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Brandenburg Teamwork mit Hindernissen
Brandenburg Teamwork mit Hindernissen
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00:18 01.11.2013
Ministerpräsident Dietmar Woidke und seiner Berliner Kollege, der Regierende Oberbürgermeister Klaus Wowereit. Quelle: dpa
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Potsdam

Bildung: Im Schulbereich haben sich Brandenburg und Berlin schon ein gutes Stück aufeinander zubewegt. Ein Gastschülerabkommen regelt, dass Kinder im jeweils anderen Land die Schule besuchen dürfen. Ein gemeinsames Landesinstitut für Schule und Medien (Lisum) – das bundesweit erste seiner Art – sorgt für die Fortbildung von Lehrern und Rahmenlehrpläne. Und doch knirscht es: Beim gemeinsamen Abitur gibt es Probleme, nachdem die Mark ihr Kurssystem umgestellt hat. Ein Großteil der Aufgaben muss nun wieder getrennt gelöst werden.

Polizei: Wenn Hauptstadt-Rocker oder Einbrecher im Berliner Speckgürtel ihr Unwesen treiben, ist das ein Fall für die Berliner und Brandenburger Polizei. Sogenannte gemeinsame Ermittlergruppen gehen dann auf Verbrecherjagd. So wie kürzlich, als eine Ermittlergruppe eine Panzerknacker-Bande dingfest machte.

Justiz: In Brandenburg stehen viele Gefängniszellen leer, in Berlin platzen sie aus allen Nähten. Trotzdem scheiterten alle Anläufe zu einem „Gefangenenaustausch“. Auch aus der angestrebten Kooperation bei der Sicherungsverwahrung wurde nichts. Dagegen arbeiten die oberen Fachgerichte wie Sozial- oder Arbeitsgericht seit Jahren zusammen, auch wenn die Präsidenten über zu viel Bürokratie stöhnen.

Wirtschaft: Von der einst geplanten Fusion der Wirtschaftsförderung Berlin-Brandenburg sind nur fünf Schwerpunktbranchen geblieben: Gesundheitswirtschaft, Energietechnik, Optik, Logistik und Informationstechnologien. In gemeinsamen Netzwerken wollen beide Länder so den Technologietransfer aus der Forschung in die Firmen voranbringen. Die einmal geplante geeinte Wirtschaftsförderungsgesellschaft ist letztlich am beiderseitigen Egoismus gescheitert, sich nicht die Rosinen wegpicken zu lassen.

Verkehr: Seit bald 15 Jahren organisiert der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) die Busse und Bahnen in beiden Ländern. Rund 600 Millionen Euro hat der VBB im laufenden Jahr dafür zur Verfügung. Mit dem Geld kann so viel mehr erreicht werden, als wenn beide Länder getrennte Wege gingen, sagen die Experten.

Fernsehen: Vor gut einem Jahrzehnt wurde aus dem 1953 gegründeten SFB und dem nach der Wende etablierten ORB, der in Potsdam-Babelsberg seinen Betrieb aufgenommen hatte, der RBB. Unter der Leitung von Dagmar Reim musste zusammenwachsen, was zusammengehört. Dann ging es um finanzielle Konsolidierung und nun soll die Qualität der Programme verbessert werden. Solange die „Berliner Abendschau“ und „Brandenburg aktuell“ zwei starke Redaktionen bleiben, funktioniert die Fusion.

Film: Das Medienboard Berlin-Brandenburg mit Sitz in Babelsberg kümmert sich seit fast zehn Jahren um Filmförderung und Standortmarketing. 24 Millionen Euro vergab das Unternehmen 2012 an 269 Projekte, wie Drehbuchentwicklung, Produktion Verleih und Vertrieb. Medienboard-geförderte Filme entstehen hier und machen Berlin-Brandenburg zum Drehort Nummer eins in Deutschland. Fusion geglückt, großes Kino aus der Region ist Kunst, Kommerz und Wirtschaftsfaktor.

Kulturerbe: Die Potsdamer und (West-)Berliner Schlösserverwaltungen wurden 1995 in der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg zusammengeführt. Seither kümmern sich 500 Mitarbeiter um 150 Gebäude und 750 Hektar Gartenanlagen in Berlin und Brandenburg. Knirschte es anfangs noch zwischen Ost- und West-Belegschaft, ist die Stiftung heute ein Fusions-Musterschüler, personell und finanziell.

Flughafen: Ach ja, einen Flughafen versuchen Berlin und Brandenburg auch seit mehr als zwei Jahren zu eröffnen. Vergeblich. Der BER taugt einfach nicht als Symbol für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

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