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Tage des Schreckens für Deutschland

Innere Sicherheit Tage des Schreckens für Deutschland

Nach dem Bombenanschlag von Ansbach, dem Amoklauf in München und der Axt-Attacke von Würzburg steht Deutschland spürbar unter Schock. Die Sicherheitsbehörden befinden sich in permanenter Alarmbereitschaft. Polizeieinsätze gab es auch in Kyritz und Fürstenwalde.

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In der Altstadt von Ansbach einen Tag nach dem Anschlag.

Quelle: dpa

Berlin, Potsdam. Nach dem Bombenanschlag von Ansbach, dem Amoklauf in München und der Axt-Attacke von Würzburg steht Deutschland spürbar unter Schock. Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern befinden sich in permanenter Alarmbereitschaft.

Polizeieinsatz in Kyritz

So sucht die Polizei in Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) einen 17-jährigen Asylbewerber aus Tschetschenien. Ein Zeuge habe die Polizei alarmiert, nachdem er im Internet ein Video entdeckt hatte, in dem der junge Mann mit waffenähnlichen Gegenständen hantiert und den Eindruck erweckt habe, sich etwas antun zu wollen, so die Polizei. Der Mann sei wegen einer Traumatisierung in psychiatrischer Behandlung, eine Suizidgefahr könne nicht ausgeschlossen werden.

Waffe oder Spielzeug? Polizei sucht 17-Jährigen

Flüchtling in Fürstenwalde mit Waffe

In Fürstenwalde (Oder-Spree) alarmierten Asylbewerber am Montag die märkischen Sicherheitsbehörden, weil sie bei einem Flüchtling eine Waffe gesehen hatten. Die Polizei rief Spezialkräfte, die den 23-jährigen Syrer vorläufig festnahmen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurde eine Pistole gefunden. „Es handelt sich dem Anschein nach um eine Schreckschusswaffe“, sagte Polizeisprecher Ingo Heese. Die Waffe wurde beschlagnahmt und wird kriminaltechnisch untersucht. Gegen den Syrer wird wegen unerlaubten Waffenbesitzes ermittelt.

Ansbach-Täter möglicherweise IS-Mitglied

Nach dem Sprengstoffanschlag von Ansbach verdichten sich die Hinweise auf eine islamistisch motivierte Tat: Nach Angaben des bayrischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) stießen Ermittler bei der Auswertung eines Mobiltelefons des bei der Explosion getöteten 27-jährigen Syrers gestern auf ein Video, in dem dieser einen Terroranschlag „im Namen Allahs“ androhte und sich selbst zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte. Dem Bundesinnenministerium zufolge sollte der Verdächtige nach Bulgarien abgeschoben werden, die Abschiebung wurde bislang nicht vollzogen. In Ansbach waren Sonntagabend 15  Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Der Täter starb bei der Detonation seines Sprengsatzes.

Ansbach-Täter möglicherweise IS-Mitglied

„Tage des Schreckens“ für Bayern

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sprach am Montag von „Tagen des Schreckens“ für sein Land. „Ich verstehe, dass die Bevölkerung besonders aufgewühlt ist“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). „Es ist sehr wichtig, dass wir jeden Fall einzeln aufklären, dass wir die Hintergründe verstehen und die richtigen Konsequenzen ziehen können.“

Grüne wollen Waffenrecht einschränken

Die Grünen-Fraktion im brandenburgischen Landtag fordert eine Einschränkung der Waffenbesitzrechte. Halbautomatische Waffen wie die Glock-17-Pistole, mit der der Amokläufer in München in kurzer Zeit mehr als 50 Schüsse abfeuerte, gehörten komplett verboten, sagte Fraktionschef Axel Vogel. „Weder Jäger noch Sportschützen brauchen solche Waffen mit schneller Schussfolge.“ Laut Landesregierung sind derzeit 7378 halb automatische Pistolen und Gewehre im Land registriert.

CDU will konsequente Abschiebepraxis

CDU-Innenexperte Björn Lakenmacher fordert nach den Erkenntnissen über den Ansbacher Täter eine konsequentere Abschiebungspraxis. Ausweisungen dürften nicht mehr vorher angekündigt werden.

Von Ulrich Wangemann

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