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Tagebau Jänschwalde-Nord ad acta gelegt

Braunkohlenplanverfahren Tagebau Jänschwalde-Nord ad acta gelegt

Drei Dörfer hätten plattgemacht, 900 Menschen umgesiedelt werden müssen. Doch der neue Besitzer Leag plant offenbar nicht mehr die Erweiterung des Tagebaus Jänschwalde-Nord. Damit ist das Braunkohlenplanverfahren hinfällig.

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Quelle: Patrick Pleul

Cottbus. Das in Brandenburg seit Jahren laufende Braunkohlenplanverfahren zur Vergrößerung des Revierbereichs Jänschwalde soll beendet werden. «Wir werden das Planverfahren einstellen», kündigte Klaus-Otto Weymanns von der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg am Dienstag in einer Sondersitzung des Braunkohlenausschusses in Cottbus an.

Hintergrund ist, dass der Tagebaubetreiber Leag frühere Pläne des vorigen Gruben-Eigentümers Vattenfall eingedampft hat und keinen neuen Tagebau Jänschwalde-Nord mehr aufschließen will. Für die Grube hätten drei Dörfer mit rund 900 Einwohnern umgesiedelt werden müssen.

Ein Braunkohlenplanverfahren dient der Vorbereitung eines vom Land zu beschließenden Braunkohlenplans. Dieser wiederum bildet die Grundlage dafür, dass ein Tagebaubetreiber den Aufschluss einer Grube auf Behördenebene beantragen kann. Vor der Ausschusssitzung demonstrierten Befürworter und Gegner der Kohle mit Transparenten vor dem Cottbuser Stadthaus.

Leag stellte am Dienstag auch Pläne für die Rekultivierung im Revierbereich Jänschwalde vor. Demnach sollen einmal drei Seen in den Bereichen Heinersbrück, Jänschwalde Ost und südlich von Taubendorf entstehen. Der Tagebaubetreiber geht davon aus, dass die Braunkohlenförderung im laufende Tagebau Jänschwalde voraussichtlich etwa 2023 endet.

Das brandenburgische Wirtschaftsministerium stellte sich voll hinter das neue Revierkonzept von Leag, das das Unternehmen Ende März präsentiert hatte. Neben der Streichung eines neuen Tagebaus Jänschwalde-Nord im Grenzgebiet zu Polen sieht es vor, die Grube Nochten in Sachsen um das Sonderfeld Mühlrose zu erweitern; etwa 200 Einwohner wären von einer Umsiedlung betroffen. Frühere Vattenfall-Planungen hatten eine viel größere Ausdehnung des Gebiets vorgesehen.

Eine Entscheidung darüber, ob der Tagebau Welzow-Süd südwestlich von Cottbus erweitert wird, soll bis spätestens 2020 fallen. Der Leiter der Bergbauplanung bei Leag, Gert Klocek, sagte im Ausschuss, dass das Unternehmen weiter eine energiewirtschaftliche Notwendigkeit für eine Erweiterung der Kohlegewinnung sehe. «Wir wollen das Abbaugebiet 2 abbauen.» Die wirtschaftlichen Bedingungen seien zurzeit aber sehr schwierig.

Um Spielraum zu haben, bis eine endgültige Entscheidung zu dem Standort getroffen wird, will Leag das Abbaugebiet 1 in der Grube Welzow zunächst komplett abbauen. Frühere Vattenfall-Planungen hätten einen vorübergehenden Parallelbetrieb vorgesehen. Auch das Wirtschaftsministerium erachtet die Erweiterung der Grube Welzow energiepolitisch als notwendig. Leag stellte in Aussicht, in der zweiten Jahreshälfte erste Projekte zu weiteren Geschäftsfeldern des Unternehmens vorzustellen. Die Braunkohle bleibe aber das Hauptgeschäft, betonte Klocek.

Ein konkretes Vorhaben erwähnte Leag bereits am Dienstag: Auf einer rekultivierten Fläche des Tagebaus Jänschwalde im Bereich Forst (Briesnig) sollen in Kooperation mit Vattenfall mehrere Windkraftanlagen entstehen. Leag stellt dabei die Fläche zur Verfügung, der schwedische Staatskonzern ist für die Windkraftanlagen zuständig. Die Baustelle wird Leag zufolge demnächst eröffnet.

Von Anna Ringle

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