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Tag der offenen Töpferei am Wochenende

Einblicke in traditionelles Handwerk Tag der offenen Töpferei am Wochenende

In den Brandenburger Töpfereien laufen bis zuletzt die Vorbereitungen auf Hochtouren. Letzte Krüge sind gebrannt, frische Kuchen gebacken. Am Wochenende können Keramikfreunde landesweit die Ateliers und Werkstätten von 26 Betrieben besuchen und sich selbst ein Bild von der Arbeit des Töpfers machen. Bereits zum zehnten Mal findet der „Tag der offenen Töpferei“ statt.

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Görtzke/Potsdam. Eine der Hochburgen in Brandenburg liegt in Görzke (Potsdam-Mittelmark), unweit der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Bereits die markante Silhouette mit drei Schornsteinen weist Besucher des Ortes auf die Tradition des Gewerbes hin. In ihren Öfen wurden Krüge & Co. einst gebrannt – bei Temperaturen von über 1000 Grad. Die Rohstoffe Ton und Holz waren im Fläming so üppig vorhanden, dass um 1890 zahlreiche Töpfereien in Görzke standen, 19 Meister gingen hier ihrem Tagwerk nach.

Genaueres zum Programm

Der Tag der offenen Töpferei findet an diesem Wochenende bundesweit zum zehnten Mal statt. In Brandenburg beteiligen sich 26 Betriebe.

Neben fünf Werkstätten aus Görzke sind unter anderem Töpfereien aus Lentzke, Hakenberg (beide Ostprig nitz-Ruppin), Bagow und Bad Belzig (beide Potsdam-Mittelmark) dabei.

Das ganze Programm finden sie hier.

Doch so groß wie damals ist das Gewerbe natürlich nicht mehr. Heute gibt es in dem 1300-Seelen-Ort noch fünf Betriebe. Einen von ihnen führt Peter Ludwig gemeinsam mit Frau Petra. Die Töpferei Ludwig ist ein Traditionsbetrieb. „Seit 1746 wird hier Keramik hergestellt“, erzählt Peter Ludwig. Der 54-Jährige ist nicht nur Töpfermeister, sondern auch Chef der Brandenburger Innung. Er freut sich über den „Tag der offenen Töpferei“. Es ist für die Betriebe der Startschuss für die Saison – und das bundesweit. Neue Keramiken werden vorgestellt, der Verkauf angekurbelt.

„Die letzten Jahre waren wir gut besucht“, sagt Ludwig. Jede Werkstatt habe ihr Arbeitskonzept. „Wir sind keine Konkurrenten“, betont er. „Jeder hat seine Fans.“ In der Branche sei das direkte Gespräch mit den Kunden besonders wichtig, erklärt Ludwig, schließlich sei die Kundschaft überschaubar. Nur wenige Menschen sind bereit, viel Geld für handgearbeitete Keramiken auszugeben.

Dass die höheren Kosten auf den aufwendigen Herstellungsprozess zurückgehen, davon können sich die Besucher am Wochenende selbst überzeugen. „Eine simple Tasse macht ebenso viel Arbeit wie ein großer Krug, weil man sie viel behutsamer anfassen muss“, erklärt Ludwig und ergänzt nicht ohne Stolz: „Dafür steckt darin dann auch die Handschrift des Meisters.“

Nachdem der Markt mit Töpferwaren nach der Wende völlig eingebrochen und den Betrieben anschließend durch steigende Energiekosten eingeheizt worden sei, habe sich inzwischen ein Freundeskreis für die Keramiken gefunden. „Das Sortiment hat sich seit der Wende vervielfacht“, sagt Ludwig.

Dabei sind die Töpfer heutzutage mobil und bringen ihre Waren vor Ort an den Mann. An zehn bis fünfzehn Wochenenden sind auch die Ludwigs in der schönen Jahreszeit unterwegs, um ihren Stand auf Töpfermärkten aufzubauen. In Görzke findet ein solcher Markt zu Ostern statt. Dann werden 70 Töpfer aus ganz Deutschland ihre Keramiken präsentieren.

Von Mischa Karth

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