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Brandenburg Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt
Brandenburg Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt
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02:20 29.04.2018
Quelle: dpa
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Eberswalde, Bonn, Freiburg

Birken, Buchen, Eichen, Tannen, Fichten, Ahorn, Eschen, Erlen, Kiefern: Die meisten Menschen können auf Anhieb eine Liste von in Deutschland heimischen Baumarten herunterrattern. Doch selbst wenn diese Liste komplett ist, ist sie nicht besonders lang: Deutlich weniger als 100 verschiedene Baumarten wachsen hierzulande. Das ist erstaunlich wenig im Vergleich zu der Baumvielfalt, die es rund um den Globus gibt.

Online-Datenbank aller Baumarten

Die Organisation Botanic Gardens Conservation International (BGCI) stellte zum Tag des Baumes eine Online-Datenbank vor, die erstmals alle bekannten Baumarten auf der Welt auflistet: „GlobalTreeSearch“. Demnach gibt es rund um den Globus 60.065 verschiedene Baumarten, die meisten davon in Brasilien, Kolumbien und Indonesien.

Nur 60 Baumarten in Deutschland

In Deutschland sind es nach Angaben des Thünen-Instituts für Waldökosysteme in Eberswalde (Brandenburg) höchstens 60 verschiedene Arten. Dabei ist für Institutsleiter Andreas Bolte ein Baum ein Gehölz, dass größer als fünf Meter ist und im Normalfall nur einen Stamm bildet. Die verschiedenen Organisationen arbeiten teils mit unterschiedlichen Baum-Definitionen. „Unsere vier Hauptbaumarten sind Fichte, Kiefer, Buche und Eiche“, so Bolte.

Deutschlands höchster Baum steht im Schwarzwald. Quelle: dpa

Waldtraut, der höchste Baum Deutschlands

„Waldtraut“ ist schon 107 Jahre alt – und noch immer im Wachstum. Die Douglasie im Stadtwald von Freiburg im Schwarzwald legt pro Jahr 30 bis 33 Zentimeter zu - und ist mit 66,58 Metern offiziellen Angaben zufolge der höchste Baum Deutschlands.

„Dass Waldtraut heute überhaupt hier steht, ist den Freiburger Forstleuten zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu verdanken“, erklärt eine Sprecherin der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg. „Damals wurden versuchsweise Baumarten aus Nordamerika gepflanzt, um das örtliche Spektrum an Baumarten, das unter der letzten Eiszeit in Mitteleuropa gelitten hatte, zu bereichern.“ Die Douglasie von der nordamerikanischen Westküste habe sich besonders gut integriert. „Sie wächst deutlich höher und schneller als ihre heimischen Nadelbaumverwandten.“

Einfluss der Eiszeit und der großen Gebirge

Dass es in Mitteleuropa vergleichsweise wenige Baumarten gibt, rühre von der letzten Eiszeit her und der ungünstigen Ost-West-Ausrichtung der Gebirge wie den Pyrenäen, Alpen und Karpaten, erklärt Thünen-Institutsleiter Bolte. „Viele vor der Eiszeit vorkommenden Arten konnten der Vergletscherung nicht nach Süden ausweichen und sind daher ausgestorben“, sagt er. Nur vergleichsweise wenige Baumspezies gelangten in die Rückzugsgebiete am Mittelmeer und auf den Balkan. Daher lässt es sich erklären, warum nach dem Abklingen der letzten Eiszeit vor rund 12.000 Jahren auch nur wenige Arten wieder zurückwandern konnten.

Sorgenkind Fichte

Insgesamt betrachtet gehe es nach Boltes Einschätzung dem deutschen Wald gut. Probleme bereite der hohe Stickstoffeintrag. In Zukunft könnte sich die Lage durch den einsetzenden Klimawandel mit Trockenheit, Hitze und Schädlingen verschärfen. Die anfälligste Art in diesem Kontext sei die Fichte, die dem Borkenkäfer schutzlos ausgeliefert ist. Daher sei der Waldumbau von Nadelwäldern in Laub- und Mischwaldgesellschaften eine Gegenmaßnahme, unterstreicht der Eberswalder Forscher.

Zu den seltensten Baumarten in Deutschland gehören übrigens die Wildobstarten wie Wildapfel, Elsbeere und Speierling sowie die Flaumeiche (Quercus pubescens).

Buchtipp: „Das geheime Leben der Bäume“

Wussten Sie, dass in einer Hand voll Walderde mehr Lebewesen stecken, als es Menschen auf der Erde gibt? Dass der Hallimasch das größte Lebewesen der Welt ist? Dass Eichen und Buchen sehr sozial eingestellt und wahre „Familienbäume“ sind, während Birken und Espen eher Einzelgänger sind? Dass ein Baum zählen, sehen, hören, riechen, fühlen, sprechen kann, dass er gar ein Gedächtnis hat? Dass der Wald ein „Warenhaus“ ist, „gefüllt mit allerlei Köstlichkeiten“? All das erklärt der Förster Peter Wohlleben in seinem Bestseller „Das geheime Leben der Bäume“. Schnell wird klar, warum es das Buch bereits in der 26. Auflage gibt: Von der ersten Seite an ist es spannend und unterhaltsam, und man gewinnt schnell den Eindruck, Bäume seien auch nur Menschen. Das drückt sich schon in den Kapitelüberschriften aus, die „Wohnungsbau“, „Burn-out“ oder „Neubürger“ heißen. Der Autor bedient sich des Anthropomorphismus, d.h. er vermenschlicht die Bäume und ihre Eigenschaften - damit wir unsensiblen, engstirnigen Zweibeiner überhaupt etwas vom Wunderwerk Wald begreifen. Denn so schlau und überlegen wir uns fühlen, das will uns Wohlleben klar machen, die Sprache der Bäume verstehen wir erst in Ansätzen, im Grunde wissen wir nur sehr wenig und sollten der Natur darum mit mehr Demut und Respekt begegnen. Wohlleben schafft dies, ohne ins Esoterische abzugleiten, aber auch ohne hohen wissenschaftlichen Anspruch. Beides macht das Buch sympathisch und für jeden, der nur ein wenig naturinteressiert ist, zu einer Fundgrube. Wohltuend auch, dass der Autor die Natur nicht als Idylle verkitscht, sondern klarstellt: „Dort draußen unter den Bäumen herrscht das Gesetz des Stärkeren. Jede Art möchte überleben und nimmt sich von den anderen das, was sie braucht. Grundsätzlich kennt dabei niemand irgendwelche Rücksicht, und der große Kollaps wird nur dadurch verhindert, dass es Schutzmechanismen vor Übergriffen gibt. Und eine letzte Bremse ist die eigene Genetik: Wer zu gierig ist und zu viel nimmt, ohne zu geben, der beraubt sich seiner eigenen Lebensgrundlage und stirbt aus.“ Kommt einem irgendwie bekannt vor ...
Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume. Ludwig Verlag, München 2016, ISBN 3453280679, 19,99 Euro.
Auch als Bildband, ISBN 3453280881, 29,99 Euro.

Von Dorothea Dörner, Georg-Stefan Russew

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