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Tausende Anwohner von geänderten Flugrouten betroffen

Flughafen BER Tausende Anwohner von geänderten Flugrouten betroffen

Fünf Jahre nach Festlegung der heiß umkämpften Flugrouten am künftigen Hauptstadtflughafen gibt es leichte Korrekturen an dem Konzept. Die „marginalen“ Änderungen bringen für Tausende Anwohner zusätzlichen Lärm.

Eine leichte Korrektur mit schweren Folgen.

Quelle: dpa

Schönefeld. Die geplanten Detailänderungen der Flugrouten am neuen Hauptstadtflughafen in Berlin bringen für Tausende Anwohner zusätzlichen Lärm. Die Deutsche Flugsicherung hatte angekündigt, von der nördlichen Startbahn abhebende Maschinen aus Sicherheitsgründen nicht sofort nach Süden abdrehen zu lassen. Zu groß sei die Gefahr, dass sie mit Flugzeugen zusammenstoßen, die parallel von der Südbahn abheben oder dort landen. Zunächst sollen die Maschinen geradeaus fliegen.

Je nach Alternativroute steigt damit allein westlich vom Flughafen die Zahl der Lärmbetroffenen von 15.400 auf 27.700 oder von 25.000 auf 39.500, wie aus Unterlagen der Flugsicherung für die Fluglärmkommission Schönefeld hervorgeht. Für die meisten betroffenen Haushalte liegt das Lärmniveau demnach bei 45 bis 55 Dezibel - so wie bei einem Regenschauer. Zahlen für Starts nach Osten legte die Flugsicherung nicht vor.

Verantwortliche sprechen von „marginalen Änderungen“

Das sofortige Abdrehen nach Süden sollte jedoch ohnehin nur in Ausnahmen gelten: wenn die Südbahn gesperrt ist oder wenn der Pilot eine Einzelfallfreigabe vom Tower anfordert; die Flugsicherung spricht deshalb von „marginalen Änderungen“ am Flugrouten-Konzept.

Auch diese Ausnahme-Flüge werden im Westen nun über Blankenfelde-Mahlow führen - die am stärksten von Fluglärm betroffene Gemeinde. Anschließend sollen die Maschinen zwischen Ludwigsfelde und Rangsdorf nach Süden fliegen - auf welchen Routen genau, das will die Kommission in ihrer nächsten Sitzung im Juli beraten.

Lärmpausen wird es vorerst nicht geben

Bei der Sitzung am Montag war auch klar geworden, dass es die viel diskutierten Lärmpausen durch Nutzung nur einer Start- und Landebahn am späten Abend und am frühen Morgen vorerst nicht geben wird. Weil das alte Schönefelder Terminal parallel zum BER offen bleiben soll, würde das aus Sicht des Flughafens die Rollwege für die Flugzeuge zu sehr verlängern.

Für die schwerstbetroffenen Anwohner hätten die Lärmpausen ohnehin keine Entlastung gebracht, hieß es aus Blankenfelde-Mahlow. Bürermeister Ortwin Baier forderte ein Flugverbot von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr, mindestens aber von 23.00 Uhr an. Bislang ist ein Verbot von Mitternacht bis 5.00 Uhr vorgesehen, in den zwei Stunden davor und der Stunde danach gelten Einschränkungen. Baier verlangte: “Die Brandenburger Landesregierung muss jetzt endlich zusammen mit Berlin handeln, statt weiterhin nebulös und völlig ergebnislos von ,mehr Nachtruhe‘ zu reden.“

Von dpa

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