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Brandenburg Fischsterben im Parsteiner See
Brandenburg Fischsterben im Parsteiner See
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20:39 14.08.2014
Massenhaftes Fischsterben ist üblicherweise wetterbedingt, so wie hier im Rangsdorfer See. Quelle: MAZ-Archiv
Angermünde/Werder/Havel

Lars Dettmann meint die Täter zu kennen: Kormorane haben im Parsteiner See (Uckermark) ein Massensterben von Kleinen Maränen ausgelöst, sagt der Geschäftsführer des Landesfischereiverbands. „Ich habe es selbst gesehen: Tausende junger Fische trieben tot auf dem See.“

Dettmann macht die derzeit nach Süden ziehenden Kormoranschwärme verantwortlich. Aktuelle Fotos ließen auf bis zu 450 Exemplare schließen. Sie hätten vermutlich in Massen Treibjagden veranstaltet. „Bei ihren Beutezügen haben sie die Kleinen Maränen in tiefe, sauerstoffarme Regionen getrieben. Dort sind sie erstickt.“ Andere Erklärungen scheiden laut Dettmann aus: „Ich habe bis in zehn Meter Tiefe die Wasserqualität geprüft. Es war oben ausreichend Sauerstoff da.“ Problematisch sei ein sauerstoffarmer Bereich zwischen warmem Wasser oben und kaltem Wasser unten, in welchen die Fische aber nie freiwillig schwimmen würden. Die Wasserqualität könne nicht die Ursache für das Sterben sein, weil andere Fische nicht betroffen seien.

Kormorane sollen das Fischsterben im Parsteiner See ausgelöst haben. Quelle: Patrick Pleul

Maränen sind beliebte Speisefische. Die Schwarmfische haben aber hohe Ansprüche an die Wasserqualität. Wenn sie gejagt werden, ballen sie sich zu Gruppen zusammen, was das massenhafte Sterben erklären könnte. Für den einzigen Fischer auf dem Parsteiner See, Jerzy Przemus, ist das Maränensterben ein Desaster. Die verendeten Fische wären die Ausbeute der Zukunft gewesen. „Wenn ich Pech habe, gibt es in zwei Jahren keine Maränen im See“, sagte Przemus der MAZ. Der schmackhafte Fisch sei seine Haupteinnahmequelle. „Schon dieses Jahr habe ich mit Maränen wohl fünf- bis sechstausend Euro eingenommen.“ Den gesamten Jahresverkauf an Maränen schätzt Przemus auf rund 10.000 Euro. Das mache sicher die Hälfte seines gesamten Verkaufs aus.

Der Fischereiverband fordert nun eine Lockerung des Artenschutzes, sodass zumindest eine Vergrämung der Kormoraneetwa indem man die Tiere durch Abschuss eines Vogels vertreibt – möglich würde. Der Parsteiner See liegt im Vogelschutzgebiet. Die Fischer dürfen gegen die Fischfresser nichts tun.

Einspruch kommt vom Institut für Binnenfischerei in Potsdam-Sacrow. Dessen Direktor Uwe Brämick sagt: „Ich kann nicht ausschließen, dass die Kormorane einen Einfluss hatten, aber das Sterben wäre auch ohne sie zu erklären.“ Die Kleine Maräne sei sehr empfindlich: „Mit hohen Temperaturen kommt ihr Stoffwechsel nicht zurecht.“ Es könnte sein, dass die ungewöhnlich lange Wärmeperiode die Tiere in ein grausames Dilemma zwang: entweder in den oberen warmen Wasserschichten kollabieren oder in tieferen Schichten an zu wenig Sauerstoff zugrunde gehen. Die Seen des Landes seien seit Wochen ungewöhnlich stark aufgeheizt. Barsche und Aale würden mit diesen Temperaturen aber noch fertig.

Fischsterben häufig wetterbedingt

  • Wenn die Wassertemperaturen zu warm sind, wird es für Fische gefährlich.
  • Im Sommer kommt es zu einer starken Aufheizung des Wassers, fehlende Niederschläge und sehr hohe Verdunstung kommen hinzu. Je wärmer ein Gewässer ist, desto weniger Sauerstoff kann es binden. Im Ergebnis bleibt den Fischen die Luft weg ‒ sie ersticken.

Von Rüdiger Braun

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