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Brandenburg Das erwartet die Studenten in Brandenburg
Brandenburg Das erwartet die Studenten in Brandenburg
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02:15 15.10.2018
Bereit für einen neuen Lebensabschnitt: die Erstsemesterstudenten der THB. Quelle: Tobias Wagner
Potsdam

An den Hochschulen Brandenburgs beginnt dieser Tage das Wintersemester – 45.600 Studenten sind eingeschrieben. Rund 8000 Erstsemester starteten vor einem Jahr, aktuell dürfte es eine ähnliche Anzahl sein. Ganz genau kennen die Hochschulen ihre Studenten erst, wenn alle tatsächlich im Vorlesungssaal sitzen. Wer in der Mark studieren will, hat die Wahl zwischen 450 Studiengängen. Die MAZ hat einige Trends und Fakten zusammengestellt.

Hauptstadt: Potsdam ist auch studentische Landeshauptstadt. Mehr als die Hälfte aller Studenten ist in Potsdam eingeschrieben, der Großteil an der Universität Potsdam, die mit 20.260 Studierenden weit vor der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) mit ihren 7.500 Studenten und der Viadrina Frankfurt/Oder (6.700) liegt.

Mit 155 Fächern ist die Universität Potsdam am breitesten aufgestellt. Nur wenige gängige Disziplinen fehlen: zum Beispiel Ingenieurwesen und Medizin. Mit 7,7 Bewerbungen pro Studienplatz hat die Bewerberzahl ein Allzeithoch erreicht, teilt die Universität mit. Sie rechnet mit knapp 300 Studenten mehr als im Herbst 2017.

Doch die Stadt hat ein Wohnungsproblem. Obwohl etwa die Mehrheit der Studenten in Berlin wohnt und pendelt. Die Mieten in Potsdam sind für viele zu hoch, die Wohnheimplätze so begehrt, dass Bewerber für die Vergabe im Bahnhofstreppenhaus schlafen. „Einen Platz in einer unserer studentischen Wohnanlagen zum durchschnittlichen Preis von 237 Euro können wir nur etwa 9 Prozent der Studierenden offerieren“, sagt Josephine Kujau vom Studentenwerk Potsdam.

Welche Fächer sind besonders gefragt? Laut Wissenschaftsministerium sind die größten Studiengänge in Brandenburg nicht die sogenannten „MINT“-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik –, sondern Rechts- und Kulturwissenschaften. 3.500 angehende Juristen wälzen an der Universität Potsdam und der Viadrina die Gesetzbücher. Beliebt ist auch der Bachelor Soziale Arbeit an der Fachhochschule Potsdam. 2.000 Bewerbungen sind für das Wintersemester 2018/19 eingegangen. Dort kann nur jeder Zwanzigste genommen werden, teilt die Fachhochschule mit.

Digital: Neue Studiengänge flankieren die Digitalisierung aller Lebensbereiche. Mit Data Engineering will die Uni Potsdam die Verarbeitung riesiger Datenmengen (“Big Data“) lehren und erforschen – das private Hasso-Plattner-Institut ist Partner. Der medizinische Nutzen der Digitalisierung soll im Studiengang Digital Health vertieft werden. Mit Security Management bietet die Technische Hochschule Brandenburg/Havel eine gefragte Expertise auf dem Gebiet der Abwehr von Hackerangriffen und anderer Datenverluste an.

Cyber Security“, also Internetsicherheit, heißt der neue Studiengang an der BTU Cottbus-Senftenberg. Susett Tanneberger von der BTU zieht ein positives Fazit: „Der neue Studiengang wurde national wie international sehr gut angenommen. Für die 25 Studienplätze haben wir mehr als 300 Bewerbungen“.

Absolventen können später bei weltweiten Unternehmen, bei Nachrichtendiensten oder anderen Behörden von Land und Bund arbeiten. Denn in der digitalisierten Welt ist vom Fernseher bis zur Ampel fast jedes Gerät mit dem Internet verbunden und damit angreifbar.

Kleiner Dämpfer: Alle neuen Daten-Fächer sind Master-Programme. Bevor man also die digitale Welt retten kann, muss man die Grundlagen der Informatik büffeln. Und zwar bei den Besten: Die Technische Hochschule Brandenburg etwa landet für ihre Betreuung und Praxisnähe im einflussreichen Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung unter den deutschen Top 4.

Umwelt: Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (Barnim) hat ebenfalls einen neuen Master: „Forestry System Transformation“. Er beschäftigt sich mit ungewöhnlichen Formen der Waldnutzung. „Mehrere Studien zeigen, dass der Wald eine gesundheitsfördernde Wirkung hat, Waldbaden ist in aller Munde. Das schauen wir uns genauer an“, sagt Studiengangsleiter Carsten Mann.

Medizin ohne Einserabitur: Wessen Abiturnote fürs Medizinstudium an den großen Unis nicht ausreicht, muss normalerweise viele Wartesemester in Kauf nehmen. Nur ein Prozent der Brandenburger Studenten ist deshalb in den Humanwissenschaften eingeschrieben. Das könnte sich ändern: Die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) – hinter ihr stehen die Kliniken in Brandenburg/Havel und Neuruppin (Prignitz-Ruppin) – will neue Landärzte und Psychologen für Brandenburg ausbilden. Und zwar ohne Numerus Clausus. Unter dem Motto „Persönlichkeit statt NC“ setzt die staatlich anerkannte Hochschule auf Einfühlungsvermögen und konkrete Vorkenntnisse. Sechs Monate Praxiserfahrung sind Pflicht für die Bewerbung.

125.000 Euro kostet ein Studium an der MHB. Einen Großteil übernimmt aber eine Klinik, wenn die Studierenden sich bereit erklären, dort nach dem Abschluss die ersten fünf Berufsjahre zu absolvieren.

Susanna Karawanskij (Die Linke) Quelle: imago

Den Rest könnte ein im September von der rot-roten Landesregierung angestoßenes Medizin-Stipendium abdecken. Auch hier ist die Voraussetzung, dass der Stipendiat nach dem Studium eine gewisse Zeit in Brandenburg arbeitet. „Die Landesregierung tritt dafür ein, dass ein Studium nicht nur bessergestellten jungen Leuten möglich ist, sondern unabhängig vom finanziellen Hintergrund aufgenommen werden kann“, sagt Ministerin Susanna Karawanskij (Linke).

Hintergrund sind die fehlenden Landärzte im Land. Bis 2025 müssen laut Kassenärztlicher Vereinigung Brandenburg 762 Ärzte gefunden werden, weil fast die Hälfte der Ärzte in Ruhestand geht. Die Jobchancen nach dem Abschluss stehen also gut.

Hochspezialisiert ist nicht nur die Filmuniversität Babelsberg, deren Absolventen regelmäßig Erfolge auf den roten Teppichen der Kinowelt feiern. Die Fachhochschule der Polizei in Oranienburg (Oberhavel) platzt in diesem Jahr aus allen Nähten. Noch nie seit 1990 hat das Land so viele werdende Polizisten ausgebildet – in diesem Semester haben 409 Anwärter angefangen.

Von Jan Russezki

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