Energiestrategie 2030 des Landes als überholt an: die angenommene Energieeinsparung und den hohen Exportbedarf an Strom. Aus seiner Sicht würde ein „geordneter Ausstieg“ aus der Kohle das Akzeptanz-Problem beim Netzausbau deutlich reduzieren. Die Folge wären geringere Netznutzungsgebühren und damit eine Entlastung der Stromkunden in Brandenburg. Ausdrücklich begrüßt wird die Initiative des Landes, in die Entwicklung von Speichertechnologien zu investieren. Die Kohle werde zudem überflüssig, wenn der Stromexport langfristig sinkt. Insgesamt wären so auch die Kohlendioxid-Emissionen deutlich geringer.

Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Heide Schinowsky, sagte, die Studie zeige, dass die Behauptung der Landesregierung nicht stimme, die Abschaltung des Kraftwerks in Jänschwalde bis 2030 gefährde die Versorgungssicherheit, solange keine neuen Speicher für die Erneuerbaren zur Verfügung stünden. Belegt werde auch, dass der Aufschluss neuer Tagebaue mit den Klimazielen des Landes „inkompatibel“ ist. Sie forderte die rot-rote Landesregierung auf, endlich öffentlich zu dem in ihrer eigenen Energiestrategie implizierten Auslaufen der Braunkohle zu stehen. „Rot-Rot muss endlich erkennen, dass das Auslaufen der Kohle nicht in weiter Ferne ist, sondern unmittelbar bevor steht.“ Die Energiestrategie gehe insgesamt in die richtige Richtung, betonte die Grünen-Politikerin. Die Studie würde auch zeigen, dass am Ausbautempo des Landes bei den erneuerbaren Energien festgehalten werden sollte.

Von Igor Göldner

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