Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg „Teenager sollten früher ins Bett“
Brandenburg „Teenager sollten früher ins Bett“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:33 04.08.2015
Professor Thomas Penzel ist Schlaf-Experte. Quelle: Foto: Charité
Anzeige
Berlin

Professor Thomas Penzel (57) ist wissenschaftlicher Leiter des schlafmedizinischen Zentrums der Berliner Charité und verfolgt die aktuelle Debatte über einen späteren Unterrichtsbeginn in Brandenburg.

MAZ:Herr Professor Penzel, wie viele Stunden schlafen Sie denn im Schnitt?

Thomas Penzel:Unter der Woche sieben Stunden.

Und das ist genug für Erwachsene?

Penzel:Das ist eigentlich etwas zu kurz. Sieben bis acht Stunden sollten es schon sein. Ich schlafe mir unter der Woche wie so viele alltagsbedingt ein soziales Schlafdefizit an, das ich am Wochenende ausgleiche.

Das geht?

Penzel:Ja, der Körper kann am Wochenende Schlaf nachholen.

Und wie viel Schlaf brauchen Kinder und Jugendliche?

Penzel:Schulkinder in der ersten bis zur vierten Klasse sollten zehn Stunden schlafen. In der fünften und sechsten Klasse reichen neun Stunden, doch mit der Pubertät steigt der Bedarf dann wieder an: 10 Stunden Schlaf sind dann wieder nötig.

Wäre ein späterer Unterrichtsbeginn zumindest für ältere Schüler dann nicht sinnvoll?

Penzel:Entscheidend ist nicht, wann der Unterricht beginnt, sondern dass die Schüler insgesamt genug schlafen. Morgens einfach länger liegen zu bleiben bringt für sich genommen nicht viel. Teenager sollten lieber regelmäßig früher ins Bett gehen.

Das erzählen Sie mal einem Jugendlichen.

Penzel:Ja, die meisten Jugendlichen ignorieren, dass sie mehr Schlaf brauchen. Ein späterer Unterrichtsbeginn ist da natürlich eine schöne Idee.

Gibt es biologisch ein Argument für einen späteren Schulstart?

Penzel:Andere Länder haben den Unterrichtsbeginn um eine Stunde nach hinten geschoben und damit gute Erfahrungen gemacht, das schon. Die Kinder waren fitter. Aber so eine Umstellung ist doch bei uns nicht sozialverträglich. Viele Eltern bekämen am Morgen ein Betreuungsproblem.

Aber wäre nicht die Leistung besser, wenn man erst später lernt?

Penzel:Am leistungsfähigsten sind Schüler zwischen 10 und 11 Uhr. Das hängt aber nicht davon ab, wann man aufgestanden ist, sondern ob man insgesamt genug geschlafen hat. Entscheidend für die Erholung ist die Tiefschlafphase und die findet eine Stunde nach dem Einschlafen statt.

Woher kommt das eigentlich mit dem Unterrichtsbeginn um 8 Uhr? Gibt es dafür einen Grund?

Penzel:Keinen medizinischen. Das hat sich einfach so eingebürgert, wohl weil es mit den typischen Arbeitszeiten der Leute am besten kompatibel ist.


Von Marion Kaufmann

Brandenburg Sternenhimmel über Brandenburg im August 2015 - Perseiden und die Tränen des Märtyrers

Gerade im August lohnt sich der Blick in den prachtvollen Sternenhimmel. Denn die Nächte sind wieder lang, und dank des Kometen 109P/Swift-Tuttle fallen besonders Mitte des Monats viele Sternschnuppen. Früher glaubte man, dies seien die Tränen des Heiligen Laurentius, der auf grausame Weise hingerichtet wurde.

04.08.2015
Brandenburg Bevölkerung in Ostdeutschland schrumpft - Zwei Maßnahmen gegen die Demografiefalle

Die Bevölkerung in Ostdeutschland schrumpft schneller als im Westen und sie wird immer älter. Manche Regionen entvölkern sich. Die Konzentration auf die Städte sei daher sinnvoll, so eine Expertenmeinung, da man so Kosten sparen könnte. Aber das ist nicht die einzige Maßnahme, die Ostdeutschland vor der Demografiefalle bewahren könnte.

04.08.2015
Brandenburg Susanne Klehns harte Zeiten - Star-Reporterin im Kampf gegen Krebs

Susanne Klehn ist Reporterin – und sie ist in der Welt der Stars Zuhause. Oft moderiert sie im RBB. Sie verbindet aber auch noch andere Dinge mit Brandenburg, zum Beispiel den ersten Liebesurlaub. Doch die gefragte Blondine hat auch schwere Zeiten hinter sich. Sie kämpfte gegen Hautkrebs. Nun ist sie Botschafterin für Hautkrebsprävention.

03.08.2015
Anzeige