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Surfen am Arbeitsplatz kann Job gefährden

Kündigungsgrund Internet Surfen am Arbeitsplatz kann Job gefährden

Privat chatten oder Fotos teilen: Fast jeder Zweite surft laut einer AGOF-Umfrage am Arbeits- oder Ausbildungsplatz im Netz. Schlimmstenfalls kostet das den Job. Was Arbeitnehmer beachten müssen, hat das Computer- und Technikmagazin Chip zusammengefasst. Dabei geht es auch um die Frage, ob das Plauschen per App dem Büro-Smalltalk inzwischen gleichwertig ist.

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Privates Chatten, zum Beispiel bei WhatsApp, kann am Arbeitsplatz weitreichende Folgen haben.

Quelle: dpa

Potsdam. Surfen am Arbeitsplatz – dafür ist man heutzutage nicht mehr auf den Firmen-PC angewiesen. Dank Smartphone geht das jederzeit und überall, eben auch im Büro oder der Werkhalle. Eine AGOF-Umfrage zum Ort der Internetnutzung in Deutschland im Mai 2015 zeigt: 46,3 Prozent, also fast jeder Zweite, surft am Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsplatz im Netz. Für Arbeitnehmer gibt es dabei Rechte ebenso wie Pflichten zu beachten.

Arbeitsrecht versus Gewohnheitsrecht

Bei der privaten Nutzung des Internets kommt es in erster Linie auf die internen Regeln des Betriebes an. Der Arbeitsvertrag, die Betriebsvereinbarung oder die Konzernrichtlinien können hier aufschlussreich sein oder auch ein Gespräch mit dem Betriebsrat oder einem Vorgesetzten. Fehlen klares Verbot und ausdrückliche Erlaubnis, kann es hilfreich sein zu klären, was die Kollegen machen. Nutzen sie das Internet auch für private Zwecke und duldet der Vorgesetzte dies über einen gewissen Zeitraum, sprechen Juristen von einer „betrieblichen Übung“. Konkret bedeutet das: Schaut der Chef seinen Angestellten ein halbes bis ein Jahr lang ohne Gegenmaßnahmen beim Surfen zu, ist es offiziell erlaubt. Manko: Der Chef muss aber tatsächlich wissen, dass der Mitarbeiter privat im Netz unterwegs ist.

Gleiche Regeln fürs Smartphone am Arbeitsplatz

Für das Surfen mit dem Smartphone gelten die gleichen Regeln wie für den Office-Rechner. Firmen bezahlen Beschäftige fürs Arbeiten. Private Telefonate, Chats oder ähnliches fallen in der Regel nicht darunter. Wer pausenlos WhatsApp-Nachrichten schreibt und so seinen beruflichen Einsatz vernachlässigt, muss mit einer Abmahnung rechnen. Allerdings gibt es bisher noch keinen Richterspruch zu der Frage, ob die Kommunikation über alltägliche Themen mit der Nachrichten-App bereits genauso üblich ist wie ein kurzer Plausch im Büro. „Generell können eigene Handys am Arbeitsplatz nicht verboten werden“, bilanziert Josef Reitberger, Chefredakteur der Technik- und Computerzeitschrift Chip. „Angestellte mit Kindern sollten etwa im Notfall erreichbar sein. Kurze Nachrichten oder Telefonate mit dienstlichem Bezug sind ohnehin erlaubt. Wer zu Hause Bescheid gibt, dass er länger im Büro bleiben muss, hat in der Regel nichts zu befürchten.“

Spezialfall Diensthandy

Anders sieht es dagegen bei Diensthandys aus. Hier kann der Arbeitgeber aus datenschutzrechtlichen Gründen die private Nutzung durchaus untersagen: Apps könnten bei Geschäftsmodellen auf vertrauliche Daten zugreifen – mit unvorhersehbarem Schaden für die Firma. Der Tipp von Chip-Chef Reitberger: „Nutzen Sie technische Lösungen für die private Nutzung des Diensthandys wie die BizzTrust-Software. Sie teilt ein Android-Smartphone in zwei logisch getrennte Bereiche – einen beruflichen und einen privaten.“ Privat installierte Apps haben damit keinen Zugriff auf die berufliche Einheit.

Von MAZonline

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