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Tempo 30 vor Schulen ist jetzt Pflicht

Brandenburg Tempo 30 vor Schulen ist jetzt Pflicht

Die Ausnahme der Geschwindigkeitsbegrenzung wird jetzt zur Regel. Vor Schulen, Kindertagesstätten, Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern gilt jetzt bundesweit Tempo 30. Alle Brandenburger Landkreise müssen die Änderung der Straßenverkehrsordnung umsetzen.

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Den Kindern zuliebe gilt: Vor Schulen und Kitas Fuß vom Gas.

Quelle: foto: Fotolia

Potsdam. Vor Schulen, Kindertagesstätten, Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern gilt jetzt bundesweit Tempo 30. Im Frühjahr hatte der Bundesrat grünes Licht für le Tempo 50 beibehalten will, muss sie das anhand der Verkehrslage genau begründen. Bislang war der, der Tempo 30 durchsetzen wollte, im Beweiszwang. Kurzum: Die Ausnahme der Geschwindigkeitsbegrenzung wird zur Regel.

Neue Verkehrsschilder in Prüfung

Die Tempo-30-Zone soll maximal 300 Meter umfassen, ausgeschildert und zeitlich begrenzt werden (von Unterrichtsbeginn bis -ende). Ausnahmen sind in geringem Umfang möglich, zum Beispiel wenn die Ein- und Ausgänge der Schule oder Kita auf Nebenstraßen führen. Die Bundesregierung will prüfen, ob neue Verkehrsschilder mit Piktogrammen für Schulen oder Altenheime eingeführt werden. Die Idee dahinter: Wenn Autofahrer wissen, warum sie langsamer fahren sollen, wäre die Akzeptanz für Tempolimits höher.

In Brandenburg war die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern im Vorjahr um knapp acht Prozent auf 767 gestiegen (2015: 711), zwei Kinder kamen ums Leben (2015: fünf). Laut Unfallstatistik waren fast 500 der verletzten Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren. Brandenburg gehört nach wie vor zu den Bundesländern mit der höchsten Unfalldichte. Bundesweit verunglückt alle 19 Minuten ein Kind, viele davon auf dem Weg zur Schule.

Häufige Polizeikontrollen gefordert

Der Präsident der Landesverkehrswacht, Rainer Genilke, fordert, die Tempo-30-Zonen auf Bushaltestellen auszuweiten. „Auch das sind sensible Bereiche, wenn dort morgens Schulkinder auf den Bus warten“, so der CDU-Landtagsabgeordnete. Geschwindigkeitsbeschränkungen vor Schulen und Kitas sind auch aus Sicht des ADAC Berlin-Brandenburg sinnvoll. „Die Polizei sollte die Durchsetzung des Limits aber häufiger kontrollieren“, so Sprecherin Sandra Hass.

In Brandenburg gilt bereits vor vielen Schulen und Kindertagesstätten Tempo 30. „Wir schließen jetzt noch bestehende Lücken an zehn Standorten“, sagt Ronny Wappler, Sprecher des Landkreises Oberhavel. Geprüft würden etwa eine Schule und ein Altenheim in Glienicke/Nordbahn. Ähnlich ist die Situation in Potsdam-Mittelmark. „Wir schauen, was noch fehlt“, so Kreissprecherin Andrea Metzler. Zusätzliche Leuchttafeln sollen den Autofahrer auf die Geschwindigkeit hinweisen, mit der er gerade unterwegs ist.

Im Kreis Dahme-Spreewald gibt es bereits vor 70 Prozent der Bildungs- und Sozialeinrichtungen ein Tempolimit. In Märkisch-Oderland soll die Beschilderung zum Ende der Sommerferien abgeschlossen sein. Auch im Barnim sollen die 30er- Zonen bis dahin flächendeckend eingeführt sein. In Berlin gilt Tempo 30 bereits vor allen Grundschulen und auch vor vielen Altenheimen.

Von Volkmar Krause

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