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Brandenburg Tatort Schule – Gewalt gegen Lehrer steigt
Brandenburg Tatort Schule – Gewalt gegen Lehrer steigt
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02:25 27.04.2018
Symbolbild: Die Gewalt an Schulen in Brandenburg ist angestiegen. Quelle: dpa
Potsdam

Mehr Diebstähle, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen - die Straftaten an Brandenburger Schulen haben im vergangenen Jahr wieder zugenommen. Ihre Zahl stieg gegenüber 2016 um vier Prozent - um 141 auf 3646 Delikte, wie das Landeskriminalamt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Lehrerverbände zeigen sich besorgt und fordern mehr Personal sowie Konzepte zur Gewaltprävention.

Erneut am stärksten verbreitet waren Diebstähle. Ihre Zahl kletterte von 1335 im Jahr 2016 auf 1387 im vergangenen Jahr. Am häufigsten wurden Fahrräder gestohlen; hier konnte 2017 nur jeder zehnte Diebstahl aufgeklärt werden.

Lehrer sind meist das Ziel körperlicher Gewalt

Deutlich war auch die Zunahme von Gewalt an Schulen. So stieg die Zahl der Körperverletzungen um 60 auf 748 Fälle und die der gefährlichen und schweren Körperverletzungen schnellte um 44 Prozent auf 185 empor. Fast 50 Prozent mehr Gewaltstraftaten gegen Lehrer wurden registriert: Hier kletterte die Zahl der Fälle von 47 auf 70.

Bei den sogenannten Rohheitsdelikten, zu denen etwa Handtaschendiebstahl, Freiheitsberaubung und Stalking gehören, verzeichnet die Statistik ein Plus um 60 auf 938 Fälle. Auch bei der Rauschgiftkriminalität verbuchte die Polizei im Vorjahr eine leichte Zunahme um zwei Fälle auf 196. Dagegen gab es bei Straftaten der Volksverhetzung einen Rückgang um 10 auf 17. Die Zahl der Sachbeschädigungen nahm im Jahresvergleich ebenfalls ab - von 640 auf 628. Hier wurde nur etwa jede vierte Straftat aufgeklärt.

Gewerkschaften zeigen sich erschrocken über die Entwicklung

Die Statistik spiegelt allerdings nur jene Vorfälle wider, die bei der Polizei angezeigt werden. Diese konnte die Aufklärungsquote insgesamt leicht verbessern: von 51,9 Prozent 2016 auf 52,2 Prozent.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und den Brandenburgischen Pädagogen-Verband (BPV) beunruhigen vor allem die zunehmende Gewalt - auch gegen Lehrer. „Die Zahl der Schulpsychologen ist noch immer viel zu niedrig, auch die Angebote zur Gewaltprävention und zur intensiven Begleitung der von Gewalt Betroffenen müssen ausgebaut werden“, fordert GEW-Landeschef Günther Fuchs.

Zugleich müssten alle Möglichkeiten genutzt werden, um die zivil- und strafrechtlichen sowie schulischen Sanktionen auszuschöpfen. Fuchs: „Wir brauchen eine Nulltoleranz gegenüber jeder Form von Gewalt.“

Experten fordern mehr Angebote neben dem Unterricht

Der Pädagogen-Verband BPV bemängelt vor allem, dass es an den Schulen zu wenig Angebote neben dem Unterricht gebe. „Sport, Musik, Kunst sind oft der Schlüssel für ein gutes soziales Klima an den Schulen. Wo es sie gibt, haben die Schulen weniger Probleme mit Gewalt“, sagt BPV-Präsident Hartmut Stäker. Dazu müssten jedoch personelle Ressourcen geschaffen werden.

„Die Schüler sind auf Kopfarbeit ausgerichtet. Das, was ihre Fingerfertigkeiten betrifft - oft als Randfächer bezeichnet - kommt zu kurz.“ Allerdings befürwortet auch Stäker pädagogische Sanktionen gegen Straftaten und Gewalt. Sie allein würden jedoch nicht helfen.

Von Manfred Rey (dpa)

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