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Brandenburg Täglich drei Unfälle auf A 10-Baustelle bei Michendorf
Brandenburg Täglich drei Unfälle auf A 10-Baustelle bei Michendorf
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02:31 22.04.2018
Dichter Verkehr rollt am 08.05.2017 auf der A 10 an der Baustelle bei Michendorf. Quelle: ZB
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Potsdam

Enge Fahrspuren, abrupte Schwenks, heikle Einfädelsituationen an Raststätten und Auffahrten – und dazu eines der höchsten Verkehrsaufkommen der Republik: Die Autobahnbaustelle auf dem Berliner Ring bei Michendorf (Potsdam-Mittelmark) wächst sich zu einem Riesen-Alptraum für Autofahrer und Polizisten aus: 1276 Unfälle haben sich im Jahr 2017 auf dem Teilstück ereignet – es krachte im Schnitt also mehr als dreimal am Tag. Von allen Unfällen an Baustellen im ganzen Land entfallen nicht weniger als 60 Prozent auf die besagten neun Kilometer des Berliner Rings. Das vermeldete Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke am Montag bei der Vorstellung der Unfallstatistik für das Land. Zwar macht die Baustelle seit ihrem Beginn 2016 Ärger, doch ist die Zahl der Crashs 2017 noch einmal kräftig gesteigen: um 560.

„Am besten auf Lücke fahren“

Die meisten Unfälle ereignen sich nach Informationen des Verkehrsministeriums, wenn nebeneinander fahrende Autos einander seitlich touchieren. Außergewöhnlich eng seien die Spuren aber nicht. „Es gibt Richtlinien“, sagte Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse (SPD). Die seien eingehalten worden. „Wir prüfen Verbesserungsmöglichkeiten“, versprach sie, nannte aber keine konkreten Beispiele. „Am besten wäre es, alle würden auf Lücke fahren“, sagte der Brandenburger Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Montag in Potsdam bei der Vorstellung der Unfallzahlen für das Land Brandenburg. Viele der Fahrzeuge von der Mittelklasse aufwärts seien heute schon „so breit, dass sie eigentlich nicht in der dritten und zweiten Spur fahren dürften“, äußerte der Innenminister.

Bei solchen Ausmaßen gerieten diese Fahrzeuge dann mit den Außenspiegeln aneinander. Schröter sprach davon, man könne „über eine zweispurige Verkehrsführung nachdenken“. Dann würden die Autos besser nebeneinander passen. Was Schröter nicht erwähnt: Die Staus in und vor der Baustelle würden wohl noch länger. Das Teilstück zwischen den Autobahndreiecken Nuthetal und Potsdam hat unter normalen Umständen ein extrem hohes Verkehrsaufkommen von 77 000 Personenwagen und 15 500 Lastwagen am Tag. Deshalb soll es von bislang sechs Spuren auf künftig acht ausgebaut werden. Denn die Autobahn gehört zu der wichtigen Fernverkehrsroute von West- nach Osteuropa.

Mit Blitzern gegen Rowdys

Mit dem Einsatz von mobilen Blitzern versucht die Polizei, der Unfallserie Herr zu werden. Der Videowagen, der die Verfolgung von Rowdys ermöglicht wurde 400 Mal im vergangenen Jahr in dem Baustellenbereich eingesetzt. Zu den häufigsten Unfallursachen zählt Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke: „Fehler beim Vorbeifahren, zu geringer Abstand.“

Eine dauerhafte Entspannung ist erst für die Zeit nach dem anvisierten Ende der Bauarbeiten im Jahr 2020 zu erwarten. Allerdings rechnet man im Verkehrsministerium mit einem steten Anschwellen des Verkehrs – insbesondere der Schwertransporte. Prognosen zufolge könnten auf der A10 im Jahr 2025 bereits bis zu 126 000 Fahrzeuge täglich unterwegs sein.

Die Kosten für die Sanierung der A 10 bei Michendorf sollen bei rund 155 Millionen Euro kosten – ursprünglich waren 150 Millionen eingeplant, der Finanzrahmen wurde aber korrigiert, um die Arbeiten zu beschleunigen. Mit eingeschlossen ist die Vergrößerung der Rastanlage Michendorf. Dort sollen 180 bis 160 Pkw- und Lastwagenstellplätze die bislang verfügbaren 50 ersetzen. Die Situation der Fernfahrer sei besonders unangenehm, sagte Innenminister Schröter. „Wir haben insgesamt im Land zu wenige Parkplätze, auf denen die Fahrer ihre Ruhezeiten einhalten können“, so der Minister. Aus diesem Mangel heraus erkläre sich, „wie abenteuerlich die Lastwagen parken – und geparkt werden müssen“. Allerdings sei Abhilfe nicht leicht zu schaffen. Die Einrichtung neuer Parkplätze scheitere oft an der Furcht von Anliegern vor einem dauerhaften Lärmteppich – weil etwa Lkw-Fahrer im Winter die Motoren zum Heizen laufen ließen

Von Ulrich Wangemann

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