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Brandenburg Tabuthema: Gewalt gegen Lehrer nimmt zu
Brandenburg Tabuthema: Gewalt gegen Lehrer nimmt zu
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07:35 13.12.2016
Lehrer fühlen sich zunehmend bedroht. Quelle: dpa
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Potsdam

Tritte, Bisse, Verbalattacken: Brandenburgs Lehrer sehen sich zunehmend körperlichen und psychischen Angriffen von Schülern ausgesetzt. Die Gewalt an den Schulen sei groß, kritisiert der Brandenburger Pädagogen-Verband (BPV). „Wir fordern, dass der Bildungsminister das Gewaltproblem als Problem wahrnimmt und Lehrkräfte eindeutig unterstützt“, sagte BPV-Vizepräsidentin Christina Adler am Montag in Potsdam.

Gewalt gegen Lehrer ist aus Sicht des Pädagogen-Verbands noch ein Tabuthema. Viele Übergriffe würden verschwiegen und nicht gemeldet. Dabei handele es sich bei den körperlichen Attacken nicht um Lappalien. „Die Schüler treten um sich und beißen“, sagt die BPV-Vizepräsidentin. Adler schildert einen Fall, bei dem einer hochschwangeren Lehrerin aus Potsdam von einem Schüler in den Bauch getreten wurde. In einem anderen Fall an einer Grundschule habe ein Junge mit Steinen auf seine Lehrerin geworfen und sei dafür drei Tage vom Unterricht ausgeschlossen worden.

Ton im Klassenzimmer wird rauer

Auch der Ton im Klassenzimmer werde rauer. „Was früher im Schulzimmer nie hätte gesagt werden dürfen, gehört heute zum normalen Umgangston.“ Oft seien Lehrer nach Angriffen auf sich gestellt und bekämen keine Rückendeckung vom Dienstherren. „Das Problem darf aber nicht zur Privatsache des Lehrers werden“, forderte der Verband. Zuvor hatte bereits die Lehrergewerkschaft GEW beklagt, dass die verbale Gewalt von Schülern gegen Lehrer zunimmt.

Ton an Brandenburgs Schulen wird rauer

Der Pädagogenverband appellierte an die Landesregierung, eine Bundesratsinitiative von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) zu unterstützen. NRWs Landesregierung will Gewalt gegen Beamte härter ahnden und das Gesetz zum Schutz von Lehrern, Polizisten, Feuerwehrleuten und sonstigen Angestellten des öffentlichen Dienstes verschärfen.

„Viele Fälle werden nicht zur Anzeige gebracht, weil damit persönliche Scham verbunden ist“, sagte Frank Nachtigall, stellvertretender Vorsitzender des Brandenburger Beamtenbundes. Das Bewusstsein, dass es sich bei den Übergriffen um Straftaten handele, müsse geschärft werden. Dabei geht die Gewalt nicht nur von Schülern aus. „Auch Eltern greifen Lehrer verbal an und beschimpfen sie. Es wird psychischer Druck gemacht“, sagt Adler. Zudem sei Mobbing im Internet ein zunehmendes Problem.

Bildungsministerium sieht kein flächendeckendes Problem

Dass wenige Lehrer solche Übergriffe überhaupt den Schulleitungen und -behörden melden, liege daran, dass das Thema von staatlichen Stellen kleingeredet werde, kritisiert Adler. Es gebe keine Leit­linie für den Umgang mit Fällen von Gewalt gegen Lehrer und „einen Kreislauf von Unsicherheiten“. Oftmals stehe nicht der Lehrer als Opfer im Fokus, sondern das minderjährige Kind und der Schulfrieden.

Das Bildungsministerium sieht „kein flächendeckendes Problem“. Alleinlassen wolle man die Lehrer trotzdem nicht. „Es gibt Hilfe für Pädagogen, aber man kann fragen, ob es neue Instrumente geben muss“, so Sprecher Ralph Kotsch. An den 900 Schulen in Brandenburg gab es im vergangenen Jahr laut Polizeistatistik 43 Fälle von Gewalt. Fünf davon seien als schwere Körperverletzung eingestuft worden.

Von Diana Bade

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