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Studie entdeckt den Mecker-Märker

OECD-Studie zur Lebensqualität Studie entdeckt den Mecker-Märker

Brandenburger sind weniger zufrieden mit sich und der Welt als andere Deutsche – das hat eine Studie der OECD herausgefunden, die Regionen und Länder miteinander vergleicht. Nur Sachsen-Anhalt schneidet ähnlich schlecht ab in Sachen Lebensqualität, sagen die Forscher. Doch: Es ist nicht alles schlecht.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Postdam. In Sachen Lebensqualität schneidet das Land Brandenburg in einer neuen Studie der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) deutschlandweit mit am schlechtesten ab. In drei der elf Glücks-Kategorien belegt die Mark den letzten Platz im Vergleich mit den übrigen Bundesländern. Nur Sachsen-Anhalt landet ebenfalls dreimal auf dem letzten Platz.

Beim Thema Sicherheit weist die Mark den höchsten Prozentsatz an Opfern von Tötungsdelikten auf – im Jahr der Erhebung (2013) waren es 1,6 gewaltsam Getötete auf 100 000 Einwohner. Zum Vergleich: Bayern und Mecklenburg-Vorpommern kommen auf 0,6 Fälle von Mord und Totschlag, die Mafia-geplagte Mittelmeerinsel Korsika (Frankreich) aber auf fast sieben.

Beim Zugang zur Infrastruktur nimmt die OECD die Verfügbarkeit von Breitbandanschluss für den schnellen Datenverkehr zum Maßstab. Nur 78 Prozent der Bevölkerung hatten im Jahr der Erhebung 2014 die Möglichkeit, das schnelle Internet zu nutzen. Zum Vergleich: In Hamburg, dem bestplatzierten deutschen Bundesland, waren es 2014 schon 91 Prozent.

Acht Prozent haben niemanden, auf den sie in der Not zählen können

Beim Thema „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ wurden Bürger gefragt: „Haben Sie jemanden, auf den Sie in der Not zählen könnten?“ Knapp 92 Prozent der Brandenburger konnten dies bejahen. In Schleswig-Holstein, dem Geborgenheits-Spitzenreiter, sagten 96 Prozent der Befragten „ja“. Das böse Wort vom Mecker-Märker scheint die Umfrage zur allgemeinen Lebenszufriedenheit zu bestätigen. Nur in Sachsen-Anhalt sind die Menschen laut OECD noch unzufriedener.

Dagegen schneidet Brandenburgs Bildungssystem ziemlich gut ab. Kaum anderswo in Deutschland liegt der Anteil von Arbeitnehmern, die mindestens ein Gymnasium, eine berufsbildende oder weiterbildende Schule besucht haben, höher.

Gefundenes Fressen für Kritiker von Rot-Rot

Für Regierungskritiker sind die Zahlen gefundenes Fressen. Der Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), Martin Wilke (parteilos) – er ist strikter Gegner der von Rot-Rot geplanten Verwaltungsreform – folgert: „Die 400 bis 600 Millionen Euro, die die Kreisreform mindestens an Kosten verursachen wird, müssen stattdessen dringend in die Steigerung der Innovationskraft investiert werden.“ Sonst drohe Brandenburg „den Anschluss an die stärkeren Bundesländern zu verlieren“.

Der Cottbusser Stadtchef Holger Kelch (CDU) spricht von einem „Weckruf“ an die Landesregierung, sich statt mit einer Reform ihren „Hausaufgaben“ zu befassen. Ähnlich äußerte sich Dietlind Tiemann (CDU), Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel.

Regierungssprecher: „Dinge haben sich längst verändert“

Dagegen sieht Regierungssprecher Andreas Beese die Studie als veraltet an. Statt „auf Dinge zurückzublicken, die sich längst verändert haben“, weise er lieber darauf hin, dass Brandenburg beim Wirtschaftswachstum die „Nummer eins im Osten“ sei, ebenso bei Steueraufkommen und erneuerbaren Energien. Zudem, so der Regierungssprecher, werde Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) „von zwei Dritteln der Brandenburger für seine arbeit gelobt“.

Von Ulrich Wangemann

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