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Brandenburg Das Symbol Garnisonkirche lässt Potsdamer nicht los
Brandenburg Das Symbol Garnisonkirche lässt Potsdamer nicht los
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17:58 07.03.2019
Petra Pau, Martin Sabrow und Axel Drecoll (v.l.) diskutierten in der Nagelkreuzkapelle Foto: Varvara Smirnova Quelle: smirnova_v
Potsdam

Zuletzt ging es in der Nagelkreuzkapelle dann doch wieder um das Für und Wider des Wiederaufbaus des Turmes der Garnisonkirche. Ganz vom Himmel fiel diese Debatte am Mittwochabend nicht. Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke), der Direktor der Stiftung Brandenburgischer Gedenkstätten, Axel Drecoll, und der Direktor des Potsdamer Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF), Martin Sabrow, waren schließlich zusammengekommen, um vor vollem Saal über die Bedeutung des Tages von Potsdam für die Gegenwart zu sprechen. Für jene Feierlichkeiten zur Eröffnung des Reichstages am 21. März 1933 mit dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler ist die Garnisonkirche nun einmal das Symbol schlechthin.

Pau sorgt sich wegen Nationalismus

Pau, die sich schon lange gegen Rechtsradikalismus einsetzt, findet Warnungen vor Ausgrenzung und Diskriminierung spätestens seit der Rede des AfD-Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland, die mit dem Tag von Potsdam eingeleitete nationalsozialistische Herrschaft, sei nur ein „Vogelschiss“ der deutschen Geschichte, jedenfalls „brandaktuell“. Sorgen bereiten ihr auch die mangelnde Aufklärung im NSU-Ausschuss des Deutschen Bundestages, Antisemitismus und der aufkommende Nationalismus.

Der Historiker Drecoll weist darauf hin, das das ikonografische Bild des sich vor Reichspräsident Hindenburg verbeugenden Hitler bei den Nazis gar keine Verwendung gefunden hatte. Die hätten vielmehr einen stehenden Hitler neben einem altersschwach sitzenden Präsidenten gezeigt und sich als starke Kraft inszeniert. Das passte zu den Tatsachen: „Die Gewalt gab es schon vorher.“

Deutsche wurden nicht einfach verführt

Moderator Sabrow verschärfte diese Beobachtung noch. „Die Dynamik des Glaubens an eine homogene Gemeinschaft als Heilsidee würde ich gar nicht hoch genug einschätzen“, sagt er. Und das sei eine Bewegung so breiter Massen gewesen, „dass man nicht von Verführern und Verführten sprechen kann“.

Welche suggestive Kraft solche „Jahrestage“ bis in die Gegenwart haben können, stellte Pau am Beispiel des auf der niedersächsischen Anhöhe Bückeberg gefeierten Reichserntedankfestes dar. Die größte Propagandaversammlung der Nazis wurde vor Ort oft als schönes Erlebnis gesehen. Pau fragte, „wie so etwas funktioniert, solche Dinge positiv zu besetzen, aber immer unter Ausgrenzung der Anderen bis zur schlimmsten Konsequenz“.

Was nützt uns Geschichte?

Bessert historische Aufklärung die Menschen? Ja, fand letztlich Petra Pau, die die Vermittlung von Wissen über den Nationalsozialismus „als Querschnittsaufgabe“ aller Unterrichtsfächer sieht. Nur bedingt, fand Axel Drecoll, der auch den Einfluss der Elternhäuser sieht. Eher nicht, findet der Historiker Martin Sabrow. Zu viel Aufklärung erstarre in Routine.

Gegen einen anschließenden Vorwurf aus dem Publikum, die drei renommierten Referenten säßen doch bloß hier „als Mittel zum Zweck“, um an dieser Stelle wieder ein höchst fragwürdiges Symbol für eben diesen Tag von Potsdam zu errichten, wehrten sich die drei vehement. Sie habe hier eine Einladung zu „einem sehr konkreten Thema“ bekommen, das sie sehr beschäftige. Ihr Erscheinen sei „kein Statement für oder gegen den Aufbau der Garnisonkirche“. „Ich bin hier als Petra Pau, die sich stark macht für die Demokratie.“ Daraufhin gab es kräftigen Applaus.

Von Rüdiger Braun

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